Wie wichtig Spiele für Katzen sind

Als sich meine British Kurzhaar-Katze Corona bei mir häuslich einrichtete, habe ich schnell gelernt, dass die Spielzeit meine Katze vorgibt und nicht ich. Sitze ich am Schreibtisch, lenkt sie mich gerne durch Sprungattacken oder unüberhörbares Miauen ab. Gehe ich Richtung Damen- und Katzentoilette, kann es vorkommen, dass ich plötzlich leichte Krallen auf meinem Unterschenkel spüre – eine Sprungattacke meiner Kleinen, die mir auflauert, um über mich herzufallen und ihre Jagdinstinkte bei einem Fang- oder Versteckspiel mit mir auszuleben. Dabei trainiert sie ihre Kondition, ihre Sinne und Geschicklichkeit.

Sind Katzen kitzlig?

Manchmal lotst sie mich miauend zum Kratzbaum, um mir zu zeigen, wie gerne sie ihre Krallen schärft, am liebsten am neuen Sisalseil, das in liebevoller Detailarbeit von einem Monteur angebracht wurde. Ob Katzen kitzlig sind, frage ich mich unweigerlich, als sie sich vor mir auf dem Boden wälzt. Ja, sie sind es! Besonders am Bauch und an den Pfoten, den empfindlichsten Partien ihres Körpers. Für den Besitzer vielleicht lustig, für die Vierbeiner selbst der pure Stress. Also lieber bei den Streicheleinheiten bleiben, will man Kratzattacken vermeiden.

Spielerische Rituale machen Katzen glücklich

Morgens wartet unsere Katze Corona bereits darauf, von ihrem "Papa" gebürstet zu werden. Ihre Leckerlis holt sie sich abschließend aus vollem Lauf und durch einen kräftigen Sprung in die Höhe, wenn es ein Tormann nicht besser vermag. Dieses Ritual wird jeden Tag unabhängig von Lust und Laune durchgeführt! Wehe, wenn es ausfällt.

Natürlich kann es vorkommen, dass die Katze keine Lust zum Spielen hat. Zu bedenken ist, dass sich im Laufe eines Katzenlebens die Spielgewohnheiten und Vorlieben ohnehin ändern. Besitzer älterer Tiere werden dies bestätigen. Gerade Sprünge und Klettern können für diese eine Strapaz sein, weswegen man das Tempo des Spiels unbedingt drosseln sollte.

Wer seine Katze von kleinauf "erzieht", hat übrigens durchaus die Chance, ihr zu vermitteln, dass sie beim Spiel gewisse Regeln einhält, etwa ihre Krallen einzieht, um einen nicht zu verletzen.

Wie auch immer man die Freizeit der Katze gestaltet, Fakt ist: Gerade für Wohnungskatzen ist es wichtig, dass durch regelmäßige Spieleinheiten die Freude an der Bewegung wachgehalten wird, und Spass, Geschicklichkeit und Instinkte gefördert werden. Nichts trauriger als Katzen, deren vielfältige Fähigkeiten mangels chronischer Einsamkeit oder Langeweile verkümmert sind.

Spielsachen, die Katzen lieben

Am Beispiel meiner Katze stelle ich immer wieder fest, dass es nicht die teuren, gekauften Spielsachen aus dem Tierhandel sind, die sie am meisten begeistern, sondern viel mehr alltägliche Gegenstände in unserem Haushalt bzw. im Büro, die sie "erbeutet":

  • Bürobedarf wie Radiergummis, Klammern, Ersatzteile und Dichtungen, die sich unter dem Läufer verstecken lassen. Schon seit einiger Zeit wundern wir uns, wo die vielen kleinen Ersatzteile unseres Installateursbetriebs hinkommen. Um ein Haar hatten wir fälschlicherweise schon die Monteure im Verdacht, bis wir die Anhäufung des Dichtungsmaterials zufällig unter dem Läufer entdeckt haben.
  • Der Klassiker - die Katzenangel mit einer Schnur - am liebsten mit vielen Federn oder einer Stoffmaus dran. Unsere Katze etwa liebt es zu lauern, durch Luftangriffe danach zu schnappen und sich erfolgreich mit der Beute zu verstecken. Dann heißt es nur noch: "Meins!" Das demonstriert sie gerne, indem sie die kleine, graue Maus versteckt, sie vor sich herschiebt und im Maul herumträgt.
  • Der Technik-Vorsprung geht auch an Katzen nicht spurlos vorbei, Corona besitzt mittlerweile ein altes Reparatur-Techniker-Tablet, das mit einem Fisch- und Mausfangspiel ausgestattet ist. Das nur in Ausnahmefällen, die klassischen Zwei- und Vierbeinerspiele sind ihr am Ende doch am liebsten. Einfach, dass sich jemand mit ihr beschäftigt - darauf kommt es an!
Katze beim Spielen | Credit: iStock.com/dentharg

Keine Lust auf Spaß & Spiel - muss man sich Sorgen machen?

Nein. Wenn die Katze einmal absolut keine Lust zum Spielen hat, ist das ganz normal und kann sich in den nächsten Stunden oder spätestens Tagen (da spreche ich aus Erfahrung) ändern. Hält der Zustand an bzw. kommen weitere Verhaltensänderungen hinzu, empfiehlt es sich, den Tierarzt aufzusuchen, um Erkrankungen auszuschließen.

Ich blicke in ein erwartungsvolles Augenpaar und entnehme ihren Lauten, dass meine Katze spielen will. Und jeder Katzenfan weiß, dass man seine geliebten Vierbeiner nicht zu lange warten lassen sollte. Bis bald!

Zur Autorin

Sie lieben Katzen? Dann geht es Ihnen wie "Passion Author" Lilli Platzer, die uns in ihren Anekdoten an ihrem abwechslungsreichen Alltag mit ihrem flauschigen Vierbeiner teilhaben lässt. Und dabei mit ihren Erlebnissen so manchem Katzenbesitzer aus der Seele spricht.

Autor: Lilli Platzer, 28.07.2021