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Drei Frauen beim Wiener Opernball 2026: links Aktivistin und EU-Abgeordnete Lena Schilling im Kleid mit der Aufschrift „Tax the Rich, Save the Climate“, in der Mitte Fran Drescher in schwarzem Smokingkleid mit Diamantcollier, rechts Sharon Stone mit Tränen in den Augen vor dem festlich beleuchteten Ballsaal der Wiener Staatsoper am Opernball 2026.
Skandalkleider, Glanz-Auftritte und Tränen am Wiener Opernball 2026.
Skandalkleider, Glanz-Auftritte und Tränen am Wiener Opernball 2026.
Bildmontage weekend: APA-Images / Andreas Tischler, APA-Images / APA / HELMUT FOHRINGER, APA-Images / First Look / Roman Zach-Kiesling (2)

Tränen, Skandale, Stürze: Das war der Opernball 2026

13.02.2026 um 09:18, APA, Red
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Der Opernball 2026 begeistert mit Musical-Highlights, Stars wie Sharon Stone und Fran Drescher sowie politischen Gästen – und interessanten Auftritten.

Broadway-Feeling am Wiener Opernball: Von "The Carousel Waltz" bis hin zur "West Side Story", die Eröffnung des Fests beschritt am Donnerstagabend Neuland. Den 5.500 Besucherinnen und Besuchern dürfte das Experiment gefallen haben, besonders das Ballett wurde vom Publikum gefeiert. Die US-Schauspielerin Sharon Stone sorgte indes für eine kleine Schrecksekunde.

Schrecksekunde um Sharon Stone

Nach einem Interview kurz nach ihrem Eintreffen wurde die US-Schauspielerin in der Oper laut ihren Gastgebern derartig "von der Schönheit und Eleganz der Menschen überwältigt", dass sie ins nahe gelegene Hotel Sacher gebracht werden musste – auch um ihr Make-up zu erneuern. Dort konnte sie sich dann offenbar so weit erholen, dass sie wieder zurück zum Fest konnte.

Freude über ein "Meer von Eleganz"

Bei dem ORF-Interview zeigte Stone ein zunehmend erratisches Verhalten. Zuerst schwärmte sie davon, dass "die Polizisten so fesch sind", dann sprach sie sichtlich mitgenommen über ein "Meer von Eleganz" und "kulturellem Stolz". Bis sie schließlich unter Tränen die "Liebe zu den Mitmenschen" lobte.

Während es zuerst hieß, Stone habe eine Panikattacke erlitten, wurde dies später dementiert. Die "Freudentränen" hätten vielmehr gezeigt, "wie magisch dieser Abend ist". „Es ist völlig verständlich, dass man sich nach solchen Emotionen kurz ins Hotel zurückzieht, um sich frisch zu machen und dann in vollem Glanz zurückzukehren“, so Gastgeber Karl Guschlbauer in einem Statement. Nach der Eröffnung gab Stone abermals dem ORF ein Interview: „Es ist wie in den Filmen, die ich gesehen habe, als ich klein war.“ Auf die Frage, ob sie noch mit ihrem Sohn tanzen würde, sagte sie mit Blick auf die volle Tanzfläche: „Ich glaube nicht, dass mich die Leute tanzen lassen würden.“

Großer Jubel für das Ballett

Bei der Eröffnung merkte das Publikum von dem Zwischenfall freilich nichts. Gefeiert wurde vor allem der Auftritt des Staatsballetts, das in goldenen Kostümen von Giorgio Armani den "The Carousel Waltz" aus dem Musical "Carousel" tanzte. Auch Teile der ausgewählten Musikstücke, die von der südafrikanischen Sopranistin Pretty Yende und dem französischen Tenor Benjamin Bernheim gesungen wurden, versprühten viel Broadway-Feeling. So konnten die Besucherinnen und Besucher etwa bei der "Maria"-Arie und der Balkonszene aus dem weltberühmten Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein mitschmachten. Für den Abschluss wurde dann ein Stück ausgewählt, das als heimliche Opernball-Hymne gelten könnte: Das Trinklied aus "La Traviata" von Giuseppe Verdi.

Fran Drescher kam in Smoking-Abendkleid

Fran Drescher kam kurz vor 21.00 Uhr in Begleitung ihres Ex-Mannes Peter Marc Jacobson und Gastgeberin Jacqueline Lugner in die Oper. Als Kleid für den Ball entschied sich Drescher für eine Kreation von Dolce & Gabbana, deren Oberteil an einen Smoking erinnert. „Ich liebe die Kultur hier in Wien, die Musik, die Kunst. Der Opernball ist fantastisch. Ich werde aber nicht tanzen, sondern den Ball eher hier von der Loge genießen, denn jeder will ein Selfie. Wenn, dann schaue ich später nur kurz hinunter. Ich fühle mich ein bisschen wie bei den Sheffields, weil lauter reiche und schöne Leute hier sind“, sagte Drescher der APA.

Für internationalen Flair sorgte das Unternehmen Swarovski, das auch wieder die Tiaras der Debütantinnen spendierte: In ihrer Loge nahm Jude-Law-Tochter Iris Law Platz. „Ich mag Wien, es ist lebendig und energiegeladen“, sagte sie am Red Carpet.

Nichten von Lady Di lieben Wien

Zu Gast waren auch Amelia und Eliza Spencer, die Nichten von Lady Diana. Erster Kommentar: „Wir lieben Wien.“ Gastgeber Weiss war hingegen sprachlos, dass die Spencer-Nichten tatsächlich gekommen waren. Ebenfalls in derselben Loge: Evelyn Burdecki, Shania und Davina Geiss, Nadine Mirada, The BossHoss und Simone Thomalla.

Auch Stammgast Harald Glööckler freute sich – heuer in blond – und bezog eine Loge auf der Bühne. Oliver Pocher kam zum wiederholten Male, auch dieses Mal feierte er mit seiner Ex-Frau Sandy Meyer-Wölden. Ebenfalls anwesend waren unter vielen Ex-Fußballer Herbert Prohaska mit seiner Enkeltochter Paula: „Ich darf auch in einer Loge sitzen“, freute er sich.

Politik ohne Bundeskanzler

Auch die Politik fand sich in der Staatsoper ein: Bundespräsident Alexander Van der Bellen kam wie jedes Jahr mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer. Die Veranstaltung soll eine "Botschaft der Zuversicht" in die Welt tragen, so Van der Bellen im ORF-Interview. „Viele ausländische Gäste sehen, wie man friedlich gemeinsam feiern kann, ohne Prinzipien aufgeben zu müssen.“

Nicht dabei sein konnte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wegen eines EU-Gipfels, vertreten ließ er sich de facto von Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP). Ebenfalls ihre Runden durch die Oper drehte Partei-Kollegin und Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kam mit ihrer philippinischen Amtskollegin Maria Theresa Lazaro. Premiere am Staatsball feierte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ), der im Interview sagte, den Opernball immer Olympia vorzuziehen. Begleitet wurde er von seinem langjährigen Freund Max Minichmayr, Klient der Lebenshilfe Baden, die sich für Menschen mit intellektuellen Behinderungen einsetzt.

Ebenfalls dabei waren Peter Hanke (SPÖ), Michael Ludwig (SPÖ) sowie Thomas Stelzer (ÖVP).

Politische Kritik am Red Carpet

Politische Kritik gab es zu Beginn auch am Red Carpet: Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling protestierte für mehr Klimaschutz und kritisierte den ökologischen Fußabdruck der reichen Menschen. Dazu trug sie ein entsprechendes Kleid mit Botschaft.

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