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Finanzminister Markus Marterbauer präsentiert im Nationalrat das neue Budget 2027/28 und kündigt einen strikten Sparkurs an.
Finanzminister Markus Marterbauer präsentiert im Nationalrat das neue Budget 2027/28 und kündigt einen strikten Sparkurs an.
APA-Images / APA / HELMUT FOHRINGER

Marterbauer packt aus: Budget ohne Polster

10.06.2026 um 10:27, Stefanie Hermann
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Finanzminister Markus Marterbauer präsentiert in seiner Budgetrede das neue Doppelbudget. Mit einem harten Sparkurs soll das Defizit gesenkt werden.

Die Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat im Nationalrat begonnen. Mit dem neuen Budget für 2027 und 2028 legt die Bundesregierung ihren Kurs zur Sanierung der Staatsfinanzen fest. Ziel ist es, das Defizit bis 2028 wieder unter die EU-Grenze von drei Prozent des BIP zu bringen.

Bereits zu Beginn macht Marterbauer die Lage deutlich: „Ich werde Ihnen nichts vormachen, die Zeiten sind ernst.“ Österreich stehe weiter vor schwierigen wirtschaftlichen Jahren.

Defizit soll sinken, Schulden steigen weiter

Das Budget sieht eine schrittweise Reduktion des Defizits vor. Nach aktuell rund 4,2 Prozent soll es 2027 auf 3,5 Prozent und 2028 auf drei Prozent sinken. Damit will Österreich das EU-Defizitverfahren verlassen.

Gleichzeitig steigt die Schuldenquote weiter an und erreicht laut Prognosen bis zu 85 Prozent der Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren. Trotz Sparmaßnahmen bleibt die finanzielle Lage angespannt.

Sparpaket und Investitionen parallel geplant

Die Regierung setzt auf einen doppelten Ansatz im Budget: Einerseits wird konsolidiert, andererseits investiert. Insgesamt sind rund fünf Milliarden Euro vorgesehen. Davon entfallen jeweils rund 2,5 Milliarden Euro auf Einsparungen und Offensivmaßnahmen. Marterbauer spricht von vier zentralen Stoßrichtungen:

  • Sanierung des Staatshaushalts
  • gezielte Investitionen etwa in Bildung und Pflege
  • Sicherung des Pensionssystems
  • Reform der Abgabenstruktur

„Wir müssen das Budget weiter sanieren und setzen gleichzeitig Akzente“, betont der Finanzminister.

Budget: Belastungen für Bevölkerung und Unternehmen

Das neue Budget bringt Einschnitte für mehrere Gruppen. Pensionen werden auch 2027 und 2028 unter der Inflationsrate angepasst. Familienleistungen bleiben eingefroren und auch Arbeitnehmer leisten Beiträge über Änderungen bei Abgaben. 

Den größten Anteil tragen laut Regierung Unternehmen, Banken und staatsnahe Betriebe. Gleichzeitig plant die Regierung Entlastungen wie die Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028.

Budget ohne Puffer: Unsicherheit bleibt hoch

Das Budget enthält keinen finanziellen Spielraum für unerwartete Entwicklungen. Marterbauer spricht selbst von einem „Budget ohne Polster“.

Konjunkturentwicklung sowie internationale Krisen gelten als größte Unsicherheitsfaktoren für die Budgetplanung. Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt damit ein entscheidender Faktor für den weiteren Budget-Pfad.

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