Legal kiffen: Deutschland, Land der Dichten und Denker

Ausgerechnet die als eher unlocker geltenden Deutschen machen sich in der Drogenpolitik locker. Im 170 Seiten starken Koalitionsvertrag der "Ampel", bestehend aus Grünen, SPD (Rot) und der FDP (Gelb)  heißt es unter anderem:

Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein.

Eine Begründung für die Legalisierung von Marihuana, auch Gras oder Weed genannt, und Haschisch , dem extrahierten Harz der weiblichen Pflanzen, wurde gleich mitgeliefert.  Die Qualität des Rauschmittel solle so kontrolliert und die Verbreitung verunreinigter Substanzen verhindert werden. Auch den Jugendschutz habe man dabei im Blick. 

Sicherheit für Kiffer erhöhen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Immer häufiger wird dem illegal verkauften Straßencannabis neuartiges Heroin beigemischt, das sich rauchen lässt. Damit werden Cannabiskonsumenten schnell in eine Heroinabhängigkeit getrieben." Lauterbach hatte eine Haschisch-Legalisierung stets abgelehnt, komme als Arzt nun aber "zu einem anderen Schluss."

Bärtiger Mann mit Joint im Profil, Ausschnitt Nase bis Kinn

Wo Cannabis künftig zu haben sein wird, ist noch offen: nur in Apotheken oder, nach niederländischem Vorbild, auch in"Coffeeshops", in der Trafik oder in reinen Fachgeschäften. Lohnend ist das Business mit Grass und Co. allemal. Der Deutsche Hanfverband (DHV) schätzt die (derzeit noch illegal) konsumierte Menge auf jährlich 200 bis 400 Tonnen. Das entspricht einem Wert von  1,2 bis 2,5 Milliarden Euro.

Der Staat kassiert kräftig mit

Eine Studie schätzt, dass 28.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten, und hat außerdem bereits die Mehreinnahmen für den deutschen Staat durch die Legalisierung berechnet: Über 4,7 Milliarden Euro pro Jahr seien durchaus drin. 

Autor: Andrea Schröder, 26.11.2021