Omikron-Welle schwächt sich stark ab

Die Neuinfektionen pro Tag sind unter 10.000 Fälle gefallen. Auch Hospitalisierungen und Todesfälle gehen aktuell zurück.
Autor: Gert Damberger, 11.04.2022 um 16:08 Uhr

Die aktuellen Zahlen liefert immer das Ministerium. Heute (Stand 11 Uhr) sank die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden auf 8.033 gemeldete Fälle, somit sinkt die Maßzahl der Sieben-Tages-Inzidenz österreichweit auf 1.066. Weniger als 10.000 Neuerkrankungen gab es zuletzt am 8. Jänner. Damals zeigte die Infektionskurve mit der immer mehr dominierenden Omikron-Variante nach oben, jetzt geht sie nach unten.

Epidemiologische Kurve Österreich

Höchste Inzidenz in NÖ, tiefste in Tirol

Das lässt sich gut am Dashboard der AGES verfolgen. Wurde am 1. April noch eine Inzidenz von 1.969 gemeldet, so ist sie mit Stand 9. April auf 1.161 Fälle gesunken. Aufschlussreich ist auch der Bundesländervergleich. Niederösterreich, Wien und Burgenland liegen in puncto Inzidenz weit oben - bei über 1.400 Fällen. Im Vergleich dazu ist die Inzidenz in Tirol und Kärnten (802 bzw 830) wie auch in den restlichen Bundesländern sehr niedrig.

Inzidenz nach Bundesländern | Credit: AGES

Krankenhausaufenthalte nehmen ab

Es könnte daran liegen, dass in Wien, Niederösterreich und Burgenland noch mehr getestet wird. Aber die Hauptursache für die Rückgänge der gemeldeten Infektionen kann das seit April geltende neue Testregime (nur mehr fünf freie Tests pro Monat) nicht sein, denn auch die Hospitalisierungen gehen bundesweit zurück. Weniger spektakulär, aber dennoch mit eindeutiger Tendenz nach unten. Lagen am 30. März noch 2.999 Covid-Patienten auf den Normalstationen, waren es am 5. April nur mehr 2.739. Am 10. April sank die Zahl auf 2.316.

Intensivpatienten und Todesfälle

Parallel dazu nimmt auch die Zahl der schwer erkrankten Covid-Patienten auf den Intensivstationen ab, von 237 per 30. März auf 191 Patienten am 10. April. Das ergibt eine aktuelle Belegung der gesamten Intensivkapazitäten von 9 Prozent. Gottlob nehmen auch die täglich gemeldeten Todesfälle ab. Deren Zahl lag am 1. April noch bei 42, zuletzt gab es am 9. April nur mehr fünf Todesfälle.

 

Todesfälle Corona | Credit: AGES

Ist Omikron jetzt harmlos geworden?

Wenn sowohl die Zahl der Spitals- wie auch der Intensivpatienten immer weiter abnimmt – heißt das, dass die Pandemie schön langsam auf die vergleichsweise geringere Gefährlichkeit einer Influenzawelle herabsinkt? Also das ist, womit sie „Querdenker“ oder andere Maßnahmenkritiker gleichgestellt haben wollten? Einer der profundesten Analytiker des Pandemiegeschehens ist der Statistiker Helmut Küchenhoff von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er beziffert die Todesrate bei Omikron auf 0,1 Prozent (bei der Delta-Variante lag sie bei einem Prozent) „Harmlos“ sei das aber keineswegs, sagt Küchenhoff, eher wie die Todesfälle durch eine „schwere Grippewelle“.