Nico Marchetti tritt zurück: Das steckt hinter dem ÖVP-Rückzug
- Rücktritt offiziell bestätigt
- Stocker dankt Marchetti für Einsatz
- Gründe für den Rücktritt
- Innerparteilicher Druck zuletzt gestiegen
- Politische Zukunft bleibt bestehen
- Gstöttner als möglicher Nachfolger
Nico Marchetti tritt zurück: Der ÖVP-Generalsekretär legt seine Funktion mit Ende Juli zurück. Das hat die Partei am Dienstagabend offiziell bestätigt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Der 36-jährige Wiener war seit Februar 2025 Generalsekretär der Volkspartei.
Rücktritt offiziell bestätigt
Die ÖVP hat den Schritt in einer Aussendung bekannt gegeben. Nico Marchetti beendet damit nach rund eineinhalb Jahren seine Tätigkeit als Generalsekretär. Marchetti war damals nach dem Wechsel von Alexander Pröll in die Bundesregierung aufgestiegen.
Die Nachfolge soll laut Parteichef und Bundeskanzler Christian Stocker „zeitnah“ geregelt werden. Als aussichtsreicher Kandidat gilt Markus Gstöttner, ein enger Vertrauter von Ex-Kanzler Sebastian Kurz.
Stocker dankt Marchetti für Einsatz
Bundeskanzler Christian Stocker würdigt den scheidenden Generalsekretär ausdrücklich. Er bedankt sich „für seine umsichtige Tätigkeit“ sowie für sein Engagement und seine Loyalität in einer politisch herausfordernden Phase. Marchetti habe sich „mit vollem Einsatz“ seiner Aufgabe gewidmet.
Gründe für den Rücktritt
Nico Marchetti selbst nennt persönliche Motive für seinen Schritt. Er wolle sich künftig ein zweites berufliches Standbein außerhalb der Politik aufbauen. Nach Jahren als Berufspolitiker sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, seine Funktion zurückzulegen.
„Ich bin aus Überzeugung Sachpolitiker, ein Politiker der Mitte“, erklärt Marchetti. Seinen Zugang als Generalsekretär beschreibt er als bewusst unkonventionell: Ihm liege „die feine Klinge mehr als der Bihänder“. Damit positioniert er sich als sachpolitischer Vertreter der Mitte und als „durchaus untypischer Generalsekretär“.
Innerparteilicher Druck zuletzt gestiegen
Der Rücktritt kommt nicht völlig überraschend. Zuletzt ist Nico Marchetti innerhalb der Partei zunehmend unter Druck geraten. Kritik gab es unter anderem wegen seiner Positionierung rund um die ORF-Spitze, nachdem er sich öffentlich für den damaligen APA-Geschäftsführer Clemens Pig ausgesprochen hatte.
Politische Zukunft bleibt bestehen
Ganz aus der Politik zieht sich Nico Marchetti nicht zurück. Er bleibt weiterhin Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der Volkspartei. Auch auf Bezirksebene will er seine Funktionen behalten und sich weiterhin für die Partei engagieren.
Seine Funktion als Mediensprecher legt er zurück. Diese Rolle soll künftig vom neuen Generalsekretär übernommen werden.
Gstöttner als möglicher Nachfolger
Mit Marchetti verliert die ÖVP bereits ihren siebenten Generalsekretär innerhalb von zehn Jahren.
Die Frage der Nachfolge ist noch offen, dürfte aber rasch geklärt werden. Als Favorit gilt Markus Gstöttner, der aktuell als Sonderbeauftragter für die Reformpartnerschaft tätig ist. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.