Können sich Katzen schämen?

Es gibt Momente im Leben einer Katze, in der sie sich am liebsten in ein Mausloch verkriechen möchte. Und das nicht einmal, um dort auf Jagd zu gehen, sondern, weil sie sich schämt.
Autor: Lilli Platzer, 03.02.2022 um 13:54 Uhr

Es gibt Situationen, in denen würde unsereins am liebsten im Erdboden versinken. Nicht so Katzen. Als meine Corona noch ganz klein war, schlief sie bei mir auf dem Tisch. Ein Kunde war gerade da, um einen Reparatur-Termin auszumachen. Sie hat "unüberriechbar" gepupst – aber ordentlich. Dass es die Katze war, will er mir bis heute nicht glauben. Wie denn auch, wenn sie keine Anstalten machte, sich zu verkriechen, sondern stattdessen genüsslich weiterschlief. Es hätte auch nichts dran geändert, wenn Captain Kirk höchstpersönlich hier gewesen wäre - nichts könnte eine Katze weniger beeindrucken!

Katze verkriecht sich unter dem Sofa | Credit: iStock.com/Juan Rubio

Wofür sich Katzen schämen

Etwas ganz anderes ist es, wenn Katzen beim Spielen etwas umwerfen oder einen Haarball auf den Teppich würgen. Selbst, wenn man ihnen in diesem Moment noch so beruhigende Worte sagt, verkriechen sie sich unter das „Ich will jetzt allein sein“-Regal. Erst nach einer gewissen Zeit kommen sie dann wieder hervor, sehen einen unschuldig an - alles wieder gut. Wenn meine Corona weiß, dass sie etwas nicht darf, etwa, auf den Esstisch zu springen, und sie es trotzdem macht, sieht sie einen mit großen Augen an, springt weg und versteckt sich dort, wo sie weiß, dass keiner sonst darunter passt. Übrigens wissen nicht nur Menschen, was es heißt, sich "dumm" zu fühlen, sondern auch Katzen. Etwa, wenn sie Schatten hinterher jagen und irgendwann einsehen, dass der Versuch sinn- und erfolglos bleiben wird.

Wenn Katzen protestieren

Katzen können sich nicht nur schämen, sie können auch "trutzen"! Einmal hat meine Katze aus Protest einen Haufen gemacht, weil unsere Reinigungsdame etwas später zur Arbeit gekommen ist, und sich dadurch die Nassfutter-Fütterung etwas verzögert hat. Dazu muss man wissen, dass es den Nassfutter-Tag nur einmal in der Woche gibt, und das aus Sicht unserer Katze keine Verhandlungssache ist. Geschichten wie diese gibt es viele zu erzählen. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Wem der häusliche Frieden wichtig ist, sollte nicht vergessen, dass Katzen nie etwas vergessen!

Zur Autorin

Sie lieben Katzen? Dann geht es Ihnen wie "Passion Author" Lilli Platzer, die uns in ihren Anekdoten an ihrem abwechslungsreichen Alltag mit ihrem flauschigen Vierbeiner teilhaben lässt. Und dabei mit ihren Erlebnissen so manchem Katzenbesitzer aus der Seele spricht.