Zu viele Tote: Harte Strafen für Raser

Kampf den Verkehrsunfällen: Strafen für Raser sind ab heute drastisch erhöht.
Autor: Stefanie Hermann, 01.09.2021 um 08:08 Uhr

Seit heute, 1. September, geht es Rasern an den Kragen: Die Strafen für massive Geschwindigkeitsübertretungen wurden massiv erhöht. Änderungen gibt es auch bei der Dauer des Führerscheintzugs und der Vermerkdauer im Führerscheinregister. Die neuen Regelungen zielen vor allem auf massive Geschwindigkeitsübertretungen im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen ab, die andere Menschen in Lebensgefahr bringen. Die maximale Strafe für schwere Geschwindigkeitsübertretungen wird von 2.180 auf 5.000 Euro angehoben. Das "Raserpaket" soll gemeingefährliche Straßen-Rowdys künftig schneller aus dem Verkehr ziehen.

Die neuen Strafen im Überblick

  • Die Strafen bei Übertretungen von mehr als 30 km/h kosten künftig 150 bis 5.000 Euro (bisher 70 bis 2.180 Euro).
  • Mehr als 40 innerorts bzw. 50 km/h außerorts zu viel werden künftig mit mindestens 300 bis 5.000 Euro gehandet.
  • Bei einmaliger Übertretung von 41 bis 60 km/h im Ortsgebiet droht der  Führerscheinentzug für ein Monat weg (davor 2 Wochen).
  • Bei Wiederholung droht der Führerscheinverlust für 3 Monate.
  • Jede weitere Überschreitung wird mit 3 bis 6 Monaten Entzug geahndet.
  • Der Vermerk im Führerscheinregister bleibt 4 Jahre bestehen.
  • Tempoüberschreitungen von mehr als 80 km/h innerorts beziehungsweise 90 km/h außerorts gelten als "unter besonders gefährlichen Verhältnissen" begangen und werden zudem mit einem Fahrverbot von 6 Monaten geahndet. 

Kritik und weitere Nachschärfungen

Generell wird die Verschärfung der Maßnahmen von Experten als längst überfällig begrüßt.  Dennoch gebe es deutlichen Nachbesserungsbedarf, wie Experten kritisieren. Allein im 1. Halbjahr 2021 sind in Österreich 147 Menschen bei Vekehrsunfällen ums Leben gekommen. Häufigste Ursache: zu schnelles Tempo. Geringere Tempoüberschreitugnen würden noch immer nicht stark und konsequent genug geahndet werden. Zudem würden in einem Bundesland verhängte Sanktionen in einem anderen nicht aufscheinen. Wiederholte Verkehrsünder seien damit schwerer zu greifen. Auch Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) drängt auf die Einführung eines zentralen Verkehrsregisters.

Österreich hinkt international nach

Im internationalen Vergleich ist der österreichische Strafenkatalog verhältnismäßig mild ausgestaltet. Hierzulande würde zwar stärker kontrolliert, aber weniger konsequent gestraft werden, wie auch Gewessler bestätigt. Städte wie Paris gehen unterdess rigoros gegen Verkehrsunfälle vor. In der französischen Hauptstadt gilt seit dieser Woche - wie auch in Spanien und Brüssel - Tempo 30 im gesamten Ortsgebiet. Auch eine mögliche Fahrzeugbeschlagnahmung bei illegalen Straßenrennen sowie ein zentrales Verkehrsregister könnten zu künftigen Maßnahmen zählen.