Teuerungsprämie: Wer lässt am meisten springen?

Red Bull überraschte all seine Mitarbeiter mit einem 3.000,– Euro-Teuerungsbonus. Das Mateschitz-Imperium ist aber nicht das einzige Unternehmen, das großzügige Summen auszahlt.
Autor: Simone Reitmeier, 14.11.2022 um 15:37 Uhr

Um der Teuerungswelle entgegenzuwirken, schnürte die Regierung ein Entlastungspaket, das es Unternehmen ermöglicht, eine Prämie bis zu 3.000,– steuerfrei an jeden Mitarbeiter auszuzahlen. Für Angestellte ist oder wäre das nicht nur eine wertvolle finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit. Aktuell ist die Auszahlungsbereitschaft der Unternehmen aber noch gering, viele warten die KV-Verhandlungen ab. Einige Firmen zahl(t)en aber bereits aus.

Höchstbonus – nicht nur für die Bullen-Gefolgschaft

Erst vor kurzem freuten sich die mehr als 2.000 Angestellten des Red Bull-Konzerns und der Tochterfirmen (Red Bull Media House, ServusTV) über einen steuerfreien 3.000-Euro-Bonus. Damit sind sie nicht die Einzigen: Auch die steirische Papierfabrik Brigl & Bergmeister nahm 1,5 Millionen Euro in die Hand und zahlte den über 500 Mitarbeitern 3.000,- Euro pro Kopf aus.

Ebenfalls großzügig zeigten sich die Pfeifer Group (Holzindustrie) mit bis zu 2.000,– Euro gestaffelter Prämie sowie die Porsche Holding mit 1.000,– Euro. Letztere plant on top zusätzlich eine Weihnachtsprämie von mehreren hundert Euro.

Teuerungsprämien im Überblick

Neben steuerfreien Einmalzahlungen oder gestaffelten Monatsbeträgen setzen einige Firmen auch auf Gutscheine und großzügigere Mitarbeiter-Rabatte.

  • KLIPP Frisör: bis zu 1.200,– Euro, Lehrlinge bis zu 720,– Euro
  • Kunststofftechnik-Unternehmen Agru: bis zu 170,– Euro/Monat
  • Steuerberatung Gaßner & Pichler: bis zu 300,– Euro/Monat von Juli bis Dezember
  • Doppler Schirme: bis zu 500,– Euro
  • Bauhaus: bis zu 400,– Euro 
  • dm drogerie: 400,– Euro Einkaufsgutschein, Mitarbeiter-Rabatt von fünf auf zehn Prozent angehoben.
  • Hofer: 50,-Euro-Einkaufsgutschein pro Monat von August bis Dezember 2022
  • Billa, Bipa, Penny: Mitarbeiter-Rabatt von fünf auf zehn Prozent gesteigert

Ärzte fordern Bonus

„Wenn sich Papierfabriken und Schirmhersteller für diese Teuerungsprämie entscheiden, sollten sich das die österreichischen Spitalsträger auch leisten können“, mahnt Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK). Für niedergelassene Mediziner fordert die ÖÄK die volle Abdeckung der Zusatzkosten durch die Preisexplosion, für Spitalsärzte sei nur das volle Ausmaß der abgabenbegünstigten Teuerungsprämie angemessen: „Das sind eben die 3.000 Euro – und zwar unabhängig von der ebenfalls dringend notwendigen nachhaltigen KV-Erhöhung", unterstreicht ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart.