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In Zypern sollen Raketen aus dem Iran eingedrungen sein, die Regierung dementiert
Spannungen im Mittelmeer: Zypern weist Berichte über iranische Raketenangriffe zurück.
Spannungen im Mittelmeer: Zypern weist Berichte über iranische Raketenangriffe zurück.
kirillm/iStock

Briten berichten: Iranische Raketen über EU-Raum

01.03.2026 um 14:21, Marcel Toifl
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Iranische Raketen sollen über den Luftraum in Zypern gesichtet worden sein. Die britische Regierung warnt vor Angriffen. Die lokale Regierung beruhigt.

Ein Bericht über mögliche iranische Raketenangriffe in Richtung Zypern sorgt für massive diplomatische Unruhe. Während der britische Verteidigungsminister John Healey von iranischen Geschossen spricht, die Kurs auf die Mittelmeerinsel genommen hätten, weist die Regierung in Nikosia jegliche Gefahr entschieden zurück.

Raketen Richtung Zypern: Was passierte am Sonntag?

In einem Interview mit Sky News löst der britische Verteidigungsminister John Healey am Sonntag Alarm aus. Laut Healey habe der Iran zwei Raketen in Richtung Zypern abgefeuert. Er schränkte jedoch ein, dass die Geschosse vermutlich nicht gezielt auf die EU-Insel gerichtet waren, sondern vielmehr Teil "wahlloser Vergeltungsangriffe" seien.

London warnt: Iranische Vergeltung außer Kontrolle

Großbritannien hat seine militärische Präsenz im östlichen Mittelmeer massiv verstärkt. Premierminister Keir Starmer bestätigte, dass die Royal Air Force aktiv an der Abwehr iranischer Drohnen und Raketen beteiligt ist. Healey betonte, dass die Identifizierung und Neutralisierung feindlicher Flugkörper oberste Priorität habe. Die Stützpunkte auf Zypern spielen hierbei eine entscheidende Rolle als Startpunkt für Abfangjäger, um die regionale Sicherheit zu gewährleisten.

Nikosia dementiert: Keine Bedrohung für Zypern

Die Reaktion aus der zyprischen Hauptstadt ließ nicht lange auf sich warten. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis widersprach den britischen Darstellungen via X (vormals Twitter) deutlich: „Es wurden keine Raketen auf Zypern abgefeuert.“ Die Behörden in Nikosia sehen keinerlei Hinweise auf eine unmittelbare Bedrohungslage für die Zivilbevölkerung. Berichte über einen direkten Angriff auf die Insel bezeichnete die Regierung als unbegründet und rief zur Besonnenheit auf.

Militärbasis Zypern: Drehkreuz der britischen Operationen

Die völkerrechtliche Besonderheit Zyperns mit den zwei souveränen britischen Militärstützpunkten Akrotiri und Dekelia macht die Insel zu einem hochsensiblen Akteur. Von hier aus unterstützt die britische Luftwaffe die US-geführte Allianz im Kampf gegen iranische Aggressionen. Healey kritisierte, dass die Schwächung der militärischen Befehlsstrukturen in Teheran dazu führe, dass lokale Kommandeure Ziele ohne zentrale Freigabe wählen könnten – ein Szenario, das die Insel indirekt zur Zielscheibe machen könnte.

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