„Riesenerfolg“: Babler meldet sich nach SPÖ-Beben zu Wort
- Babler spricht erstmals über die turbulenten Tage
- Seinen Rückzug nennt er „Riesenerfolg“
- Holzleitner und Kucher rücken an seine Seite
- Dann ist Marterbauer am Zug
- „Unsere Vision ist größer als einzelne Personen“
- Zeiler lässt seine Zukunft weiter offen
Nach turbulenten Tagen meldet sich Andreas Babler erstmals ausführlich bei den eigenen Parteimitgliedern. In einem neuen Video erklärt der Noch-SPÖ-Chef, wie es nach seinem angekündigten Rückzug weitergeht. Den ausgehandelten Machtwechsel bezeichnet Babler dabei als „Riesenerfolg“.
Babler spricht erstmals über die turbulenten Tage
„Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und liebe Genossen“, beginnt Babler seine Botschaft. Hinter ihm liegen Tage, in denen die SPÖ-Spitze nach langen Beratungen einen schrittweisen Führungswechsel vereinbart hat.
Babler zeichnet die Ereignisse als Versuch, die zerstrittene Partei wieder zusammenzuführen. Er sei froh, „dass endlich wieder alle an einen Tisch gekommen sind, um aufrichtig, offen und ehrlich miteinander zu reden“.
Für ihn steht fest: „Eine Bewegung ist nur dann stark, wenn es nicht um die Interessen von Personen geht, sondern um die Stärke der Bewegung.“
Seinen Rückzug nennt er „Riesenerfolg“
Bemerkenswert, wie Babler den gefundenen Kompromiss beschreibt. Denn während feststeht, dass er Parteivorsitz und Vizekanzleramt abgeben wird, bewertet er die vereinbarte Übergabe ausgesprochen positiv.
„Ich bleibe weiterhin für die nächsten Wochen Bundesparteivorsitzender und Vizekanzler. Gleichzeitig werde ich eine geordnete Übergabe einleiten“, erklärt Babler. „Das ist ein Riesenerfolg, eine geordnete Übergabe hat es in der Partei seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.“
Holzleitner und Kucher rücken an seine Seite
„Schon diese Woche werde ich gemeinsam ein neues Team formieren mit Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, die mir geschäftsführend zur Seite stehen, um mich mit diesem Prozess zu begleiten und vorzubereiten“, erklärt der SPÖ-Chef.
Mit Holzleitner und Kucher aber zwei zentrale Parteivertreter an seine Seite.
Dann ist Marterbauer am Zug
Der entscheidende Wechsel folgt Anfang 2027. Finanzminister Markus Marterbauer ist als neuer Vizekanzler vorgesehen. Der konkrete Zeitpunkt hängt auch von seiner Genesung ab. „Sobald Markus das Amt des Vizekanzlers übernimmt, werde ich auch gleichzeitig den Bundesparteivorsitz zurücklegen“, bekräftigt Babler.
Aus der Bundesregierung verschwinden will Babler allerdings nicht. Nach seinen Angaben sei es Marterbauers Wunsch, dass er weiterhin als Minister Teil des Regierungsteams bleibt.
„Unsere Vision ist größer als einzelne Personen“
In seiner Videobotschaft blickt Babler auch auf seine bisherige Zeit an der SPÖ-Spitze zurück. Er verweist auf seine zahlreichen Gespräche in Österreich und auf die Rückkehr der Sozialdemokraten in die Bundesregierung.
Gleichzeitig versucht er, den Blick von der aktuellen Personaldebatte wegzulenken. „Die SPÖ ist eine Bewegung, unsere Vision ist größer als einzelne Personen und unsere Basis ist ihr Herz.“
Ein Wechsel an der Spitze allein werde deshalb nicht reichen. Babler ruft die Mitglieder dazu auf, den weiteren Weg gemeinsam zu gehen und für eine starke Sozialdemokratie zu kämpfen.
Zeiler lässt seine Zukunft weiter offen
Während Babler seinen eigenen Fahrplan damit noch einmal öffentlich bekräftigt, bleibt eine andere Personalfrage unbeantwortet. Gerhard Zeiler hat ebenfalls ein neues Video veröffentlicht, äußert darin aber nicht explizit, ob er weiterhin Interesse am SPÖ-Vorsitz hat.