Rechts und wissenschaftsfeindlich: Das sind die Corona-Demonstranten

Eine kleine Minderheit unterstützt die Corona-Demos. Diese ist tendenziell rechts, esoterisch und wissenschaftsfeindlich. Das zeigt eine neue Studie.
Autor: Stefanie Hermann, 25.12.2021 um 07:57 Uhr

Es ist ein bunter Haufen, den man da mittlerweile fast wöchentlich auf den Corona-Demos des Landes trifft: Rechte Recken marschieren mit Esoterikanhängern und Hooligans, dazwischen die Antifa. Besorgte Eltern fordern, ihre Kleinen am Arm tragend: "Finger weg von unseren Kindern". Teile des Gesundheitspersonals demonstrieren gegen die Impfpflicht. Menschen, die ihrem Unmut mit dem Corona-Management der Regierung bzw. der Regierung selbst Luft verschaffen wollen und solche, die die Corona-Demos als willkommenen Volksfest-Ersatz feiern.

Minderheit unterstützt Demos

Rund 17 Prozent der in Österreich lebenden Menschen unterstützen die Corona-Demos. Das zeigt die aktuelle Analyse des Austrian Corona Panel Projects der Uni Wien. Seit Pandemiebeginn werden regelmäßig Befragungen durchgeführt. Trotz weiterer Lockdowns, Beschränkungen und einem verschärften Kurs Ungeimpften gegenüber hat sich die Zustimmung zu den Demos kaum geändert. Ein starkes Drittel der Befragten ist der Meinung, dass die Demos grundsätzlich erlaubt sein sollten. Aber nur halb so viele unterstützen die Proteste auch. Und sie zeigt noch etwas: Das Profil der Demo-Unterstützer spricht eine klare Sprache.

Demonstranten tendenziell rechts

Wie aus den Berfragungen hervorgeht, weisen sie im Großteil eine Nähe zu rechten Parteien auf. Diese sind in den vergangenen Monaten verstärkt auch als Veranstalter aufgetreten. Die meisten Demo-Unterstützer werden bei der nächsten Wahl voraussichtlich der neuen impfkritischen Partei MFG bzw. der FPÖ ihre Stimme geben (82 bzw. 50 Prozent). Nichtwähler bzw. Nicht-Wahlberberchtigte machen 21 Prozent aus.

Verschwörungs- trifft Eso-Szene

Nicht nur das politische Spektrum lässt auf den Hintergrund der Demos schließen. "An Stelle von Wissenschaft tritt bei dieser Gruppe der Glaube an Spiritualität und Homöopathie", halten die Autoren fest. 54 Prozent der Demo-Unterstützer sind dafür, dass "wir uns mehr auf den gesunden Menschenverstand und weniger auf wissenschaftliche Studien verlassen sollten" (Nicht-Unterstützer: 17 Prozent). Außerdem sind 57 Prozent der Demo-Unterstützer der Ansicht, dass Wissenschafter "mit Politik und Wirtschaft unter einer Decke stecken" (Nicht-Unterstützer: 18 Prozent). Gleichzeitig glauben Demo-Befürworter der Befragung zufolge öfter (eher) an ein Leben nach dem Tod oder an die pseudowissenschaftliche Behandlungsmethode Homöopathie (jeweils 60 Prozent gegenüber 40 bzw. 43 Prozent bei Nicht-Befürwortern).