Keine Masken: Harsche Kritik an Ukraine-Benefizkonzert

Die Riesenveranstaltung „We Stand with Ukraine“ generierte über 800.000 Euro an Spenden – und herbe Kritik.

Autor: Gert Damberger, 21.03.2022 um 13:26 Uhr

Der vergangene Samstag stand in Wien ganz im Zeichen des Benefizkonzerts „We stand with Ukraine“ im Ernst-Happel-Stadion. Das Programm gestalteten heimische Größen wie „Seiler & Speer“, „Wanda“, „ Pizzera & Jaus“, „Bilderbuch“ und viele mehr. 40.000 Besucher kamen, feierten und zahlten 19,91 Euro Eintritt – was eine satte Spende von 810.337 Euro für die Ukraine-Hilfe von Volkshilfe und „Nachbar in Not“ ergab.

Botschaft von Bob Geldorf

Auch die Einnahmen von Gastronomie und Merchandising gingen an die Ukraine-Hilfe. Man konnte Friedens T-Shirts kaufen, Sonnenblumen in Blau-Gelb erwerben und sich das Gesicht in den ukrainischen Nationalfarben bemalen lassen. Bundespräsident van der Bellen forderte Wladimir Putin auf, den Krieg zu beenden und "Live Aid"-Gründer Bob Geldof schickte eine aufmunternde Videobotschaft. Am Schluss geben alle Künstler gemeinsam John Lennons „Imagine“ zum Besten.

Ukraine-Benefiz-Konzert | Credit: Johannes Ehn / picturedesk.com

Nur wenige trugen Maske

Das übliche Froschkonzert der Kritik auf Twitter oder Facebook ließ nicht lange auf sich warten. Moniert wurde vor allem, dass die Besucher kaum Masken trugen, obwohl das Publikum dicht an dicht stand und Spaß hatte. „500.000 Leute sind aktuell infiziert oder in Quarantäne. Umso irritierender waren daher Livebilder vom Benefizkonzert im Wiener Stadion Samstag auf Puls 24 und ORF. 40.000 begeisterte Fans feierten die Größen der Austro-Musikszene ab, dicht an dicht, zehn Stunden lang – fast alle ohne Schutzmasken“, schimpfte Standard-Redakteur Thomas Mayer auf der Online-Seite der Tageszeitung.

Rechtlich war es wasserdicht

In der Tat wurde von den Organisatoren an die Eigenverantwortung der Konzertbesucher appelliert. „Drei G“ und Maske waren lediglich empfohlen, nicht vorgeschrieben - was aber durchaus im Einklang mit den am Wochenende (noch) geltenden Corona-Vorschriften für Outdoor-Veranstaltungen war. Kritisiert wurde das Event aber auch als „pietätlos". So meint der schon erwähnte Thomas Mayer, dass ORF-Moderator Andi Knoll nicht den richtigen Ton getroffen und sich vor allem am „Comeback der Stars“ berauscht habe. Mayer ätzt auch über den „Give Peace a Chance-Kitsch“ des Finales. Noch während der Veranstaltung twittert er das:

FPÖ spricht von „roter Heuchelei“

Während die einen das Großkonzert als „Pandemie-Booster“ oder "Corona-Party" kritisieren, nehmen es andere zum Anlass, die Abschaffung aller Corona-Regeln zu fordern. Von „roter Heuchelei“ spricht in diesem Zusammenhang Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. „Dieses Konzert wurde von der Stadtverwaltung genehmigt und fand damit auch die Zustimmung von Bürgermeister Ludwig. Gleichzeitig sind Ludwig und Gesundheitsstadtrat Hacker im Panikmodus und schränken das Leben der Wiener weiter ein.“ Nepp ortet „Scheinheiligkeit“ und fordert Wien auf, die „völlig sinnlose 2G-Regel, die Maskenpflicht und die Zwangstests“ zu beenden.