Tote bei Sonnenfinsternis: So gefährlich ist das Himmelsspektakel
Inhalt
- Sonnenfinsternis gefährlich: Plötzlich steigt die Unfallgefahr
- Das Überraschende: Die Dunkelheit ist nicht die größte Gefahr
- Millionen wollen die Sonnenfinsternis sehen
- Sonnenfinsternis so riskant wie ein Feiertagswochenende
- Wer jetzt ins Auto steigt, sollte besonders aufpassen
Sonnenfinsternis gefährlich: Heute richtet sich der Blick auch in Österreich gespannt in Richtung Himmel und genau das kann zum Problem werden. Die Sonnenfinsternis sorgt für ein seltenes Spektakel. Doch während viele Menschen den Blick nach oben richten, zeigt eine Studie aus den USA eine überraschende Gefahr. Ausgerechnet auf den Straßen kann das Himmelsereignis gefährliche Folgen haben. Rund um eine frühere totale Sonnenfinsternis stieg das Risiko tödlicher Verkehrsunfälle deutlich.
Sonnenfinsternis gefährlich: Plötzlich steigt die Unfallgefahr
Die Zahlen lassen aufhorchen: Forscher untersuchten tödliche Verkehrsunfälle rund um die Sonnenfinsternis vom 21. August 2017 in den USA. Im dreitägigen Zeitraum rund um das Ereignis lag das Risiko, in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, um 31 Prozent höher als an vergleichbaren Tagen eine Woche davor und danach.
Während dieses Zeitraums waren 741 Menschen an tödlichen Unfällen beteiligt. Das entspricht durchschnittlich 10,3 Personen pro Stunde. An den Vergleichstagen waren es 7,9 Personen pro Stunde.
Nach Berechnungen der Forscher bedeutete das im Schnitt einen zusätzlichen Verkehrstoten alle 95 Minuten. Insgesamt wurden rund 46 zusätzliche Todesfälle mit dem erhöhten Verkehrsrisiko rund um die Sonnenfinsternis in Verbindung gebracht.
Das Überraschende: Die Dunkelheit ist nicht die größte Gefahr
Wer nun glaubt, dass die plötzlich einsetzende Dunkelheit während der Sonnenfinsternis für die erhöhte Unfallgefahr verantwortlich war, liegt offenbar falsch. Ausgerechnet während der Stunde der Sonnenfinsternis ging das Risiko zurück.
Gefährlicher wurde es in den Stunden vor und nach dem Himmelsspektakel. Besonders nach der Sonnenfinsternis schnellte das Verkehrsrisiko zeitweise nach oben und lag fast 50 Prozent über dem Vergleichswert. Als mögliche Erklärung führen die Forscher vor allem die außergewöhnlichen Verkehrsströme rund um das Ereignis an.
Millionen wollen die Sonnenfinsternis sehen
Das Ausmaß des Ansturms war enorm: Schätzungsweise 20 Millionen Menschen reisten 2017 innerhalb der USA in eine andere Stadt, um die totale Sonnenfinsternis mit eigenen Augen zu erleben.
Genau hier entsteht ein gefährlicher Effekt. Während die Menschen über Stunden verteilt zu ihren Beobachtungsplätzen fahren, machen sich nach dem Ende des Spektakels viele nahezu gleichzeitig auf den Heimweg.
Hinzu kommen mögliche Risikofaktoren wie unbekannte Straßen, Zeitdruck, zu hohe Geschwindigkeit und Ablenkung. Die Forscher nennen außerdem Alkohol oder Drogen sowie Menschen, die an unsicheren Stellen am Straßenrand anhalten, um einen möglichst guten Blick auf die Sonnenfinsternis zu erhaschen.
Sonnenfinsternis so riskant wie ein Feiertagswochenende
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit großen Feiertagen. Das erhöhte Verkehrsrisiko rund um die Sonnenfinsternis war laut Studie ähnlich ausgeprägt wie rund um Thanksgiving, Memorial Day oder das Wochenende des 4. Juli. Zu diesen Zeiten sind traditionell besonders viele Menschen auf US-Straßen unterwegs.
Bei klarem Himmel war das erhöhte Risiko sogar noch stärker ausgeprägt.Die Forscher führen als mögliche Erklärung an, dass gutes Wetter besonders viele Menschen zu den Beobachtungsorten gelockt haben könnte.
Wer jetzt ins Auto steigt, sollte besonders aufpassen
Auch wenn die Untersuchung auf Daten aus den USA basiert, sind die Sicherheitstipps einfach: Tempolimits einhalten, ausreichend Abstand halten, Ablenkungen vermeiden und immer angeschnallt fahren. Alkohol und Drogen sind am Steuer ohnehin tabu.
Besonders wichtig: Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte dafür einen sicheren Platz abseits der Fahrbahn suchen und keinesfalls während der Fahrt versuchen, einen Blick auf das Himmelsspektakel zu erhaschen.
Denn während heute Millionen Augen nach oben gerichtet sind, gilt für Autofahrer weiterhin eine ganz andere Regel: Der wichtigste Blick ist jener auf die Straße.