Kinderzahnpasta im Test: Oft kein Schutz vor Karies

Sieben von zwölf Kinderzahnpasten sind beim Test durchgefallen.
Autor: Brigitte Biedermann, 21.07.2022 um 12:10 Uhr

Gute Zahnpasten für Kinder sind rar, konstatiert der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nach einem Test von zwölf Produkten.

Nur drei wirklich empfehlenswert

Sieben Zahnpasten sind beim Test durchgefallen, weil sie keine Kariesprophylaxe bieten würden. "Sie enthalten entweder zu wenig oder gar kein Fluorid", so die Tester.

Kinderprodukte werden strenger bewertet

Fünf Zahnpasten schützen zwar sehr gut vor Karies, doch zwei davon enthalten Titandioxid. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft die Substanz nicht mehr als sicher ein, ab August ist E 171 als Zusatzstoff in Lebensmitteln verboten. In Kosmetika allerdings ist es als Farbstoff mit dem Code CI 77891 weiter erlaubt. "Vorsichtshalber raten wir von Pasten mit dem Pigment ab. Produkte für Kleine bewerten wir dabei strenger als jene für ältere Kinder und Erwachsene, weil sie Zahnpasta eher verschlucken", argumentieren die Verbraucherschützer.

Fluorid in der Zahnpasta schützt vor Karies

Eine wesentliche Voraussetzung für die Kariesprophylaxe sei, dass die Zahnpasta eine ausreichende Menge Fluorid enthalte. Lautete die Empfehlung von Fachgesellschaften für Produkte, die für Kinder von null bis sechs Jahren ausgelobt sind, früher auf 500 ppm (Englisch für parts per million, Teile pro Million) Fluorid, so sind es jetzt einheitlich 1.000 ppm. Bis zu den Herstellern scheine sich das nicht herumgesprochen zu haben.

Diese drei Produkte sind empfehlenswert

Von den Produkten im Test empfehlenswert seien neben dem Sieger von Elmex noch die Zahnpasten von Mentadent und Oral-B. Zwei Erzeugnisse mit sehr guter Kariesprophylaxe erhielten aufgrund des Titandioxidzusatzes nur eine durchschnittliche Gesamtnote. In weiteren drei Pasten sei zu wenig Fluorid enthalten, nämlich nur die Hälfte der empfohlenen Menge. Dafür gab es genauso "nicht zufriedenstellend", als wäre gar kein Fluorid enthalten. Das war bei vier Anbietern der Fall.

Alternative Zahnpasten ohne Fluorid

Ohne Fluorid kommen auch so Produkte mit Hydroxylapatit aus. Laut Tubenaufschrift handelt es sich um einen "der Natur nachgebildeten Inhaltsstoff". Das Hydroxylapatit soll den Zahnschmelz mit jedem Putzen reparieren, die Bakterienanlagerung minimieren und so vor Karies schützen. Die Teste meinen: Die Wirksamkeit ist aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.