„All you need is…“ Tipps vom Lovecoach

weekend.at: Frau Hummelbrunner, heute ist Valentinstag. Wie verbringt ein Lovecoach den internationalen Tag der Liebe?

Hummelbrunner: An diesem speziellen Tag helfe ich mit, das Liebesvirus zu verbreiten. Mit der „Anbandlerei“ haben wir eine Veranstaltung in der Panzerhalle – das „Valentinstag-Special“. Wie schön wäre es doch, wenn man sich genau am Tag der Liebe kennenlernt. Privat feiere ich den Tag mit meinen Liebsten zu Hause und kleinen Geschenken.

weekend.at: Welche Erfahrungen haben Sie selbst in und mit der Liebe gemacht?

Hummelbrunner: Ich hatte drei sehr lange Beziehungen in meinem Leben, die alle sehr schön waren, aber nach Jahren doch auseinander gingen. Eine toxische Beziehung war schließlich der Grund für meine Coaching-Ausbildungen. Dabei habe ich gelernt, dass Muster, Kindheits-Prägungen und Glaubenssätze einen großen Anteil daran haben, wenn eine Beziehung nicht klappt.

weekend.at: Wann ist eine Beziehung toxisch?

Hummelbrunner: Wenn meine Bedürfnisse nicht erfüllt werden und meine Liebe nicht erwidert wird. Man ist nicht auf Augenhöhe, sondern ein Partner unterdrückt, manipuliert, kontrolliert und macht den anderen emotional abhängig. Nicht nur psychische, sondern auch körperliche Gewalt ist oft im Spiel. Man wird durch Erpressung und Machtspiele kleingehalten.

In einer toxischen Beziehung wird man durch Erpressung und Machtspiele kleingehalten.

weekend.at: Was braucht es aus Ihrer Sicht für eine schöne, gesunde und vor allem dauerhafte Beziehung? Einen Fahrplan für die Liebe – gibt es den überhaupt?

Hummelbrunner: Selbstliebe, Geben, Nehmen, Heilung, Loslassen, Selbstwert, Wahrhaftigkeit und Risiko – eine gute Mischung aus diesen acht Punkten ist besonders erfolgsversprechend für eine glückliche Beziehung. Und natürlich der Wille, einen Weg gemeinsam zu gehen. Wer genaueres zu diesen Faktoren wissen möchte, dem lege ich meinen Blog-Artikel „Anleitung für die Liebe“ ans Herz.

Claudia Hummelbrunner | Credit: Simon Würtinger

weekend.at: Wer kommt zu Ihnen, eher Singles oder auch Paare?

Hummelbrunner: Ich bin kein Paartherapeut. Zu mir kommen hauptsächlich Einzelpersonen, die entweder in einer Partnerschaftskrise stecken oder die sich persönlich weiterentwickeln möchten. Denn wer sich selbst schätzt, achtet und liebt, zieht eine andere Qualität von Partnerschaft an.

weekend.at: Wenn man nun ein Love-Coaching bei Ihnen bucht, wie kann man sich das vorstellen? Was lernt man bei Ihnen?

Hummelbrunner: Meine Klienten lernen in erster Linie viel über sich selbst, Ängste und Blockaden hinsichtlich einer Beziehung werden aufgelöst. Wir gehen individuellen Problemen auf den Grund. Zum Beispiel, warum jemand ständig falsche Partner anzieht, sich alleine und unsicher fühlt oder von einer alten Partnerschaft nicht loskommt. Durch das Coaching wird Menschen bewusst, welche Werte sie in einer Beziehung leben möchten. Sie werden dadurch authentischer.

Weekend.at: Haben Sie auch ein paar Flirt-Tipps für uns auf Lager?

Hummelbrunner: Wo auch immer man auf Flirtkurs geht, an einer gut sichtbaren Position sollte man zuallererst den Blick schweifen lassen und darauf achten, bei wem man auf Resonanz trifft. Wirft eine Frau ihr Haar zurück oder nimmt ein Mann eine breitbeinige Beschützerhaltung ein, ist die Chance hoch, dass Interesse besteht. Kommt man ins Gespräch, ist es ratsam, viel zu lächeln, den Namen des Gegenübers öfters auszusprechen und nicht sofort auf Irrtümer hinzuweisen. Das Eis kann man mit lockeren Fragen brechen. Zum Beispiel mit „Wenn du jetzt deinen Urlaub planen würdest, wo würde es hingehen?“ oder „Was wolltest du als Zehnjährige/e werden?“

Claudia Hummelbrunner | Credit: Simon Würtinger

weekend.at: Wo liegen in der Regel die Probleme, wenn jemand keinen Partner findet?

Hummelbrunner: Das kann bereits in der Herkunftsfamilie begründet sein oder man ist durch Verletzungen im Laufe des Lebens verängstigt und unsicher. Der Ursprung der Schwierigkeiten ist oft unbewusst. Man wünscht sich zwar einen Lebensgefährten, das Unterbewusstsein blockiert aber, um nicht erneut verletzt zu werden – dieses Problem ist gut behandelbar. Eine Portion Vertrauen, dass der oder die Richtige kommen wird, gehört natürlich auch dazu. Und man sollte schon auch in Aktion treten, Gelegenheiten suchen, um jemanden kennenzulernen. Zuhause wird niemand klingeln.

Und man sollte schon auch Gelegenheiten suchen, um jemanden kennenzulernen. Zuhause wird niemand klingeln.

weekend.at: Was ist aus Ihrer Sicht ein No-go bei der Partnersuche?

Hummelbrunner: Ghosting ist eine furchtbare Unart. Sich einfach nicht mehr zu melden und den anderen im Ungewissen zu lassen, ist ein absolutes No-go!

weekend.at: Gibt es Anzeichen dafür, dass mein Gegenüber für mich der oder die falsche Partner/in ist?

Hummelbrunner: Liebe schmerzt nicht und tut nicht weh. Wenn ich mich für den anderen verstellen und verbiegen muss, dann ist es keine Liebe. Gegenseitige Annahme ist etwas Wunderschönes.

weekend.at: Was ist Ihr persönlicher Lieblings-Lovesong?

Hummelbrunner: „Your Body is a wonderland“ von John Mayer und „Lovers Rock“ von Sade.

weekend.at: Die schönste Liebeserklärung, die Sie je bekommen haben?

Hummelbrunner: Jemand hat für mich ein Lied gesungen! Und ich habe einige handgeschriebene Liebesbriefe erhalten, die mich sehr berührt haben und die ich immer noch aufbewahre.

 

Zur Person: Claudia Hummelbrunner (56) ist von Beruf Lebens- und Sozialberaterin und arbeitet ganzheitlich mit Bioresonanz. Gemeinsam mit ihrer Tochter Teresa gründete sie 2020 die „Anbandlerei“, eine Veranstaltungsreihe für Singles. Die Salzburgerin kocht gerne, ist am liebsten mit ihrer Hündin in den Bergen unterwegs oder unternimmt Skitouren.

Autor: Simone Reitmeier, 14.02.2022