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Sturzflut in Nepal: Sicherheitsbeamter mit Hund in einem von Schlamm und Trümmern verwüsteten Ort.
Die Sturzflut in Nepal hat ganze Ortschaften verwüstet. Ein Sicherheitsbeamter steht mit einem Hund zwischen Schlamm, Trümmern und zerstörten Gebäuden.
Die Sturzflut in Nepal hat ganze Ortschaften verwüstet. Ein Sicherheitsbeamter steht mit einem Hund zwischen Schlamm, Trümmern und zerstörten Gebäuden.
APA-Images / AP / Niranjan Shrestha

Sturzflut in Nepal: Über 1.300 Vermisste nach Katastrophe

27.08.2026 um 10:25, Stefanie Hermann
min read
Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet werden über 1.300 Menschen vermisst. 177 Tote sind geborgen, die Suche läuft weiter.

Die Katastrophe in Nepal nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zu Tibet werden mehr als 1.300 Menschen vermisst. Allein in Nepal haben Einsatzkräfte nach aktuellem Stand 177 Tote geborgen. Hunderte Touristinnen und Touristen sind nicht erreichbar. Ausgelöst wurde die Flut nach neuen Erkenntnissen durch einen gewaltigen Gletscherabbruch.

Das Wichtigste zur Katastrophe in Nepal in Kürze

  • Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet werden mehr als 1.300 Menschen vermisst.
  • Allein in Nepal haben Einsatzkräfte nach aktuellem Stand 177 Tote geborgen.
  • Unter den Vermissten befinden sich Hunderte ausländische Touristinnen und Touristen.
  • Auslöser der Katastrophe ist nach Erkenntnissen der USGS ein Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine.
  • Tausende Rettungskräfte suchen weiter nach Vermissten. Wegen anhaltenden Regens besteht die Gefahr weiterer Überschwemmungen.
  • Über möglicherweise betroffene Österreicherinnen und Österreicher liegen bisher keine Informationen vor.

Nepal: Hunderte Touristen nach Sturzflut vermisst

In Nepal gelten nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mehr als 820 Menschen als vermisst. Darunter befinden sich mindestens 590 Touristinnen und Touristen, ein Großteil davon aus dem Ausland. Auf tibetischer Seite werden weitere 558 Menschen vermisst.

Unter den Vermissten befinden sich Reisende aus zahlreichen Staaten. Genannt werden unter anderem Indien, die USA, Australien, Großbritannien, Kanada und Deutschland. Über möglicherweise betroffene Österreicherinnen und Österreicher liegen nach Angaben des Außenministeriums bisher keine Informationen vor.

Zahl der Todesopfer steigt

Besonders dramatisch ist die Situation in Nepal. Dort haben Einsatzkräfte bereits 177 Tote geborgen. Viele Opfer wurden von den Wassermassen kilometerweit  mitgerissen und erst flussabwärts nahe der Grenze zu Indien gefunden.

Rund 240 Menschen konnten lebend geborgen werden. Etwa 30 wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Tausende Einsatzkräfte von Polizei und Armee suchen weiterhin nach Verschütteten und Vermissten.

Ein nepalesischer Polizeisprecher warnt, dass die Opferzahl weiter steigen dürfte: „Die Zahl wird nach oben gehen, da wir die Suche wieder aufgenommen haben und voraussichtlich weitere Leichen geborgen werden.“

Ganze Ortschaften von Schlamm begraben

Die Wassermassen haben in der Himalaja-Region eine gewaltige Schneise der Verwüstung hinterlassen. Brücken sind weggerissen, Straßen zerstört, Staudämme beschädigt und Häuser unter Schlamm begraben worden. Ganze Ortschaften sind schwer getroffen.

Besonders schwierig gestaltet sich die Suche in abgelegenen Bergregionen. Straßen sind unpassierbar, Kommunikationsverbindungen unterbrochen und schwere Fahrzeuge kommen wegen der gewaltigen Schlammmassen teilweise nicht voran.

Auch der Grenzübergang Gyirong auf chinesischer Seite ist schwer getroffen. Zusätzliche chinesische Rettungskräfte sind bereits in der Region eingetroffen.

Gletscherabbruch löst verheerende Flut aus

Mittlerweile verdichten sich die Erkenntnisse über die Ursache der Nepal-Katastrophe. Die US-Erdbebenwarte USGS hat zunächst ein Erdbeben als möglichen Auslöser angenommen. Weitere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die gemessenen seismischen Signale von einem Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine stammen.

Auch die nepalesische Katastrophenschutzbehörde geht nach der Analyse von Satellitenbildern von einer Gletscherlawine aus. Eis und Geröll dürften zunächst einen Zufluss blockiert haben. Dadurch hat sich Wasser aufgestaut, bevor die natürliche Barriere versagt und die gewaltige Flutwelle freigesetzt hat.

Sorge vor einer weiteren Flutwelle

Entwarnung gibt es in der Katastrophenregion noch nicht. Anhaltender Regen erschwert nicht nur die Rettungsarbeiten, sondern erhöht auch die Gefahr weiterer Überschwemmungen. Experten warnen vor einer möglichen zweiten Flutwelle.

„Es regnet ununterbrochen, sodass der Wasserstand jederzeit ansteigen könnte“, berichtet ein chinesischer Retter gegenüber CCTV. Nach Angaben des International Centre for Integrated Mountain Development besteht stromaufwärts weiterhin eine Stauung. Für den schwer betroffenen Grenzort Gyirong sind Evakuierungen angeordnet worden.

Internationale Hilfe für Nepal läuft an

Nepal hat Indien und China um Unterstützung bei den Rettungsmaßnahmen gebeten. Auch internationale Hilfe ist angelaufen. Die Europäische Union hat ihren Satellitendienst Copernicus aktiviert, um die zerstörten Gebiete zu kartieren und die Einsatzkräfte zu unterstützen.

„Wir sind bereit, weitere europäische Hilfe zu mobilisieren“, erklärt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die USA haben zudem Katastrophenhilfe in Höhe von 500.000 US-Dollar zugesagt. Damit sollen unter anderem Notunterkünfte, Trinkwasser und weitere Hilfsgüter finanziert werden. Hilfsorganisationen wie die Caritas rufen ebenfalls zu Unterstützung auf.

Katastrophengebiet ist beliebtes Reiseziel

Die betroffene Himalaja-Region ist nicht nur für Trekkingtouristen ein beliebtes Ziel. Zahlreiche buddhistische und hinduistische Pilger reisen über Nepal zum heiligen Berg Kailash in Tibet. Entsprechend hoch ist die Zahl ausländischer Reisender unter den Vermissten.

Bereits im Sommer 2025 hat eine schwere Flut die Region getroffen, Menschen getötet und wichtige Infrastruktur zerstört. Die neuerliche Katastrophe fällt deutlich verheerender aus.

Spenden für die Katastrophenhilfe in Nepal

Die Caritas Österreich unterstützt die Betroffenen der verheerenden Sturzflut in Nepal. Spenden helfen bei der Versorgung mit Schutz, Nahrung und dringend benötigten Hilfsgütern.

Spendenkonto Caritas:
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
Kennwort: Katastrophenhilfe Nepal

Online spenden: www.caritas.at/katastrophenhilfe-nepal 

FAQ: Sturzflut und Katastrophe in Nepal

Was ist in Nepal passiert?

Eine verheerende Sturzflut in Nepal hat ganze Ortschaften getroffen, Häuser verschüttet und wichtige Verkehrswege zerstört. Mehr als 1.300 Menschen werden im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet vermisst.

Wie viele Tote und Vermisste gibt es in Nepal?

In Nepal sind nach aktuellem Stand 177 Tote geborgen worden. Mehr als 820 Menschen gelten dort als vermisst. Auf tibetischer Seite werden weitere 558 Menschen vermisst.

Was hat die Sturzflut in Nepal ausgelöst?

Nach Erkenntnissen der US-Erdbebenwarte USGS ist ein Gletscherabbruch mit einer Eis- und Gerölllawine der Auslöser. Ein zunächst vermutetes Erdbeben gilt nicht mehr als Ursache.

Sind Österreicher von der Katastrophe in Nepal betroffen?

Über möglicherweise betroffene Österreicherinnen und Österreicher liegen nach Angaben des Außenministeriums bisher keine Informationen vor.

Droht in Nepal eine weitere Flutwelle?

Eine weitere Überschwemmung kann nicht ausgeschlossen werden. Anhaltender Regen und eine Stauung stromaufwärts sorgen weiterhin für Gefahr. Im betroffenen Grenzgebiet sind deshalb Evakuierungen angeordnet worden.

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