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Karl Heinz Grasser am Dienstag, 25. März 2025, nach der Urteilsverkündung in der Causa Buwog/Grasser am OGH in Wien
Karl-Heinz Grasser wechselt nach sieben Monaten Haft in den Hausarrest.
Karl-Heinz Grasser wechselt nach sieben Monaten Haft in den Hausarrest.
HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

Zu seinem Geburtstag: Grasser darf ins Hausarrest

02.01.2026 um 11:04, Yunus Emre Kurt
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Pünktlich zu seinem 57. Geburtstag verlässt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser das Gefängnis und wechselt in den elektronisch überwachten Hausarrest.

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Pünktlich zu seinem 57. Geburtstag darf der verurteilte Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser das Gefängnis verlassen. Nach exakt sieben Monaten Haft wird Grasser aus der Justizanstalt Innsbruck, dem sogenannten „Ziegelstadel“, entlassen und tritt den elektronisch überwachten Hausarrest an. Der neue Aufenthaltsort: Kitzbühel.

Der Schritt ist nicht nur juristisch bedeutsam, sondern auch symbolträchtig. Am 2. Jänner, seinem Geburtstag, beginnt für den ehemaligen Spitzenpolitiker ein neuer Abschnitt seiner Haftstrafe, außerhalb der Gefängnismauern, aber weiterhin unter strengen staatlichen Auflagen.

Gefangenentransport sorgt für Aufmerksamkeit

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wurde bereits am Freitagfrüh ein Gefangenentransport beobachtet, der die Innsbrucker Justizanstalt verließ. Ziel des Transports soll Kitzbühel gewesen sein. Ob sich Grasser zu diesem Zeitpunkt tatsächlich bereits im Fahrzeug befand, blieb zunächst unklar.

Fest steht: Da der 1. Jänner ein Feiertag war, erfolgte die Überstellung folgerichtig am darauffolgenden Werktag. Kurz vor 9.00 Uhr verließ schließlich ein Häftlingstransportwagen die Justizanstalt.

Anwälte arbeiteten intensiv an Lösung

Grassers Anwälte hatten bereits Anfang September einen Antrag auf elektronisch überwachten Hausarrest eingebracht. In den vergangenen Wochen wurde intensiv an der Umsetzung gearbeitet. Nun wurde dem Antrag stattgegeben.

Der Hausarrest bedeutet für Grasser zwar eine deutliche Erleichterung im Vergleich zur Haft, ist jedoch keineswegs eine Freiheit ohne Einschränkungen. Der elektronische Aufenthalt unterliegt strengen Regeln: Bewegungsprofile werden überwacht, Verstöße könnten eine sofortige Rückverlegung in die Justizanstalt nach sich ziehen.

Gesundheitliche Probleme in Haft

Zuletzt hatte Grasser auch aus gesundheitlichen Gründen für Schlagzeilen gesorgt. Im September musste sich der frühere Finanzminister aufgrund plötzlich auftretender gesundheitlicher Probleme einer Notoperation in der Innsbrucker Klinik unterziehen. In der Folge verbrachte er mehrere Wochen im Krankenhaus, ehe er in die Justizanstalt zurückkehrte.

Leben in Kitzbühel

Der elektronische Hausarrest wird in Kitzbühel vollzogen. Dort lebt Grasser seit Jahren mit seiner Ehefrau Fiona Pacifico Griffini-Grasser, Unternehmerin und Swarovski-Millionenerbin, sowie der gemeinsamen Tochter. Seine Frau soll ihn persönlich abgeholt haben.

Rechtskräftige Verurteilung

Karl-Heinz Grasser war Ende März im sogenannten Buwog-Verfahren vom Obersten Gerichtshof rechtskräftig zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Die Schuldsprüche lauteten unter anderem auf Untreue und Geschenkannahme durch Beamte. Nach Verbüßung der Hälfte der Strafe ist eine bedingte Entlassung grundsätzlich möglich.

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