Urlaub 2022: Drücken die äußeren Umstände aufs Budget?

Österreich will raus! Die Reisefreudigkeit der Österreicher für das heurige Jahr ist groß. 84 Prozent haben bereits einen Urlaub für die kommenden Monate geplant. Es werden mehrere kurze Urlaube organisiert, als ein langer. 18 Tage nehmen sich die Österreicher laut Ruefa Reisebarometer 2022 heuer im Durchschnitt eine Auszeit. Der Stellenwert des Urlaubs hat für die Österreicher wieder enorm zugenommen. Doch: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass von der allgemeinen Preissteigerung auch der Urlaub betroffen sein wird. Wer sparen will, sollte jetzt noch rasch buchen“, so Helga Freund, Geschäftsführung Ruefa. Denn der Trend des Frühbuchens setzt sich weiterhin fort. Ein Viertel der Befragten gibt an maximal 500 Euro für den Urlaub zu verplanen. Im Durchschnitt gibt der Reisende – 2/3 der Befragten - 1.550 Euro pro Person aus, lediglich 14 Prozent sind gewillt zwischen 1.500 und 2.000 Euro auszugeben und 8 Prozent urlauben für mehr als 3.000 Euro“, weiß Freund. Das Budget liegt damit um 70 Euro unter dem Wert von 2020.

O sole mio!

Hausmeisterstrand und mediterrane Kulinarik stehen für viele Österreicher heuer am Plan. Das Urlaubsreiseziel 2022 ist Italien. Gefolgt von Kroatien und Deutschland. Auch Reisen in die USA sind wieder im Kommen, da die Einreisebeschränkungen seit Dezember 2021 wieder aufgehoben sind. Die klassischen Fernreisen geraten ins Hintertreffen. Nur jeder Fünfte plant heuer eine, vor der Krise waren dies noch 28 Prozent. Nach den USA folgen im Beliebtheitsranking Thailand, die Malediven, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Dominikanische Republik. Australien und Neuseeland verlieren deutlich, trotz mittlerweile Öffnungen nach der Pandemie. Generell gilt: Die Österreicher fahren ab auf Europa (75 Prozent verbringen ihren Urlaub in der EU) und auf Österreich (76 Prozent machen Urlaub in Österreich). Hierzulande profitieren von diesem seit Jahren starkem Trend vor allem die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Salzburg.

Nachhaltiges Reisen boomt

Anfang Februar war noch das eigene Auto für Reisen ins benachbarte Italien oder Kroatien fest in Planung. 66 Prozent würden das Auto zur Anfahrt in den Urlaub nutzen. Im Vergleich dazu waren es 2020 nur 49 Prozent. Doch aufgrund der hohen Treibstoffpreise werden dies wohl viele Reisende wieder überdenken sind sich die Experten einig. Einen Aufschwung erlangt die Bahn (+ von 7 Prozentpunkten) und der Bus. Immer stärker werden auch Wohnwagen und damit Campingreisen. Sie verzeichnen ein Plus von 2 Prozentpunkten.

Neben einer klimafreundlichen Anreise steigt auch der Trend zu einem nachhaltigen Urlaubsgesamtpaket. 55 Prozent, um 10 Prozent mehr als vor der Krise, legen bei Buchungen darauf wert. Dabei sind Werte wie das Sozialleben im Land, Naturschutz oder eine starke regionale Wirtschaft ausschlaggebend. „Es geht hier klar hin zu einem respektvollen Urlaub. Diese Schiene wollen wir als Anbieter auch zusätzlich unterstützen. Gemeinsam mit Partnerunternehmen aus Hotellerie, Gastronomie oder der Freizeitbranche wollen wir maßgeschneiderte Angebot für diese starke Nachfrage anbieten“, sagt Michele Fanton, Geschäftsführung Ruefa. 57 Prozent sind auch gewillt mehr für einen nachhaltigen Urlaub auszugeben.

Experten wissen mehr

Die Corona-Pandemie mit all ihren unterschiedlichen Gesetzen und Regelungen in den Ländern dieser Erde, die generelle Situation vor Ort, die medizinische Versorgung und viele Sorgenfalten mehr, räumen die Experten im Reisebüro aus. Ruefa hat eigenen Angaben nach das dichteste Filialnetz in Österreich. Dennoch wurden während der Pandemie 25 Standorte geschlossen. Mehr als ein Viertel bucht den Urlaub heuer wieder im Reisebüro, mehr als jeder Fünfte vertraut auf die Detailplanung und 11 Prozent holen im Reisebüro Erstinformationen über Destinationen ein. „Wir sehen ein großes Bedürfnis nach Flexibilität und Sicherheit. Unsere Mitarbeiter sind tagesaktuell gebrieft, intensiv geschult, haben den besten Überblick und sind auch während der Reise als Ansprechpartner da“, sagt die Geschäftsführung.

Autor: Verena Schwarzinger, 29.03.2022