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Ein weißer Reisebus fährt auf einer Landstraße.
Krk-Brücke gesperrt: Reisebus aus Graz bleibt im Sturm in Kroatien stecken.
Krk-Brücke gesperrt: Reisebus aus Graz bleibt im Sturm in Kroatien stecken.
iStock.com/Apriori1

Krk-Brücke gesperrt: Sturm bringt Reisebus aus Graz in Not

02.04.2026 um 08:33, Yunus Emre Kurt
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Krk-Brücke gesperrt: Ein Reisebus aus Graz bleibt im Sturm stecken, während die Bora mit Orkanböen den Verkehr in Kroatien lahmlegt.

Krk-Brücke gesperrt: Ein Reisebus aus Graz mit 77 Passagieren gerät in Kroatien in einem heftigen Sturm in Not. Der Vorfall gilt als Notfall, verletzt wird nach aktuellem Stand aber niemand.

Rettungs- und Betreuungsmaßnahmen für die Reisenden

Der Bus wurde am Mittwoch wegen der orkanartigen Bora von der gesperrten Adria-Autobahn abgeleitet und von der Polizei auf eine schmale Bergstraße umgeleitet. Dort konnte der mit einem Skikoffer ausgestattete Reisebus wegen der widrigen Wetterbedingungen, der Enge der Strecke und eines Hindernisses nicht weiterfahren und blieb stecken.

Gegen 4.30 Uhr ging beim Zivilschutzverband von Zadar ein Notruf ein. Feuerwehr und Polizei, unter anderem aus Benkovac, rückten zur Bergstrecke aus. Die Feuerwehr beseitigte beziehungsweise beiseiteschiebt ein Hindernis auf der Straße. Wegen des Sturms und der gefährlichen Bedingungen untersagten die Behörden eine Weiterfahrt des Busses.

Die 77 Fahrgäste wurden in das Kultur- und Informationszentrum Napredak im Ort Gračac gebracht und dort vorübergehend untergebracht. Sie warteten auf einen Ersatzbus eines steirischen Reiseunternehmens, der aus der Steiermark nach Kroatien geschickt wurde. Der Ersatzbus erreichte die Gruppe von der anderen Seite her und holte sie im Süden ab. Am späten Mittwochnachmittag befanden sich alle Gäste wieder auf dem Weg zurück nach Graz. Der ursprüngliche Busfahrer musste vor Ort warten, bis der Sturm nachlässt, und konnte erst danach mit dem Reisebus nach Österreich zurückkehren.

Orkanartige Bora legt Verkehr in Kroatien lahm

Der Zwischenfall mit dem Grazer Reisebus steht im Zusammenhang mit einer extremen Unwetterlage in Kroatien. Die Bora peitscht mit Windspitzen von teils über 190 km/h über das Land, Sturmböen von bis zu 130 km/h werden gemessen. Auf der Insel Rab werden Spitzenwerte von 192 km/h registriert. Im Kanal zwischen dem Festland und der Insel Krk erreicht der Sturm mehr als 170 km/h, die Krk-Brücke wird von Böen mit 162 km/h getroffen.

Entlang der Küste sorgen die orkanartigen Winde für massive Einschränkungen im Verkehr. Die Adria-Autobahn zwischen Senj und Sveta Marija Magdalena ist gesperrt. Auch auf weiteren Autobahnen, Schnellstraßen und Landstraßen gibt es Behinderungen oder Teilsperren. Fast der gesamte Fährverkehr wird eingestellt, die Insel Pag ist dadurch vom Festland abgeschnitten. Für mehrere Küstenabschnitte gilt eine Warnung vor extrem gefährlichen Bedingungen auf See.

In Povile, Prizna und Bakarac erreicht die Bora derzeit 145, 145 und 136 km/h. Die Winde sollen sich im Tagesverlauf noch verstärken. Die Bora weht immer heftiger, die Telefone bei der Feuerwehr in Rijeka klingeln ununterbrochen, es werden weitere Einsätze erwartet.

Im Landesinneren und im Hochland sind ebenfalls schwere Sturmböen möglich. Dazu kommt unbeständiges Wetter mit wiederholten Niederschlägen. In den Bergen kann es erneut schneien. Am Mittwoch wird nach Angaben der Meteorologen der bisherige Höhepunkt des Unwetters erreicht.

Warnungen der Behörden und Ausblick auf Wetterentwicklung

Die Behörden in Kroatien rufen die Bevölkerung auf, vermeidbare Fahrten zu unterlassen und in geschützten Räumen zu bleiben. Zudem wird dringend davon abgeraten, sich in Küstennähe aufzuhalten oder Reisen in diese Regionen anzutreten. Eine Anreise zur Insel Krk gilt etwa auf dem Seeweg als gefährlich.

Der staatliche Wetterdienst DHMZ ruft bereits einige Tage vor Eintreffen des Sturms für mehrere Landesteile die höchste Warnstufe aus. Besonders von Mittwoch bis Freitag wird unbeständiges Wetter mit kräftigem Wind und wiederholten Niederschlägen erwartet, vor allem im Landesinneren, auf den dalmatinischen Inseln und im Süden Kroatiens. Entlang der Adriaküste gilt eine Warnung vor kräftigen Bora-Winden, die sich insbesondere rund um das Velebit-Gebirge stellenweise zu Orkanböen entwickeln können. Eine Entspannung der Wetterlage wird frühestens gegen Ende der Woche erwartet.

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