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Walter Ruck bei einer Rede vor WKÖ-Logo im Hintergrund, im Fokus der aktuellen Debatte um umstrittene Aussagen und Rücktrittsforderungen
WKÖ-Präsident Walter Ruck steht nach neuen Aussagen und veröffentlichten Zitaten zunehmend unter Druck.
WKÖ-Präsident Walter Ruck steht nach neuen Aussagen und veröffentlichten Zitaten zunehmend unter Druck.
APA/EVA MANHART

Walter Ruck: „Degeneriert“ – Neue Aussagen heizen Debatte an

21.07.2026 um 11:00, Stefanie Hermann & APA, Red
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Neue Aussagen bringen WKÖ-Präsident Ruck unter Druck. Rücktrittsforderungen werden lauter, Politik fordert Aufklärung und reagiert scharf.

Neue mutmaßliche Aussagen von Walter Ruck, die "profil" und "Krone" am Montagabend veröffentlicht haben, feuern die Debatte um den Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten weiter an. So soll Ruck sich in einem Privatgespräch wenig schmeichelhaft über Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer (ÖVP) und den Obmann der Industriesparte in der Bundes-Wirtschaftskammer (WKÖ), Siegfried Menz, geäußert haben. Am Montag hatte WKÖ-Chefin Martha Schultz Ruck einen Rücktritt nahegelegt.

Gesprächsprotokoll bringt Walter Ruck in Bedrängnis

Am Freitag hatten "profil" und "Krone" bereits erste Aussagen aus einem mutmaßlich vertraulichen Gesprächsprotokoll veröffentlicht. Demnach soll Ruck offen über Postenschiebereien und Machtspiele in der eigenen Partei (ÖVP; Anm.) gesprochen und zudem sexistische Äußerungen über Frauen getätigt haben. Laut den neuesten Publikationen soll er Menz (ehemaliger Chef der Ottakringer Brauerei; Anm.) sowie andere nicht namentlich genannte Industrievertreter aus Oberösterreich scharf kritisiert haben. Diese hätten bei Diskussionen über die Kammerumlage 2 "gescheit dahergeredet, vom Kaviar-Frühstück kommend". Hattmannsdorfer habe Ruck weiters als vom Typ "Sachbearbeiter und Vorstandsassistent" tituliert. Dieser müsse aus seiner Rolle als "Obersachbearbeiter dieser Regierung" rauskommen.

Rücktrittforderungen mehren sich

Die neu veröffentlichten Zitate dürften auch den Druck auf Ruck erhöhen, der sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert sieht. Diese kommen unter anderem vom Industriellen Stephan Zöchling, der seine Forderung nun mit einer Unterschriftensammlung untermauern will. "Was diese Protokolle zeigen, ist kein Ausrutscher. Das ist die Geisteshaltung des Kammer-Kaisers Walter Ruck", teilt Zöchling in einer Aussendung mit. Für Ruck wohl brisanter: Am Montag hagelte es massive Kritik von WKÖ-Chefin Martha Schultz. Rucks Aussagen "entsprechen in keiner Weise unserem Weltbild noch unserer Kultur, wie Entscheidungen getroffen werden". Sie, Schultz, gehe davon aus, dass Ruck Schaden von der Kammer abwenden wolle und "die richtigen Schritte setzen wird", legte sie ihm wenig verhüllt einen Rücktritt nahe.

Stocker fordert Aufklärung

Die mutmaßlichen Enthüllungen haben auch die Politik auf den Plan gebracht. Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker forderte am Montag Aufklärung. "Die medial kolportierten Aussagen sind zutiefst irritierend und widersprechen dem Frauenbild und Politikverständnis der Volkspartei", teilte er mit. Die Opposition spannt den Bogen auch zur Volkspartei, deren Mitglied Ruck ist. "Was wir hier erleben, ist keine private Entgleisung, sondern ein Sittenbild der schwarzen Machtzirkel", sagt FPÖ-Chef Herbert Kickl am Dienstag in einer Aussendung. Laut dem von "profil" und "Krone" zitierten Protokoll soll Ruck sich u.a. dafür eingesetzt haben, dass einer seiner Söhne einen ÖVP-Listenplatz bei der Wien-Wahl erhält. Zudem soll er sich bei Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig für den ÖVP-Politiker Manfred Juraczka stark gemacht haben, damit dieser zweiter Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur werde. "Öffentliche Funktionen dürfen nicht in Weinkellern, Hinterzimmern oder auf Skiurlauben vergeben werden", kritisierte am Freitag auch die Grüne stellvertretende Klubobfrau Sigrid Maurer.

Rückendeckung für Ruck

Rückendeckung erhielt Ruck dafür aus den Reihen der Wiener Wirtschaftskammer (WKW). So widersprach WKW-Vizepräsidentin Kriz-Zwittkovits der Darstellung, dass sie auf Rucks Befehl hin auf eine Kandidatur bei der Wien-Wahl verzichtet habe, um Platz für seinen Sohn zu machen. Aus einer Whatsapp-Kommunikation, die der APA vorliegt, von WKW-Direktor Florian Kollenz an Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertreter, geht hervor, dass man sich den Präsidenten Ruck "sicher nicht herausschießen lassen" wolle.

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