Herbert Kickl: Ultimatum an Kanzler

Laut Kickl würden sich viele Menschen nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern aus Angst um den Arbeitsplatz oder wegen gesellschaftlicher Ausgrenzung impfen lassen.  „Man versucht den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn sie nicht an diesem riesigen Feldversuch teilnehmen“, so Kickl. Bildungsminister Faßmann (ÖVP) wirft er vor, ungeimpfte Kinder zu Schülern zweiter Klasse zu degradieren. Der FPÖ-Parteiobmann fürchtet zudem, dass „von den drei ‚G‘ am Ende nur ein ,G´ übrig bleiben wird: Nämlich geimpft, nicht einmal oder zweimal, sondern gleich dreimal oder viermal“.

Impfung hält nicht, was sie verspricht

Mit einem Verweis auf Israel erklärt Kickl, dass die Impfpropaganda der Regierung empirisch widerlegt sei. „Ziel einer Impfung sind eigentlich drei Dinge: Schutz vor Ansteckung und Erkrankung des Geimpften, Schutz vor Übertragung auf andere und Sicherheit vor negativen Wirkungen. Bei den gegenwärtig eingesetzten, neuen Impftechnologien ist das aber nicht so. Auch Geimpfte können infiziert werden und das Virus weitergeben“, so der FPÖ-Chef. Statt einer „eindimensionalen Bekämpfung“ des Virus durch Impfungen, soll in die Stärkung und in den Schutz der Menschen investiert werden.

Ultimatum an Bundeskanzler Kurz

Von Bundeskanzler Sebastian Kurz verlangt Kickl eine eidesstatliche Erklärung: „ÖVP-Kanzler Kurz versprach, dass es in Österreich keinen Impfzwang geben wird. Was wir aber tagtäglich in verschiedenen Bereichen erleben, ist ein Impfzwang. Nachdem er unseren erst kürzlich an ihn übermittelten 5-Punkte-Fordungskatalog ignoriert hat, fordere ich ihn jetzt dazu auf, sich in einer eidesstattlichen Erklärung, die ich ihm übermitteln lasse, dazu zu verpflichten, keinen Impfzwang und keine Repressalien für Ungeimpfte einzuführen oder zuzulassen.“ Der Kanzler habe eine Woche Zeit, diese zu unterzeichnen.

Gegenwind aus der ÖVP

Die Antwort der ÖVP hat nicht lange auf sich warten lassen. „FPÖ-Chef Herbert Kickl positioniert sich einmal mehr als verantwortungsloser Impfgegner und verbreitet in seiner heutigen Pressekonferenz lieber wissenschaftsfeindlichen Unsinn anstatt zur faktenbasierten Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung beizutragen. Auch nach seinem Urlaub setzt Kickl den FPÖ-Kurs der vergangenen Monate konsequent fort, der durch maximale Destruktivität in der Pandemie-Bekämpfung geprägt ist. Mit seiner ausgereiften Impfskepsis und seinem unstillbaren Drang, möglichst vielen Menschen die Impfung mittels evidenzbefreiter Argumente auszureden, bringt Herbert Kickl nicht nur Menschenleben in Gefahr, sondern auch den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes. Offenbar ist dem FPÖ-Obmann die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher völlig egal, genauso auch ihre Arbeitsplätze und die Zukunft unseres Landes“, erklärt ÖVP-Gesundheitssprecherin Gaby Schwarz in einer Aussendung.

Autor: Patrick Deutsch, 12.08.2021