Extrem-Hitze: Marcus Wadsak schlägt Alarm
ORF-Meteorologe Marcus Wadsak schlägt aufgrund der anhaltenden Hitzewelle und Dürre in Österreich Alarm. Neben einer sich weiter verschärfenden Wetter-Prognose sorgt derzeit vor allem der dramatisch sinkende Wasserstand des Neusiedler Sees für Besorgnis. In einer ausführlichen Stellungnahme auf Facebook ordnet der Wetterexperte die aktuellen extremen Temperaturen wissenschaftlich ein und widerspricht den Zweiflern am Klimawandel deutlich.
Die Temperaturen bleiben auf Rekordniveau und eine nachhaltige Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht.
Dramatischer Wasserverlust am Neusiedler See
Besonders alarmierend sind die Zahlen, die der Meteorologe zum Neusiedler See in einem Posting nennt. Durch die anhaltende Hitze verdunstet derzeit täglich rund ein Zentimeter Wasser. Seit April ist der See bereits um 40 Zentimeter seichter geworden.
Insgesamt haben den See rund 128 Milliarden Liter Wasser verlassen – eine Menge, die umgerechnet dem gesamten Wasservolumen des tiroler Plansees entspricht. Laut Wadsak handle es sich hierbei um ein Problem, das im laufenden Jahr viele Gewässer in Österreich teilen.
Rekordhitze und physikalische Fakten
In einer Video-Analyse auf der Social-Media-Plattform hebt der ORF-Wettermann hervor, dass Österreich in diesem Sommer bereits sechs Tage mit Temperaturen von über 40 Grad verzeichnet hat. Dass solche Werte ohne die globale Erwärmung möglich wären, schließt der Experte aus.
Auch Behauptungen, dass es in Österreich physikalisch unmöglich sei, 42 Grad zu erreichen, erteilt der Meteorologe eine Absage:
„Natürlich kann es 42 Grad kriegen. Haben wir in Ungarn schon erlebt, haben wir in Slowenien schon erlebt, in Italien selbstverständlich. Da gibt es kein Schild an Österreichs Grenzen, das sagt: 'Stopp für 42 Grad'. Physikalischer Unsinn. Die Celsius-Skala ist nach oben offen und natürlich kann es auch in Österreich einmal über 42 Grad bekommen.“
Klimawandel verstärkt extreme Wetterlagen
Zwar sei die zugrundeliegende Wetterlage – ein blockiertes Hochdruckgebiet mit heißer Luft aus Afrika – nicht neu, wohl aber die damit einhergehende Temperaturintensität. Der Klimawandel heize altbekannte Wettermuster zusätzlich an und verlängere Dürreperioden.
Zudem warnt Marcus Wadsak davor, den Blick nur auf die Hitze zu richten. Pro Grad Erwärmung könne die Atmosphäre rund sieben Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was bei Umschwüngen zu extremen Starkregenereignissen, Gewittern und Murenabgängen führe.
Abschließend betont der Meteorologe, dass es sich nicht mehr um einen „Sommer wie früher“ handle:
„Wer was anderes behauptet, liegt einfach falsch und Meinung gegen Fakten, Meinung gegen Messergebnisse funktioniert einfach nicht. In diesem Sinne, es ist Sommer, jawoll, aber vergessen wir nicht, da steckt schon sehr viel Klimawandel in unserem Wetter.“