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Mann geht durch Schlamm und Geröll nach der verheerenden Sturzflut in Nepal.
Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal sind ganze Ortschaften von Schlamm und Geröll bedeckt.
Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal sind ganze Ortschaften von Schlamm und Geröll bedeckt.
APA-Images / AFP / PRAKASH MATHEMA

Sturzflut in Nepal: Das ist die Ursache der Katastrophe

27.08.2026 um 11:18, Stefanie Hermann
min read
Ein Gletscherabbruch hat die Sturzflut in Nepal ausgelöst. Was eine Sturzflut ist, wie sie entsteht und welche Rolle der Klimawandel spielt.

In Nepal hat eine verheerende Sturzflut ganze Ortschaften verwüstet und bislang mehr als 170 Todesopfer gefordert. Mehr als 1.300 Menschen im Grenzgebiet zu Tibet gelten weiter als vermisst. Wie konnte eine derart gewaltige Flutwelle entstehen? Wie Analysen zeigen, dürfte nicht ein Erdbeben, sondern ein Gletscherabbruch mit einer gewaltigen Eis- und Gerölllawine die Katastrophe ausgelöst haben. Eine Sturzflut ist ein besonders gefährliches Phänomen, weil der Wasserstand innerhalb kürzester Zeit massiv steigen kann.

Sturzflut in Nepal: Das Wichtigste in Kürze

  • Auslöser der Sturzflut in Nepal ist nach Erkenntnissen der USGS ein Gletscherabbruch mit einer Eis- und Gerölllawine.
  • Ein zunächst vermutetes Erdbeben gilt nach weiteren Analysen nicht als Ursache der Katastrophe.
  • Eis und Geröll dürften einen Zufluss blockiert haben. Hinter dieser natürlichen Barriere hat sich Wasser aufgestaut und ist anschließend schlagartig freigesetzt worden.
  • Eine Sturzflut ist eine plötzlich auftretende Überschwemmung, bei der der Wasserstand innerhalb sehr kurzer Zeit massiv steigen kann.
  • In Nepal ist der Wasserstand des Trishuli an einer Messstelle innerhalb von nur 30 Minuten um bis zu neun Meter gestiegen.

Was ist eine Sturzflut?

Eine Sturzflut ist eine plötzlich auftretende und sehr schnell anschwellende Überschwemmung. Im Unterschied zu einem langsam steigenden Hochwasser bleibt den Menschen im betroffenen Gebiet oft kaum Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Auslöser können etwa extreme Niederschläge, das Versagen natürlicher oder künstlicher Dämme, Erdrutsche oder der plötzliche Abfluss eines aufgestauten Gletschersees sein. Im Hochgebirge können mehrere dieser Faktoren gleichzeitig auftreten und eine gefährliche Kettenreaktion auslösen.

Besonders zerstörerisch ist dabei nicht nur das Wasser. Eine Sturzflut kann große Mengen Schlamm, Geröll, Felsen, Baumstämme und andere Trümmer mitführen. Dadurch entwickelt sie eine enorme Kraft, die selbst massive Infrastruktur zerstören kann.

Was ist eine Sturzflut?

Eine Sturzflut ist eine plötzlich auftretende und sehr schnell anschwellende Überschwemmung. Im Gegensatz zu langsam steigendem Hochwasser kann der Wasserstand innerhalb weniger Minuten massiv ansteigen. Für Betroffene bleibt dadurch oft nur wenig Zeit zur Flucht.

Was kann eine Sturzflut auslösen?

  • extreme Niederschläge
  • Gletscherabbrüche und Eis- oder Gerölllawinen
  • Erdrutsche und natürliche Barrieren in Flüssen
  • das plötzliche Versagen eines natürlichen oder künstlichen Damms
  • der schlagartige Abfluss eines aufgestauten Gletschersees

Besonders gefährlich ist die enorme Kraft der Wassermassen. Sie können Schlamm, Felsen, Geröll, Baumstämme und Trümmer mitreißen und dadurch Häuser, Straßen und Brücken zerstören.

Sturzflut in Nepal: Gletscherabbruch war der Auslöser

Unmittelbar nach der Katastrophe in Nepal stand zunächst ein Erdbeben als mögliche Ursache im Raum gestanden. Die US-Erdbebenwarte USGS hat am Mittwochmorgen ein seismisches Ereignis in der Grenzregion zwischen Nepal und Tibet registriert.

Nach Angaben der USGS stammt die gemessene seismische Aktivität von einem Gletscherabbruch und einer anschließenden Eis- und Gerölllawine. Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde kommt nach der Auswertung von Satellitenbildern zu einem ähnlichen Ergebnis.

So dürfte die Katastrophe in Nepal entstanden sein

Der Gletscherabbruch hat eine regelrechte Kettenreaktion ausgelöst. Eis, Felsen und Geröll sind vom Gletscher abgegangen und haben zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert.

Hinter der Barriere sammelte sich Wasser. Als die Blockade dem Druck nicht mehr standhielt, wurde das aufgestaute Wasser schlagartig freigesetzt. Die Wassermassen sind als gewaltige Flutwelle ins Tal gerauscht. 

Die Sturzflut hat auf ihrem Weg Brücken weggerissen, Häuser unter Schlamm begraben und Straßen zerstört.

Wasserstand steigt binnen Minuten um mehrere Meter

Der Wasserstand des Trishuli ist an einer Messstelle innerhalb von nur 30 Minuten um bis zu neun Meter gestiegen. Bei Malekhu ist ein Anstieg um rund sieben Meter registriert worden.

Für Menschen im Tal bedeutet ein derart schneller Anstieg eine enorme Gefahr. Straßen und Brücken können binnen Minuten unpassierbar werden, während eine rechtzeitige Evakuierung erheblich erschwert wird.

Warum der Himalaja besonders gefährdet ist

In den gewaltigen Gebirgsregionen des Himalajas befinden sich zahlreiche Gletscher und Gletscherseen. Veränderungen von Eis, Schnee und Permafrost können Hänge destabilisieren und neue Seen entstehen lassen.

Fachleute beschäftigen sich deshalb intensiv mit sogenannten GLOFs, kurz für „Glacial Lake Outburst Floods“. Dabei bricht die natürliche Begrenzung eines Gletschersees, wodurch große Wassermengen innerhalb kürzester Zeit talwärts schießen können.

Klimawandel verschärft Risiken im Himalaja

Experten warnen seit Jahren vor Veränderungen in den Hochgebirgsregionen. Steigende Temperaturen lassen Gletscher zurückgehen und tragen zur Entstehung beziehungsweise Vergrößerung von Gletscherseen beitragen. Gleichzeitig verändern sich Niederschlagsmuster und die Stabilität von Hängen.

Ein einzelnes Ereignis lässt sich nicht automatisch allein auf den Klimawandel zurückführen. Die langfristigen Veränderungen verschärfen aber bestehende Risiken in den ohnehin besonders empfindlichen Hochgebirgsregionen.

Nepal weiter in Gefahr

Mit der ersten Flutwelle ist die Gefahr in Nepal noch nicht vollständig gebannt. Anhaltender Regen erschwert die Rettungsarbeiten. Experten warnen vor weiteren aufgestauten Wassermassen in der Grenzregion.

FAQ: Ursache der Sturzflut in Nepal

Was hat die Sturzflut in Nepal ausgelöst?

Nach Erkenntnissen der US-Erdbebenwarte USGS ist ein Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine der Auslöser der Katastrophe.

Was ist eine Sturzflut?

Eine Sturzflut ist eine plötzlich auftretende Überschwemmung, bei der der Wasserstand innerhalb sehr kurzer Zeit stark ansteigen kann. Dadurch bleibt Menschen im betroffenen Gebiet häufig nur wenig Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Hat ein Erdbeben die Katastrophe in Nepal ausgelöst?

Nein. Die USGS hat zunächst ein Erdbeben als mögliche Ursache angenommen. Weitere Analysen haben jedoch ergeben, dass die registrierte seismische Aktivität von einem Gletscherabbruch und einer Eis- und Gerölllawine stammt.

Warum sind Sturzfluten so gefährlich?

Sturzfluten entstehen sehr schnell und können neben Wasser große Mengen Schlamm, Geröll und Trümmer mitführen. Dadurch entwickeln sie enorme Zerstörungskraft und können innerhalb kürzester Zeit Straßen, Brücken und Gebäude schwer beschädigen.

Was ist ein GLOF?

GLOF steht für Glacial Lake Outburst Flood. Dabei bricht die natürliche Begrenzung eines Gletschersees, wodurch große Mengen aufgestauten Wassers plötzlich freigesetzt werden und als Flutwelle ins Tal strömen können.

Welche Rolle spielt der Klimawandel?

Steigende Temperaturen verändern Gletscher und können die Entstehung oder Vergrößerung von Gletscherseen begünstigen. Ein einzelnes Ereignis lässt sich jedoch nicht automatisch allein auf den Klimawandel zurückführen.

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