Plötzlich M5,5: Mega-Erdbeben war nur Fehlalarm
- Vermeintliches Erdbeben sorgt für Aufregung
- Steinbruchsprengung löste Fehlalarm aus
- Warum solche Falschmeldungen entstehen
Ein vermeintliches Erdbeben der Stärke 5,5 nahe der tschechischen Stadt Pilsen hat am Donnerstagabend für große Verunsicherung gesorgt. Zahlreiche Erdbeben-Apps und internationale Dienste meldeten das Ereignis, doch kurze Zeit später stellte sich heraus: Das Beben hat nie stattgefunden.
Ausgelöst wurde der Fehlalarm offenbar durch eine Steinbruchsprengung, die vom automatischen Auswertungssystem fälschlicherweise als deutlich stärkeres Erdbeben eingestuft wurde.
Vermeintliches Erdbeben sorgt für Aufregung
Donnerstag gegen 18 Uhr verbreiteten verschiedene Erdbeben-Dienste die Meldung über ein Beben der Magnitude 5,5 südwestlich von Prag. Nach den ersten Berechnungen hätte ein solches Ereignis von Millionen Menschen gespürt werden können.
Schnell wurde die Meldung über zahlreiche Apps und Plattformen weiterverbreitet. Tatsächlich gab es jedoch kein Erdbeben, sondern lediglich ein seismisches Signal.
Dieses stammte nach bisherigen Erkenntnissen von einer kontrollierten Sprengung in einem Steinbruch nahe Prag.
Steinbruchsprengung löste Fehlalarm aus
Verantwortlich für die falsche Alarmmeldung war offenbar das automatische Ortungssystem des Geofon-Netzwerks des GFZ Potsdam. Warum die Sprengung zunächst als Erdbeben der Stärke 5,5 eingestuft wurde, ist derzeit noch unklar.
Normalerweise erreichen Steinbruchsprengungen lediglich Magnituden unter 2 und werden deshalb kaum außerhalb der Region registriert.
Noch am Abend korrigierte das GFZ den Fehler und stufte das Ereignis auf Magnitude 1,5 herab. Damit verschwand die Meldung auch aus den offiziellen Systemen des Europäischen Mittelmeer-Seismologischen Zentrums (EMSC).
Warum solche Falschmeldungen entstehen
Moderne Erdbebenwarnsysteme arbeiten weitgehend automatisiert. Sie analysieren seismische Signale in Echtzeit und veröffentlichen erste Ergebnisse oft innerhalb weniger Minuten.
Dabei kann es in seltenen Fällen zu Fehlinterpretationen kommen, etwa wenn Sprengungen, technische Störungen oder andere Erschütterungen fälschlicherweise als Erdbeben erkannt werden.
Besonders problematisch wird es, wenn private Erdbeben-Apps diese automatischen Meldungen ungeprüft übernehmen. Selbst nachdem offizielle Stellen eine Korrektur veröffentlicht haben, bleiben die falschen Einträge dort häufig bestehen und sorgen weiterhin für Verwirrung.
Experten betonen deshalb, dass Nutzer bei ungewöhnlichen Erdbebenmeldungen möglichst auf die aktualisierten Informationen offizieller seismologischer Dienste achten sollten.