Reinhold Messner: Klimakatastrophe schuld an toten Bergsteigern

Der tödliche Gletschersturz in den Dolomiten ist eine Folge der Erderwärmung: Diese Aussage lässt aufhorchen, stammt sie doch von Rekord-Bergsteiger Reinhold Messner.
Autor: Andrea Schröder, 04.07.2022 um 13:39 Uhr

Ein gewaltiger Eisbrocken ist am Wochenende in den italienischen Dolomiten von einem Gletscher gestürzt. Der Gletscherabbruch erfasste Alpinisten und tötete sechs von ihnen. Etwa ein Dutzend Menschen wurde verletzt,  bis zu 20 weitere Opfer werden unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen befürchtet.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner (77) sprach nun in einem Interview aus, was sich vielen Beobachtern angesichts der Bilder geradezu aufdrängt: Das Unglück sei eine deutliche Folge des Klimawandels, die Gletscher würden regelrecht "weggefressen".

Die globale Erwärmung kommt aus den Ballungszentren und Städte. Aber wir in den Bergen sehen (...) bereits seit 30 Jahren mit bloßem Auge, wie die Gletscher schmelzen. Dazu muss man kein Wissenschaftler sein.

 

Messner nahm allerdings auch die Bergsteiger selbst in die Verantwortung. Man wisse, dass von Gletschern immer größere Gefahr ausgehe. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen würden sie immer instabiler. An den Abbruchkanten bildeten sich dann sogenannte Seracs, Eistürme „die so groß sein können wie Wolkenkratzer oder Häuserzeilen“. 

 

Der Südtiroler weiß, wovon er spricht: Als als erster Alpinist hat Messner alle 14 Achttausender der Welt bestiegen und ist dabei immer wieder auf Seracs gestoßen. Dennoch wird seine Wortmeldung zum Unglück auf dem Marmolata nicht nur positiv aufgenommen, ihm Pietätslosigkeit vorgeworfen.

Auch die verunglückten Bergsteiger werden in den sozialen Medien in Schutz genommen: "Wir müssen aufhören Menschen in diese Höhen zu transportieren. Wenn jemand zu Fuss raufkommt, dann passiert das auch nicht."