Bei Flugzeugabsturz: Prater-Pionier unter Todesopfern
Der bekannte Freizeitpark-Unternehmer und Prater-Pionier Walter Pondorfer ist tot. Der 65-Jährige kam zu Fronleichnam bei einem tragischen Flugzeugabsturz im Süden der Halbinsel Istrien in Kroatien ums Leben. Nahe dem Urlaubsort Medulin stürzte ein aus Österreich kommendes Kleinflugzeug ab, wobei alle vier Insassen an Bord ihr Leben verloren. Mittlerweile herrscht traurige Gewissheit, dass der prominente Konstrukteur des Wiener "Prater Turms" zu den Todesopfern des Unglücks zählt.
Rätselhafte letzte Sekunden: Der ungeklärte Absturz nahe dem Sportflugplatz
Das Unglück ereignete sich am Donnerstag kurz vor dem Erreichen des Reiseziels. Die viersitzige Maschine war in Österreich zu einem privaten Ausflug in Richtung Pula gestartet. Zeugen berichteten von einem merkwürdigen Flugverhalten unmittelbar vor dem Aufprall. Demnach flog das Flugzeug zunächst unauffällig in einer Höhe von circa 300 Metern, ehe es ohne erkennbaren Grund in eine steile Spirale überging und ungebremst auf dem Boden zerschellte. Ein Feuer oder eine Explosion im Luftraum wurde von den Augenzeugen nicht beobachtet.
Rund um den Funkverkehr gibt es widersprüchliche Angaben der Behörden:
- Kroatische Medienberichte: Lokale Berichte besagen, dass der Pilot den Landeanflug auf den Sportflugplatz in Medulin vorab nicht ordnungsgemäß über Funk angekündigt habe.
- Dementi aus Tirol: Klaus Hohenauer von der Tiroler Luftfahrtbehörde widersprach in der Krone dieser Darstellung vehement und erklärte, dass für den Hin- und Rückflug korrekte Flugpläne vorlagen. Der verantwortliche Pilot habe stets als äußerst pflichtbewusst und gewissenhaft gegolten.
- Die Pilotenlizenzen: Nach offiziellen Angaben der kroatischen Behörden waren zwei der vier Insassen im Besitz einer gültigen Erlaubnis zum Führen von Luftfahrzeugen.
Ein Leben für den Nervenkitzel: Das weltweite Wirken des Prater-Königs
Mit Walter Pondorfer verliert die Freizeitbranche einen ihrer kreativsten Köpfe. Seit Mitte der 1990er-Jahre war der Osttiroler eine prägende Figur im Wiener Prater, wo er als Betreiber und Entwickler zahlreicher Fahrgeschäfte auftrat. Über seine Firma „Funtime“ erlangte er mit der Konstruktion von gigantischen Freifalltürmen internationale Berühmtheit. Sein meisterhaftes Denkmal setzte er sich im Jahr 2010 mit dem Bau des über 100 Meter hohen Kettenkarussells „Prater Turm“, das seither die Skyline des Wiener Vergnügungsparks prägt.
Neben dem Wahrzeichen entwickelte und betrieb seine Familie viele weitere bekannte Attraktionen im Prater:
- Die spektakuläre Schleuder-Attraktion „Sling Shot“ und das Überkopffahrgeschäft „Black Mamba“.
- Die rasanten Fahrgeschäfte „Turbo Booster Kingsize“, „Tornado“ und „Apollo 12“.
- Die Familienattraktion „Bergrallye“ sowie den Gastronomiebetrieb „Buddys Grill“.
Große Anteilnahme und Trauer: Die Reaktionen aus Dölsach und Wien
Das verheerende Unglück riss insgesamt vier Männer aus Osttirol mitten aus dem Leben. Für jedes Opfer an Bord der Maschine kam jede medizinische Hilfe zu spät. In der Heimatgemeinde Dölsach wurde als Zeichen der tiefen Anteilnahme eine schwarze Trauerfahne vor dem Gemeindeamt gehisst.
Nachdem die familieneigenen Betriebe im Wiener Prater unmittelbar nach dem Unfallereignis am Donnerstag vorübergehend geschlossen worden waren, nahmen sie am Freitagnachmittag den Betrieb wieder auf. Die Angehörigen betonten in einem bewegenden Statement, dass dies ganz im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre: „Walter Pondorfer war mit Leib und Seele Praterunternehmer. Er hat für die Vergnügungsbranche gelebt und würde wollen, dass es weitergeht! Danke an alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns großartig zur Seite stehen. Wir halten jetzt alle zusammen.“