Friedensnobelpreis 2022 - ein Statement gegen die Diktatur

Ausgezeichnet werden heuer der weißrussische Menschenrechtsaktivist Ales Bialiatski, die russische Organisation „Memorial“ und eine ukrainische NGO.
Autor: Gert Damberger, 07.10.2022 um 11:50 Uhr

Der Friedensnobelpreis 2022 geht an den Menschenrechtsaktivisten Ales Bialiatski aus Weißrussland, die Organisation Memorial in Russland und die ukrainische Menschenrechtsorganisation „Zentrum für bürgerliche Freiheiten“, das teilte das norwegische Nobelkomitee vor kurzem in Oslo mit. Bialiaski gilt als einer der prominentesten Dissidenten. 1996 gründete er die Menschenrechtsorganisation "Wjasna" (Frühling). Im Zuge der Proteste gegen das Regime von Staatschef Alexander Lukaschenko nach der belarussischen Präsidentenwahl im Jahr 2020 wurde er im Juli 2021 festgenommen und ist seither in Haft. Die ukrainische NGO „Zentrum für bürgerliche Freiheiten“ wurde 2013 im Zusammenhang mit den Euromaidan-Protesten in Kiew bekannt, wo sie Rechtshilfe für Opfer staatlicher Willkür organisierte. Im Westen am bekanntesten ist die in Russland mittlerweile verbotene Organisation "Memorial", die sich für die Aufarbeitung von Stalins Verbrechen einsetzt.

Heuer gab es 343 Nominierte

Für den bedeutendsten Friedenspreis der Welt gab es heuer 343 Kandidatinnen und Kandidaten, darunter auch 92 Organisationen. Die Liste der offiziell Nominierten wird traditionellerweise nicht veröffentlicht. Preisträger des Jahres 2021 waren die Journalisten Maria Ressa (Philippinen) und Dmitri Muratow (Russland), die für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit ausgezeichnet wurden. 2020 wurde er an das „World Food Programme“ der Vereinten Nationen verliehen. Der Friedensnobelpreis wird nicht wie alle anderen Nobelpreise in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo vergeben. Dotiert ist er mit 920.000 Euro.