Arbeitslosigkeit steigt weiter: 368.000 Menschen ohne Job – Frauen besonders betroffen
- Wirtschaftslage belastet Arbeitsmarkt
- Frauen besonders betroffen
- Drei zentrale Gründe
- Weniger offene Stellen
Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Juni erneut gestiegen. Insgesamt sind rund 368.000 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos gemeldet oder befinden sich in Schulungen. Damit liegt die Zahl um mehr als ein Prozent über dem Vorjahreswert.
Wirtschaftslage belastet Arbeitsmarkt
Die angespannte wirtschaftliche Situation sorgt dafür, dass Unternehmen weniger Personal einstellen oder sogar Stellen abbauen. Zusätzlich wirkt sich der seit Februar andauernde Iran-Konflikt indirekt auf die Wirtschaft aus und verstärkt die Unsicherheit.
Vor allem Branchen wie Produktion, Verwaltung sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen verzeichnen steigende Arbeitslosigkeit.
Frauen besonders von Arbeitslosigkeit betroffen
Auffällig ist, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen deutlich stärker steigt als bei Männern. Mehrere strukturelle Gründe tragen zu dieser Entwicklung bei.
Ein zentraler Faktor ist die schrittweise Anhebung des Pensionsalters. Frauen sollen künftig ebenfalls bis 65 Jahre arbeiten. Dadurch bleiben mehr Frauen länger im Erwerbsleben und erhöhen kurzfristig die Zahl der Arbeitssuchenden.
Drei zentrale Gründe für steigende Arbeitslosigkeit
Das AMS nennt drei Hauptursachen für den Anstieg der Arbeitslosigkeit:
Erstens leidet der Handel unter der Teuerung. Steigende Preise führen dazu, dass Konsumenten weniger einkaufen. Unternehmen reagieren mit weniger Einstellungen oder Personalabbau.
Zweitens kommt es im Pflegebereich vermehrt zu Jobwechseln. Während der Übergangsphase zwischen zwei Beschäftigungen sind viele Menschen vorübergehend arbeitslos gemeldet.
Drittens sorgt die Pensionsreform bei Frauen für zusätzliche Arbeitslose. Allein dadurch kommen rund 2.000 Frauen zusätzlich in die Statistik.
Weniger offene Stellen verschärfen die Lage
Parallel zur steigenden Arbeitslosigkeit sinkt auch die Zahl der offenen Jobs. In Niederösterreich etwa gibt es deutlich weniger freie Stellen und Lehrplätze als noch im Vorjahr.
Das erschwert die Jobsuche zusätzlich und verlängert die Dauer der Arbeitslosigkeit für viele Betroffene.