"Grausamer Tod": Minister bittet um Entschuldigung

Die Mafia aus dem Balkan kennt keine Ländergrenzen: Mitten in der österreichischen Hauptstadt hatte im Dezember 2018 ein Clanmitglied einen tödlichen Anschlag ausgeführt. Das Opfer war  Mitglied der konkurrierenden montenegrinischen "Familia" Kovacian. Dieser Mafia-Bande gehörte auch Dario D. an, wegen mehrfacher Morde in Serbien international gesuchter Schwerkrimineller.

Schlag gegen Balkan-Banden

Mit der Verhaftung zahlreicher Bandenmitglieder, darunter der untergetauchte Dario D.,  war der Wiener Polizei im Juni ein echter Coup gelungen. Die Taten, die bei den darauf folgenden Ermittlungen ans Tageslicht kamen, sind unerträglich grausam. 

Aufnahme des Lugeck im 1. Wiener Bezirk

Geschockter Minister

"Niemand hat es verdient, sein Leben auf so grausame Weise beenden zu müssen." Das sagte Serbiens Innenminister Aleksandar Vulin jetzt vor der heimischen Presse. Gleichzeitig entschuldigte er sich bei den Angehörigen der Mafia-Opfer.

Das ging der Entschuldigung voraus

Zuvor war Vulin so wie unzählige weitere Zuschauer Zeuge von authentischem Bildmaterial geworden, das  von der  serbischen Medienplattform Pink verbreitet wurde. Diese Fotos und Videos, Beweise aus Messenger-Nachrichten der aufgeflogenen Bandenmitglieder, zeigen das abscheuliche "Business" der Mafia: gefolterte, geköpfte, ermordete Menschen - und gleich daneben die grinsenden Täter. Unfassbar, aber wahr: Auch in Wien soll es zu solchen Szenen gekommen sein. So ist laut Ermittlungen ein Clan-Mitglied, das der Abkehr von der Bande verdächtigt worden war, in Ottakring tagelang gefoltert worden. 

 

Panorama der Hafenstadt Kotor in Montenegro

Wie die mexikanischen Kartelle 

Als Hauptsitz des Kavački-Clan gilt die Hafenstadt Kotor in Montenegro, ein Umschlagplatz für Kokain aus Südamerika. Am Balkan herrschen beinahe mexikanische Verhältnisse: 40 Menschen sollen beim Kampf um die Vorherrschaft zwischen verschiedenen Clans schon getötet worden sein, ob bei Schießereien, Bombenattentaten oder durch Folter. "Mitarbeitern" von Clan-Chef Radoje Z. (38) werden die meisten der Gräueltaten auf den geleakten Bewesibildern zugerechnet. 

Das Logo des Carte de Sinaola
Autor: Andrea Schröder, 26.07.2021