„Festzelt statt Testzelt“: Herbert Kickl stellt Führungsanspruch

Bei seiner Rede bei der traditionellen 1.-Mai-Kundgebung der FPÖ am Urfahraner Markt rechnete Herbert Kickl mit der Politik der schwarz-grünen Koalition ab und will einen freiheitlichen Kanzler stellen.
Autor: Patrick Deutsch, 02.05.2022 um 14:49 Uhr

Unter dem Motto „Festzelt statt Testzelt“ konnte die FPÖ hunderte Gäste am Urfahraner Jahrmarkt begrüßen. Gewohnt wortgewaltig rechnete Kickl mit der Poltik der Bundesregierung ab und konnte sich auch einen Seitenhieb auf die SPÖ nicht verkneifen.

Ein Unrecht nach dem anderen

Vor allem die Corona-Politik der Bundesregierung hatte es dem FPÖ-Obmann angetan. Die Regierung sei „nun schon zwei Jahre lang auf den Grund- und Freiheitsrechten der Österreicher herumgetrampelt und habe die Schönheit der Bundesverfassung mit einem Unrecht nach dem anderen entehrt“. Auch die Medien kamen bei Kickls Rede nicht gut weg. Diese hätten, angefüttert durch Inseratengeld, versucht „die Bevölkerung einer Gehirnwäsche zu unterziehen“. „Aber uns ist es mit der Unterstützung der Menschen in unserem Land gelungen, den ersten Großangriff in Sachen Impfzwang abzuwehren“, so Kickl.

Dieser Karikatur einer Bundesregierung mit einer Paarung aus Not, Elend, Korruption und Zudeckerei werden wir Freiheitliche den politischen Entzug sichern. Nächstes Jahr zur selben Zeit werden wir den 1. Mai ohne den grün-schwarzen Klotz am Bein feiern – Herbert Kickl in seiner Ansprache

SPÖ trägt Mitschuld

Neben der Kritik an der Regierung, bekam auch die SPÖ ihr Fett ab. Diese hätte Mitschuld am „großen Elend in unserem Land“. Die Sozialdemokratie orientiere sich nicht an den Arbeitern, Pflegekräften oder Polizisten, sondern an ihren Altkanzlern, die „Knechte der Oligarchen aktiv seien“ . „Die Sozialisten träumen vom Kanzleramt, dann sind sie gegen die Wand gerannt. Die Sozialisten haben sich ja sowieso schon von der Arbeiterklasse am Fließband zu Nadelstreif-Sozialisten am Golfplatz entwickelt. Da passt auch der Urlaub in St. Tropez von Rendi-Wagner gut dazu“, betonte Kickl.

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner

FPÖ als Lokomotive

Für Kickl ist die Freiheitliche Partei die einzig ernstzunehmende Oppositionspartei. Die FPÖ sei die  „Lokomotive, die Kurs und Richtung vorgibt“. „Wenn wir nicht in unserem schönen Land Verantwortung übernehmen und wieder sichere Zustände mit einem freiheitlichen Kanzler und Innenminister herstellen, macht es niemand mehr und das Erbe unserer Ahnen ist zerstört“, erklärte Kickl.

„Unser Land braucht eine saubere Politik. Deshalb ist es auch längst an der Zeit, den Bundespräsidenten Van der Bellen in den Ruhestand zu schicken.“ – Herbert Kickl kündigte einen eigenen Präsidentschaftskandidat der FPÖ an.

Gegengewicht zum linken Establishment

Die FPÖ werde einen eigenen Präsidentschaftskandidat stellen. Dieser müsse laut Kickls Vorstellung „stark, vital und beweglich sein und ein großes Herz für Österreich und seine Bevölkerung haben“. Einen konkreten Vorschlag blieb der FPÖ-Obmann aber schuldig. In der Partei gäbe es aber viele Kandidaten, die „ein Gegengewicht zum linken Establishment“ sein könnten.