Tauchunfall Malediven: Alle Opfer geborgen – war tödlicher Sog die Ursache?
- Alle Opfer geborgen
- Dramatische Bergung in 60 Metern Tiefe
- Rettungseinsatz fordert weiteres Todesopfer
- Taucher verlieren Orientierung
- Rätsel um Ursache: War ein Sog verantwortlich?
- Tiefer getaucht als geplant
- GoPro und Tauchcomputer sollen Antworten liefern
Nach dem tragischen Tauchunfall auf den Malediven sind nun alle fünf vermissten italienischen Taucher geborgen worden. Das Unglück im Vaavu-Atoll wirft weiterhin viele Fragen zur genauen Ursache auf.
Tauchunfall Malediven: Alle Opfer geborgen
Nach dem Tauchunfall auf den Malediven konnten nun auch die letzten beiden vermissten Taucherinnen geborgen werden. Laut Behörden handelt es sich um eine 22-jährige Studentin sowie eine 31-jährige Meeresforscherin.
Bereits zuvor haben Einsatzkräfte die Leichen einer 51-jährigen Meeresbiologin sowie eines 31-jährigen Forschers aus der Höhle geborgen. Das fünfte Opfer, ein Tauchlehrer, ist schon am Tag des Unglücks entdeckt worden. Vier der Verstorbenen stehen in Verbindung mit der Universität Genua.
Dramatische Bergung in 60 Metern Tiefe
Der Tauchunfall auf den Malediven hat sich in einer Unterwasserhöhle in rund 60 Metern Tiefe ereignet. Die Opfer sind erst Tage nach dem Unglück lokalisiert worden.
An der Bergung waren neben maledivischen Einsatzkräften auch internationale Spezialtaucher beteiligt, darunter Experten der Organisation Divers Alert Network (DAN). Die Mission galt als besonders komplex und riskant.
Rettungseinsatz fordert weiteres Todesopfer
Der Tauchunfall auf den Malediven hat insgesamt sechs Menschenleben gefordert. Ein Rettungstaucher der maledivischen Streitkräfte ist während der Sucharbeiten nach einem Einsatz verstorben.
Die Bedingungen vor Ort waren extrem: Enge Höhlenpassagen, große Tiefe und schwierige Strömungen haben die Arbeiten erheblich erschwert.
Taucher verlieren Orientierung
Die italienischen Taucher sind im Höhlensystem „Dhekunu Kandu“ entdeckt worden. Dabei handelt es sich um eine komplexe Struktur mit Sackgassen ohne Ausgang.
Nach ersten Erkenntnissen haben die Taucher vermutlich die Orientierung verloren. Aufgewirbelter Sand könnte die Sicht stark eingeschränkt haben, wodurch der Rückweg nicht mehr gefunden wurde.
Rätsel um Ursache: War ein Sog verantwortlich?
Im Fokus der Ermittlungen steht aber auch ein mögliches physikalisches Phänomen. Experten prüfen, ob der sogenannte Venturi-Effekt eine Rolle gespielt hat.
Dabei wird Wasser in engen Passagen stark beschleunigt und erzeugt eine erhebliche Sogwirkung. Es ist denkbar, dass die Taucher dadurch in den schmalen Gängen festgesetzt wurden.
Zusätzlich könnte aufgewirbeltes Sediment die Sicht weiter verschlechtert und die Orientierungslosigkeit verstärkt haben.
Tiefer getaucht als geplant
Neue Hinweise legen nahe, dass die Gruppe deutlich tiefer getaucht ist als vorgesehen. Statt eines geplanten Tauchgangs in etwa 30 Metern Tiefe sind die Taucher offenbar bis auf rund 60 Meter vorgedrungen.
Damit befanden sie sich in einem besonders komplexen Höhlensystem, das selbst für erfahrene Taucher als anspruchsvoll gilt.
GoPro und Tauchcomputer sollen Antworten liefern
Zur Aufklärung des Tauchunfalls auf den Malediven setzen die Ermittler nun auf technische Daten. In den kommenden Tagen sollen Tauchcomputer sowie Aufnahmen von GoPro-Kameras ausgewertet werden.
Diese könnten zeigen, was in den letzten Minuten vor dem Unglück passiert ist und welche Faktoren letztlich zum tödlichen Ausgang geführt haben.