Achtung, Abzocke! So erkennen Sie Fake-Ferienhäuser im Netz

Wunderschöne Bilder, Meerblick und ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis – gerade jetzt sollte man bei solchen Ferienhäuser-Angeboten in klassischen Urlaubsdestinationen aufpassen. Verbraucherschützer schlagen Alarm und warnen vor dubiosen Buchungsplattformen. Unter den Anbietern von Fincas, Apartments und Co tummeln sich viele Kriminelle, die nur eines im Sinn haben: Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das Problem dabei: Die gefälschten Webseiten und Angebote sind teils hochprofessionell aufgebaut und von echten Buchungsplattformen kaum zu unterscheiden. Auf der Seite von „Watchlist Internet“, die sich der Aufdeckung von Internet-Betrug, Fallen & Fakes im Netz verschrieben hat, werden gemeldete betrügerische Portale gelistet, ebenso vom Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA).

Achtung, hier sollten Sie keinesfalls buchen!

Betrügerische Portale sollen unter anderem sein (Auszug):

  1. ferienhauspartner.co
  2. fewopartner.co
  3. holidaypartner.co
  4. ferienpartner.co
  5. traumfincas-mallorca.de
  6. maldives-hotelsresorts.com
  7. viennaapartments.org

Dort werden mitunter Immobilien angepriesen, die tatsächlich existieren, jedoch anderen Vermietern gehören, die nichts von diesen Portalen wissen. „Auf dieser Seite werden Häuser angeboten, deren Eigentümer nun den Betrug in der Geschäftsstelle des VDFA angezeigt haben. Es handelt sich um mehrere Ferienhäuser an der Ostsee (u.a. Usedom), deren Fotos von anderen Webseiten entwendet und für betrügerische Vermietungen verwendet wurden. Es haben sich auch bereits geschädigte Urlauber bei uns gemeldet“, heißt es beispielsweise auf der Webseite des VDFA.

Fake-Ferienhäuser erkennen | Credit: iStock.com/PaulPaladin

Wie erkennt man Fake-Ferienhäuser?

  1. Prüfen Sie das Impressum auf Vollständigkeit. Ist der Firmensitz, die UID-Nummer und eine Telefonnummer angeben? Wenn nicht, handelt es sich womöglich um Betrüger.
  2. Eine Finca mit Pool, fünf Zimmern, zwei Badezimmern, riesiger Terrasse und Flatscreen um 700,– Euro die Woche? Scheint ein Angebot besonders verlockend und zu perfekt, ist es wahrscheinlich ein Fake.
  3. Seriöse Anbieter verlangen in der Regel keine vollständige Vorauszahlung per Bank oder gar bar via Western Union, Money Gram und ähnlichem – höchstens eine Anzahlung.
  4. Überweisen Sie am besten per Kreditkarte oder PayPal – im Falle eines Betrugs kann man sich das Geld so am ehesten wieder zurückholen.
  5. Checken Sie zusätzlich, ob Anbieter und Kontoinhaber übereinstimmen. Aufhorchen sollte man zum Beispiel, wenn sich das Ferienhaus auf Mallorca befindet, das Geld aber in ein anders Land überwiesen werden soll. 
  6. Überprüfen Sie auf Google Maps, ob die angegebene Adresse auch wirklich existiert. Mit Street View können Sie zusätzlich einen Blick auf das Objekt werfen.
  7. Im Zweifelsfall können Sie den Vermieter direkt anrufen – ist er nie erreichbar, verzichten Sie auf die Buchung.
  8. Suchen Sie nach Erfahrungsberichten und Bewertungen zur Buchungsplattform im Netz – so stoßen Sie meist gleich auf Warnungen, falls es sich um kriminelle Machenschaften handelt.
  9. Bei Airbnb ist es wichtig, für Buchungen und Kontaktaufnahme nur die Webseite airbnb.com zu nutzen. Potenzielle Betrüger versuchen häufig, über alternative Emailadressen oder über soziale Netzwerke zu kommunizieren.
  10. Haben Sie bereits gebucht und gezahlt, der Anbieter ist aber nicht mehr erreichbar? Dann sollten Sie zur Polizei gehen. Dass ein Betrug vorliegt, ist in diesem Fall wahrscheinlich. Melden Sie den Vorfall dem Verbraucherschutz, um weitere Betrügereien zu vermeiden.
Autor: Simone Reitmeier, 04.06.2021