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Grillfleisch Symbolbild
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FOTO: MERCH HUB / SHUTTERSTOCK

Grillen weltweit: Diese Cuts sind die besten

27.08.2026 um 10:02, Natalija Traxler
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10 Länder, 10 Grillkulturen: Diese Cuts, Techniken und Traditionen zeigen, wie unterschiedlich weltweit gegrillt wird und worauf es beim Fleisch ankommt.

Grillen weltweit: 10 Länder, 10 Grilltraditionen

Was als bestes Stück Fleisch gilt, unterscheidet sich von Land zu Land. Während manche Grillkulturen auf große Steaks und kräftige Röstaromen setzen, stehen andernorts kleine Cuts, langsames Garen oder das gemeinsame Grillen am Tisch im Mittelpunkt. Entscheidend sind dabei immer die Qualität des Fleisches, die richtige Hitze, ausreichend Ruhezeit und das handwerkliche Können.

Brasilien: Churrasco und Picanha

Brasilien steht mit seiner berühmten Churrasco-Tradition für Spieße, offene Glut und große Geselligkeit. Besonders typisch ist die Picanha, ein Cut aus dem Hüftdeckel, der mit seinem Fettdeckel gegrillt, kräftig gesalzen und halbmondförmig auf den Spieß gesteckt wird. Hohe Hitze sorgt für intensive Röstaromen, während die Fettschicht das Fleisch saftig hält.

Auch Fraldinha, Maminha, Costela, Alcatra, Cupim, Linguiça und Coração de Frango gehören zum Churrasco. Die Grundidee bleibt jedoch einfach: grobes Salz, Glut, Rauch und gemeinsames Essen direkt vom Spieß.

Argentinien: Asado als Zeremonie

In Argentinien ist Grillen weit mehr als die Zubereitung von Fleisch. Asado ist gesellschaftliches Ritual, Familienfest und kulinarisches Selbstverständnis. Auf Holzglut oder der Parrilla wird Fleisch langsam gegart und meist nur mit Salz gewürzt.

Zu den typischen Cuts gehören Asado de Tira, Vacío und Entraña sowie Bife de Chorizo und Ojo de Bife. Auch Matambre, Colita de Cuadril und Achuras wie Mollejas sind Teil der argentinischen Grillkultur. Fleischqualität, Glut und Timing stehen dabei im Mittelpunkt.

Japan: Yakiniku am Tisch

Die japanische Grillkultur Yakiniku ist von präziser Schnitttechnik, hoher Produktqualität und Zurückhaltung geprägt. Kleine Fleischstücke werden direkt am Tisch oder über heißer Glut kurz gegrillt. Nicht lange Garzeiten, sondern Textur, Fettstruktur und Balance bestimmen das Ergebnis.

Typisch sind Karubi aus dem Rippenbereich, Harami aus dem Zwerchfell, Rosu und Gyutan, also dünn geschnittene Rinderzunge. Besonders fein marmorierte Wagyu-Cuts wie Rib-Eye, Sirloin, Zabuton oder Misuji werden ebenfalls verwendet. Dünne Zuschnitte, hohe Hitze und kurze Garzeiten bringen den Fleischgeschmack präzise zur Geltung.

Südkorea: Koreanisches BBQ und Ssam

Koreanisches BBQ lebt vom gemeinsamen Grillen direkt am Tisch. Statt eines großen Steaks stehen viele kleine Fleischstücke, Marinaden und Beilagen im Mittelpunkt. Galbi, Samgyeopsal, Bulgogi, Moksal und Chadolbaegi werden gegrillt und anschließend in Salatblätter gewickelt.

Kimchi, Reis, Knoblauch, Sesamöl und Ssamjang ergänzen das Fleisch. Besonders typisch sind marinierte Rinderrippen, knuspriger Schweinebauch und hauchdünn geschnittenes Rindfleisch, das nur wenige Sekunden auf dem Grill benötigt. Das ständige Teilen und Weiterreichen macht den Grillabend zu einem lebendigen Miteinander.

USA: Smoke, Low & Slow

Die USA haben die internationale Grillsprache nachhaltig geprägt. Neben Rib-Eye, T-Bone und Porterhouse gehören Brisket, Short Ribs, Spare Ribs, Flank Steak und Tri-Tip zu den bekannten BBQ-Cuts.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Grilling und Barbecue: Steaks werden meist kurz über direkter Hitze gegrillt. Brisket, Ribs und Pulled Pork hingegen garen über viele Stunden bei niedriger Temperatur und Rauch. So treffen Steakhouse-Klassiker auf Low & Slow, kräftige Rubs und intensiven Smoke-Geschmack.

Südafrika: Braai mit Feuer und Glut

Beim südafrikanischen Braai beginnt das Grillen mit dem Holzfeuer. Erst wenn die Scheite zur passenden Glut heruntergebrannt sind, kommen die Fleischstücke auf den Rost. Typisch sind Boerewors, Lamb Chops, Sosaties, Rump Steak, T-Bone, Ribs und Chicken Pieces.

Boerewors wird häufig spiralförmig gegrillt, Sosaties kommen mariniert auf Spieße. Lammkoteletts und Steaks werden direkt über der Hitze gegart, während Ribs mehr Zeit benötigen. Auch Wildfleisch gehört häufig dazu. Feuer, Glut und Rauch geben beim Braai den Rhythmus vor.

Spanien: Holzkohle und Ibérico

Spanien setzt beim Grillen auf Holzkohle und großen Respekt vor dem Produkt. Besonders charakteristisch sind die stark marmorierten Cuts Secreto, Pluma und Presa vom Ibérico-Schwein. Sie werden bei hoher Hitze kurz gegrillt und beziehen ihren intensiven Geschmack vor allem aus der feinen Fettstruktur.

Beim Rind steht das Chuletón im Mittelpunkt: ein großes Steak am Knochen, das meist nur mit Salz und Ruhe behandelt wird. Dazu kommen Costillas, Chorizo Criollo und Lamm. Rustikale Glut trifft auf delikates Fett und eine bewusst zurückhaltende Würzung.

Frankreich: Bistro-Kultur am Grill

Frankreich bringt seine Steak- und Bistro-Tradition auf den Grill. Entrecôte, Côte de Boeuf, Bavette, Onglet, Araignée, Faux-Filet, Magret de Canard und Côtelettes d’Agneau gehören zu den typischen Fleischstücken.

Côte de Boeuf ist ein Rib Steak am Knochen, während Entrecôte durch seine saftige Marmorierung überzeugt. Bavette und Onglet stammen aus der klassischen Bistroküche, sind intensiv im Geschmack und werden nach dem Grillen quer zur Faser aufgeschnitten. Französisches Grillen verbindet präzise Gargrade mit einem feinen Gespür für Cut und Sauce.

Italien: Bistecca all’italiana

Italien grillt regional unterschiedlich, folgt aber häufig einem einfachen Prinzip: gutes Fleisch, präzise Hitze und möglichst wenig Ablenkung. Die Bistecca alla fiorentina ist ein dick geschnittenes Steak am Knochen, ähnlich T-Bone oder Porterhouse. Sie wird scharf angegrillt und im Inneren eher rare serviert.

Weitere Klassiker sind Costata, Salsiccia, Costine di Maiale, Lammkoteletts und Arrosticini. Die Tagliata ist kein eigener Cut, sondern gegrilltes Rind, das nach dem Grillen quer zur Faser aufgeschnitten wird. Die Costata entspricht dem Rib Steak am Knochen und bietet viel Fett und Biss.

Österreich: Klassiker und moderne Cuts

Österreich verbindet vertraute Grillklassiker mit neuen Cuts und einem stärkeren Bewusstsein für Herkunft. Schopf, Karree, Bauchfleisch, Ripperl, Bratwürste und Hendlteile gehören ebenso dazu wie Beiried, Rostbraten und Hüfte.

Wer beim Fleischhauer seines Vertrauens einkauft, findet inzwischen auch Tomahawk, Côte de Boeuf, Rib-Eye, T-Bone, Porterhouse, Flat Iron und Flank Steak. Große Stücke profitieren von indirekter Hitze und einem scharfen Finish, flache Cuts von kurzer, intensiver Hitze und einem Anschnitt quer zur Faser.

Auch Wild aus heimischer Herkunft bereichert die österreichische Grillkultur. Rehrücken, Rehsteaks und Teilstücke aus dem Rehschlögel sind magere, eiweißreiche und aromatische Alternativen. Wichtig ist eine schonende Zubereitung, denn Wildfleisch kann aufgrund seines geringen Fettanteils schnell trocken werden.

Qualität, Hitze und Ruhe: Darauf kommt es beim Grillen an

In der Spitzengastronomie entscheidet der präzise Umgang mit dem Produkt. Prime Rib Steak von der Hochrippe und Rib-Eye gehören zu den besonders saftigen Steakzuschnitten und überzeugen mit intensivem Geschmack und einer kräftigen Textur. Auch Brisket eignet sich hervorragend für Low & Slow, während Flank Steak als dünner Cut aus dem Bauchlappen bei Grillfans besonders beliebt ist.

Gutes Grillen bedeutet jedoch mehr als Fleisch auf den Rost zu legen. Entscheidend sind hochwertige Cuts, die passende Temperaturführung, Ruhezeit und der richtige Anschnitt. Große Stücke brauchen häufig Geduld und indirekte Hitze, während kleinere Cuts oft von hoher Temperatur und kurzen Garzeiten profitieren.

Auch Second Cuts gewinnen an Bedeutung. Schulter- oder Schlögel-Steaks ermöglichen eine ganzheitlichere Nutzung des Tiers und können bei entsprechender Haltung und Verarbeitung geschmacklich überzeugen. Ein dünn geschnittener Knusperbauch ist beispielsweise eine aromatische Alternative zu Schopf und Karree und entwickelt durch seinen Fettanteil eine besonders knusprige Oberfläche.

Die wichtigsten Messer zum Grillen

Die richtige Messerausstattung erleichtert die Vorbereitung und Verarbeitung verschiedener Cuts. Zur Basisausstattung gehören ein Kochmesser für Gemüse, Kräuter und kleinere Fleischstücke, ein Fleisch- oder Tranchiermesser für Steaks und Braten, ein Ausbeinmesser zum Parieren sowie ein Brotmesser und ein Officemesser für kleinere Arbeiten.

Wer häufig große BBQ-Cuts verarbeitet, kann die Ausstattung um ein langes Brisketmesser, ein flexibles Filetiermesser, ein Hackmesser oder Küchenbeil, ein Steakmesser für den Tisch und ein Trimming Knife zum Entfernen von Fett und Silberhaut ergänzen.

Vom Tomahawk bis zum Filet: Die Vielfalt der Grill-Cuts

Tomahawk, T-Bone und Porterhouse zählen zu den bekannten Klassikern. Das Filet steht für besondere Zartheit, während Rib-Eye durch sein charakteristisches Fettauge besonders saftig und aromatisch bleibt. Moderne BBQ-Cuts wie Flank Steak, Picanha, Flat Iron, Brisket oder Hanging Tender bringen zusätzliche Vielfalt auf den Rost.

Auch beim Schweinefleisch reicht die Auswahl längst über Karree, Schopf und Bauch hinaus. Spareribs, Schweinebäckchen oder ein Dry Aged Tomahawk Steak vom Schwein sorgen für modernen Grillgenuss. Entscheidend ist immer, den jeweiligen Cut zu kennen und ihn entsprechend seiner Struktur und seines Fettanteils zuzubereiten.

Das Geheimnis guten Grillens

Ob Churrasco, Asado, Yakiniku, Korean BBQ, American BBQ oder österreichische Grilltradition: Die Unterschiede sind groß, doch eine Gemeinsamkeit verbindet die verschiedenen Grillkulturen. Qualität, Hitze, Zeit und handwerkliches Können entscheiden über das Ergebnis.

Ein perfektes Stück Fleisch beginnt deshalb nicht erst auf dem Grill. Die Auswahl des richtigen Cuts, die passende Zubereitung und ein sorgfältiger Anschnitt sind ebenso wichtig wie Feuer und Glut. Wer die Eigenheiten des Fleisches respektiert, bringt Zartheit, Saftigkeit und intensiven Geschmack auf den Teller.

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