Corona gegen Klima - das ist Brutalität

Die Lage ist besch… ¬ aber nicht hoffnungsvoll. Die Menschheit steckt fest zwischen einem todbringenden Virus auf der einen Seite und der drohenden Apokalypse durch den Klimawandel auf der anderen Seite. Da ist es nur verständlich, dass wir, um ein klareres Bedrohungsbild zu bekommen, nach Einordnung lechzen. Was ist also gefährlicher: das Virus oder der Temperaturanstieg? Viele werden jetzt sagen, ich sei kindisch, wenn nicht gar blasphemisch, und ein derartiger Vergleich sei blödsinnig. Aber so sind wir halt. Wir wollen immer wissen, wer der schnellste Läufer, der höchste Springer und der weiteste Werfer ist. Schließlich möchten wir etwas bejubeln, jemandem nacheifern oder wie in diesem Fall: etwas fürchten. Also ist es nur logisch und konsequent, dass wir auch beim Thema Angst eine Hitliste erstellen.

Bemerkenswertes Comeback

Nun, im Frühsommer, als die Coronazahlen tief unten waren, schien es, als könnte der Klimawandel das Virus endgültig vom Thron stoßen. Jetzt, wo es Richtung Herbst geht, schlägt Covid aber gnadenlos zurück und setzt sich einmal mehr an die Spitze der Angst-Hitparade. Das Virus ist halt doch näher und unmittelbarer. In den nächsten fünfzig Jahren hingegen, da kann noch viel passieren. Und mich wird der Klimawandel vielleicht gar nicht treffen. Wohn eh auf einem Hügel – was soll mir da ein Hochwasser schon anhaben. Und Hitze mag ich sowieso, brauch ich nicht mehr in den Süden fahren. So sagen viele. Aber das Virus, ja, da kenn ich einige, die es richtig böse erwischt hat.

Lust an der Angst

Das Schöne an der Angst ist, dass wir dabei auch eine gewisse Lust empfinden. Denken Sie nur an Horrorfilme oder eine Achterbahn. Angst ist also nicht nur negativ besetzt, sie scheint vielmehr ein unverzichtbarer Teil von uns zu sein. Freilich dachten wir, dass die Wissenschaft in der Lage sei, die meisten Ängste zu verscheuchen. Aber zum Glück gibt es dann doch immer wieder neue Bedrohungen. Wir taumeln quasi von Bedrohung zu Gefahr und in der Gefahr verschmachten wir nach Bedrohung – hätte Goethe formuliert.

Niemand mag RB Salzburg

Ich persönlich präferiere übrigens den Klimawandel. Nicht weil ich ihn tatsächlich für gefährlicher halte, sondern weil ich schon immer auf der Seite des Underdogs gestanden bin. Verlierer sind halt irgendwie sympathischer. Niemand mag RB Salzburg, aber jeder hat Sympathien für Admira Wacker. Da können die Salzburger noch so oft Meister werden.

Autor: Robert Eichenauer, 15.08.2021