Reza Pahlavi in Berlin attackiert: Angriff vor Kameras auf Sohn des Shahs
- Reza Pahlavi in Berlin attackiert
- Täter festgenommen
- Scharfe Kritik am Iran
- Keine Gespräche mit Regierung
- Hintergrund Exil Iran
Der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi ist bei seinem Besuch in Berlin attackiert worden. Der Vorfall hat sich am Donnerstag vor der Bundespressekonferenz im Berliner Regierungsviertel ereignet, wo aktuell mehrere politische Veranstaltungen und Demonstrationen stattfinden.
Reza Pahlavi hält sich derzeit in Berlin auf, um für mehr Unterstützung westlicher Staaten im Kampf gegen das iranische Regime zu werben. Kurz nach seinem Auftritt ist der 65-Jährige mit einer roten Flüssigkeit beworfen worden, die ihn an Schulter und Hals getroffen hat. Zunächst ist von einem Tomatenwurf die Rede gewesen, später hat die Polizei ihre Angaben korrigiert und nur noch von „roter Flüssigkeit“ gesprochen. Aus seinem Umfeld ist hingegen bestätigt worden, dass es sich um Tomatensoße gehandelt hat.
Täter festgenommen: Polizei ermittelt zum Motiv
Der mutmaßliche Angreifer ist unmittelbar nach der Tat von Sicherheitskräften gestoppt und festgenommen worden. Laut Polizei wird der Mann aktuell zu seiner Identität und seinem Motiv befragt. Weitere Details sind bisher nicht bekannt. Reza Pahlavi hat gelassen reagiert, seinen Unterstützern noch zugewinkt und den Ort anschließend verlassen.
Reza Pahlavi übt scharfe Kritik am Iran: „Verwundete Bestie“
Inhaltlich hat Reza Pahlavi zuvor deutliche Kritik am iranischen Regime geäußert. „Ich sehe nicht, dass das passiert“, hat er mit Blick auf mögliche Reformen gesagt. Das System sei „nie so brüchig wie jetzt“ und „eine verwundete Bestie“. Diplomatische Bemühungen hätten aus seiner Sicht „genug Chancen“ gehabt. Mehrfach hat er zum Sturz der Führung in Teheran aufgerufen.
Keine Gespräche mit Regierung: Reza Pahlavi zeigt sich enttäuscht
Politisch ist der Besuch von Reza Pahlavi ohne Treffen mit der deutschen Bundesregierung geblieben. Gespräche mit Regierungsmitgliedern sind nicht geplant gewesen. Der Exilpolitiker hat das deutlich kritisiert und erklärt, es sei „eine Schande“, dass niemand aus der Regierung mit ihm sprechen habe wollen. Demokratische Staaten sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmlosen“ seien.
Reza Pahlavi: Exil und unklare Lage im Iran
Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs von Iran, der 1979 nach der Islamischen Revolution gestürzt worden ist. Seit Jahrzehnten lebt er im Exil in den USA und tritt als Oppositionspolitiker gegen die Führung in Teheran auf.
Innerhalb der iranischen Opposition bleibt Reza Pahlavi umstritten. Während einige ihn als mögliche Führungsfigur für einen politischen Übergang sehen, verweisen Kritiker auf die autoritäre Herrschaft seines Vaters. CDU-Politiker Armin Laschet nimmt ihn in Schutz: "Das ist ja auch fast 40 Jahre her.“ Reza Pahlavi könne „eine Person sein, die einen Übergang leitet“.
Wie groß sein Rückhalt im Land tatsächlich ist, bleibt unklar. Repressionen und die aktuelle Lage erschweren verlässliche Einschätzungen.