Aufgeflogen: Karl-Heinz Grasser verschwieg Lebensversicherung
- Karl-Heinz Grasser fehlt bei Tagsatzung
- Vermögensverzeichnis unvollständig
- Gläubiger ohne Fragemöglichkeit
- Grasser verdient aktuell wenig
- Vermögensverwertung läuft weiter
- Zahlungsplan weiter offen
Neue Entwicklungen im Grasser-Konkurs: Bei der entscheidenden Tagsatzung am 14. April 2026 ist Karl-Heinz Grasser nicht erschienen. Gleichzeitig werden neue Details zu seinem Vermögen bekannt – mit brisanten Folgen für das Insolvenzverfahren.
Karl-Heinz Grasser fehlt bei Tagsatzung: Zentrale Fragen bleiben offen
Die Prüfungstagsatzung im Insolvenzverfahren hat nun erstmals stattgefunden. Karl-Heinz Grasser selbst ist jedoch entschuldigt nicht erschienen. Damit konnten die Gläubiger keine direkten Fragen zu seiner finanziellen Situation stellen.
Gerade diese Möglichkeit gilt aber als zentral: Gläubiger haben das Recht, den Schuldner zu Einkommen, Vermögen und früheren Geldflüssen zu befragen. Diese Chance ist durch die Abwesenheit des Ex-Finanzministers entfallen. Aus Sicht der Gläubiger ist die Abwesenheit Grassers problematisch. Gerade bei einer Persönlichkeit mit langjährig hohem Einkommen besteht großes Interesse daran, den Verbleib früherer Vermögenswerte nachvollziehen zu können.
Vermögensverzeichnis unvollständig: Lebensversicherung nicht angegeben
Wie sich jetzt herausgestellt hat, war das abgebene Vermögensverzeichnis offenbar unvollständig. Der Insolvenzverwalter ist im Zuge seiner Ermittlungen auf eine Lebensversicherung gestoßen, die darin nicht angeführt war.
Mittlerweile wurde sie aufgelöst und hat einen mittleren fünfstelligen Betrag in die Insolvenzmasse eingebracht. Falsche oder unvollständige Vermögensverzeichnisse können strafrechtliche Folgen haben.
Das Gericht wird Grasser bei der nächsten Tagsatzung daher das Vermögensverzeichnis erneut zur Unterfertigung unter Wahrheitspflicht vorlegen.
Karl-Heinz Grasser verdient aktuell wenig – Leben durch Ehefrau finanziert
Nach aktuellen Angaben arbeitet Karl-Heinz Grasser derzeit 35 Stunden pro Woche bei einem Unternehmen in Kitzbühel. Dort übernimmt er administrative und kaufmännische Tätigkeiten.
Das Einkommen gilt als eher bescheiden. Bereits seit 2024 habe er laut eigenen Angaben seinen Lebensunterhalt teilweise durch Zuwendungen seiner Ehefrau bestritten. Ein Großteil seines früheren Vermögens sei für die Kosten im Strafverfahren aufgebraucht worden.
Vermögensverwertung läuft: Fokus auf Liechtenstein-Konten
Der Insolvenzverwalter konnte bisher Einnahmen aus einer Lebensversicherung sowie aus Bankguthaben sichern. Weitere Gelder werden auf Konten in Liechtenstein vermutet, diese sind derzeit jedoch beschlagnahmt.
Der Fokus liegt nun darauf, diese Mittel für die Insolvenzmasse verfügbar zu machen. Zudem wird geprüft, ob frühere Zahlungen oder Vermögensverschiebungen rechtlich angefochten werden können.
Zahlungsplan weiter offen – Entscheidung vertagt
Über den bereits vorliegenden Zahlungsplan von drei Prozent kann noch nicht abgestimmt werden. Voraussetzung ist, dass das gesamte Vermögen des Schuldners verwertet wurde.
Erst danach entscheiden die Gläubiger, ob sie dem Angebot zustimmen. Eine vollständige Restschuldbefreiung ist für Grasser nur bei Annahme dieses Plans möglich.
Die Tagsatzung wurder vorerst auf unbestimmte Zeit vertagt.