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Warnstreik der IT-Branche aufgrund der stockenden KV-Verhandlungen.
IT-KV: Neue Gehälter nach erfolgreichen KV-Verhandlungen in der IT-Branche.
IT-KV: Neue Gehälter nach erfolgreichen KV-Verhandlungen in der IT-Branche.
APA-Images / APA / HANS KLAUS TECHT

KV-Verhandlungen in der IT: Einigung erzielt

11.03.2026 um 08:34, Weekend Redaktion
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Der IT-KV ist abgeschlossen: Nach Warnstreiks erhalten rund 90.000 Beschäftigte höhere Gehälter und neue Regeln.

Der IT-KV ist abgeschlossen. Die KV-Verhandlungen in der österreichischen IT-Branche sind nach mehreren schwierigen Runden abgeschlossen. Nach sechs ergebnislosen Gesprächen erreichen Gewerkschaft und Arbeitgeber in der siebten Runde eine Einigung. Der IT-KV betrifft rund 90.000 Beschäftigte der IT-Branche.

IT-KV: Kernpunkte des Abschlusses

Die Mindestgehälter im IT-Kollektivvertrag steigen sozial gestaffelt zwischen 3,1 und 2,7 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich die Ist-Gehaltssumme um 2,75 Prozent, ebenso mehrere Zulagen.

Auch die Tätigkeitsfamilien werden unterschiedlich angehoben. Die Tätigkeitsfamilie ZT steigt um 3,1 Prozent, AT um 3,0 Prozent, ST 1 um 2,9 Prozent, ST 2 um 2,8 Prozent und LT um 2,7 Prozent.

Für Lehrlinge gelten künftig fixe Einkommen. Im ersten Lehrjahr erhalten sie 960 Euro, im zweiten 1.210 Euro, im dritten 1.410 Euro und im vierten Lehrjahr 1.750 Euro.

Pflichtpraktikantinnen und Pflichtpraktikanten erhalten zunächst das Einkommen eines Lehrlings im ersten Lehrjahr und ab dem siebten Monat den Betrag des zweiten Lehrjahres.

Zusätzlich werden Kilometergeld und Reiseaufwandsentschädigung ab April an die steuerlichen Freigrenzen angepasst.

IT KV: Warnstreiks führten zur Einigung

Den KV-Verhandlungen geht ein langer Konflikt voraus. Mehrere Gesprächsrunden bleiben zunächst ohne Ergebnis.

Die Arbeitgeberseite fordert zeitweise ein Aussetzen der Erhöhung der Ist-Gehaltssumme. Ihr Angebot liegt zunächst bei einer Erhöhung der Mindestgehälter um 2,5 Prozent und der Ist-Gehälter um 2,0 Prozent.

In der sechsten Verhandlungsrunde wird nur eine Erhöhung von zwei Prozent angeboten. Daraufhin beschließen Betriebsratsvorsitzende der IT-Branche Kampfmaßnahmen.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund erteilt die Streikfreigabe. Anfang März kommt es erstmals zu Warnstreiks in der IT-Branche, unter anderem in Tirol, Wien und weiteren Bundesländern.

Diese Warnstreiks erhöhen kurz vor der siebten Runde den Druck auf die Arbeitgeberseite.

Reaktionen auf den IT-KV Abschluss

Die Gewerkschaft bezeichnet den Abschluss als schwierigen, aber notwendigen Kompromiss. Beide Seiten hätten in den Verhandlungen Zugeständnisse machen müssen.

Gleichzeitig kritisieren Gewerkschaftsvertreter die Arbeitgeberseite. Diese habe die Gespräche über Monate verzögert und erst spät ein konkretes Angebot vorgelegt.

Die Warnstreiks werden von der Arbeitnehmerseite als entscheidender Faktor für die Einigung gesehen.

Viele Beschäftigte hätten durch Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen gezeigt, dass sie bereit seien, für ihren Kollektivvertrag einzutreten.

Mit der Einigung endet ein angespanntes Kapitel der KV-Verhandlungen in der IT-Branche.

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