Affenpocken: EU bestellt 110.000 Impfdosen

In Europa grassieren nach Corona die Affenpocken. Die EU leitet Maßnahmen ein.
Autor: Stefanie Hermann, 15.06.2022 um 13:48 Uhr

Gegenwärtig kämpft Europa mit einem Ausbruch der Affenpocken. Die EU hat nun 110.000 Impfdosen Imvanex gegen das Virus bestellt, wie EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte. Nach Angaben des dänischen Herstellers Bavarian Nordic könnte die Lieferung sofort beginnen. Deutschland und Spanien haben unterdessen separate Bestellungen beim Pharmakonzern aufgegeben.

 

Impfstoff noch nicht zugelassen

Der Impfstoff Imvanex wird gegen Pocken eingesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat kürzlich bekanntgegeben, dass sie die Zulassung auf Affenpocken erweitern könnte. In den USA ist der Einsatz  des Vakzins dafür bereits zugelassen.

Wer zuerst geimpft wird

Italienische Forscher haben kürzlich Hinweise gefunden, dass das Virus sexuell übertragbar ist."Das ist keine Krankheit, die die Öffentlichkeit besorgt machen sollte. Es handelt sich nicht um Covid", betont WHO-Expertin Sylvie Briand. Da das Vakzin nur bergrenzt verfügbar ist, wird der Einsatz nur eingeschränkt empfohlen. Zu Risikogruppen zählen Erwachsene, die Kontakt zu Infizierten hatten, sowie Männer die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partern haben. 

Fallzahlen steigen weltweit

In Österreich sind aktuell vier Fälle offiziell bekannt. Weltweit wurden bislang 1.300 Fälle außerhalb afrikanischer Länder registriert, die WHO rechnet mit einem weiteren Anstieg. Was wenig klingt, lässt dennoch aufhorchen: Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch galt lange Zeit als schwierig bis unmöglich. Neue Mutationen und Forschungsergebnisse geben jetzt Grund zur Annahme, dass der Virus von Mensch zu Mensch überspringt. Die WHO geht dennoch davon aus, dass die meisten Fälle mild verlaufen. Ein Höheres Risiko für einen schweren Verlauf hätten jedoch Schwangere, Kinder und Menschen mit einem schwachen Immunsystem.

WHO ruft Notfallausschuss ein

Die Gesundheitsorgansisation ruft wegen der Affenpocken-Fälle den Notfallausschuss ein. Ein Expertenrat entscheidet, ob es sich wie beim Coronavirus um eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" handelt.