Gegen Kickl: FPÖ-Stratege Mölzer für Impfpflicht

Der ehemalige EU-Abgeordnete Andreas Mölzer rückt von der blauen Parteilinie ab.
Autor: Stefanie Hermann, 01.12.2021 um 07:03 Uhr

Unterstützung für eine generelle Impfpflicht kommt von ungewohnter Seite. Nicht auf Parteilinie ist nämlich das blaue Urgestein Andreas Mölzer.  Der ehemalige EU-Mandatar widerspricht damit offen seinem Parteichef Herbert Kickl.

Es hat keinen Sinn, einen Widerstand gegen das, was halt das Gros der Wissenschaft empfiehlt.

„Ich bin wirklich da nicht ganz auf Parteilinie“, so der als Partei-„Urgestein“ geltende Ex-Abgeordnete. „Es hat keinen Sinn, einen Widerstand gegen das, was halt das Gros der Wissenschaft empfiehlt. Das ergibt von mir aus keinen Sinn." Er sehe auch keine andere Möglichkeit.  "Man wird sich an die Maßnahmen halten müssen. Ich war auch grade testen, obwohl ich genesen und geimpft bin."

Impfpflicht denkbar

Eine Impfpflicht könne er sich vorstellen, "wenn es uns weiterbringt, von mir aus". Dafür müsse es uns nützen und auch verfassungsrechtlich halten, stellt Mölzer klar. „Glücklich ist damit ja niemand. Das sagen ja selbst die Regierenden. Das sagt ja selbst der gräfliche Bundeskanzler und der Gesundheitsminister.“

Mölzer selbst erkrankt

Wie der kürzlich genesene FPÖ-Parteichef Herbert Kickl war Mölzer an Covid-19 erkrankt. Erst seit wenigen Tagen ist er wieder.  Trotz doppelter Impfung mit AstraZeneca und leichtem Verlauf war das kein Zuckerschlecken: "Ich habe einen relativ leichten Verlauf gehabt, aber es ist mir auf gut Kärntnerisch beschissen gegangen." Sein Vertrauen in die Impfung habe das erschüttert - aber:  Er werde sich sicher ein drittes Mal impfen lassen. Auch damit schert er vom blauen Kurs aus.

Ich habe einen relativ leichten Verlauf gehabt, aber es ist mir auf gut Kärntnerisch beschissen gegangen.

Kurswechsel in der FPÖ?

Mölzer gilt als einer der wichtigsten Strategen innerhalb der FPÖ. Umso verwunderlicher, dass er vom offiziellen Kurs abrückt. Zuletzt hatte die FPÖ mit immer schärferen Aktionen gegen den aktuellen Kurs der Regierung mobilisiert. Selbst Vergleiche mit der Nazi-Zeit und Impf-Heil-Parolen im Bundesrat wurden nicht gescheut. Ein genereller Kurswechsel ist damit mehr als unwahrscheinlich. Aktuell bereitet die FPÖ Schritte gegen die Impfpflicht vor. Auch gegen den aktuellen Lockdown zieht man vor Gericht. Eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof ist anhängig. Man werde die Gerichte ordentlich beschäftigen. "Die Regierung wird sich die Zähne ausbeißen", so Kickl.