Hipp-Verdächtiger in U-Haft: Rattengift bei Hausdurchsuchung entdeckt
- Schwere Vorwürfe gegen den 39-Jährigen
- Rattengift-Fund sorgt für Fragen
- 15 Mikrogramm Gift in Babyglas
- Zweites Glas weiter verschwunden
- Erpressungsversuch im Hintergrund
- Ermittlungen dauern an
Im Fall der manipulierten Babynahrung des Herstellers Hipp ist über den festgenommenen Verdächtigen Untersuchungshaft verhängt worden. Der 39-Jährige sitzt nun in der Justizanstalt Eisenstadt. Laut Staatsanwaltschaft wurde die U-Haft zunächst für 14 Tage angeordnet.
Als Begründung nennt die Behörde Tatbegehungsgefahr, Fluchtgefahr sowie Verdunkelungsgefahr. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.
Schwere Vorwürfe gegen den 39-Jährigen
Gegen den Mann wird wegen versuchter schwerer Erpressung, vorsätzlicher Gemeingefährdung sowie versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Er soll Babynahrung manipuliert und mit weiteren Taten gedroht haben.
Der Verdächtige selbst bestreitet alle Vorwürfe. Über seinen Anwalt lässt er ausrichten, er habe mit der gesamten Causa nichts zu tun.
Rattengift-Fund sorgt für neue Fragen
Bei einer Hausdurchsuchung ist am Wohnort des Mannes Rattengift sichergestellt worden. Genau dieses Gift soll auch in manipulierten Hipp-Gläsern nachgewiesen worden sein.
Der Verteidiger erklärt dazu, das Gift sei für eine landwirtschaftliche Nutzung in der Slowakei bestimmt gewesen. Die Polizei äußerte sich dazu bislang nicht.
15 Mikrogramm Gift in Babyglas gefunden
In einem sichergestellten Glas Babynahrung sind 15 Mikrogramm Rattengift nachgewiesen worden. Welche Auswirkungen diese Menge auf ein Kleinkind gehabt hätte, ist weiterhin unklar. Ein entsprechendes toxikologisches Gutachten steht noch aus und gilt als entscheidend für die weitere rechtliche Bewertung des Falls.
Zweites Glas weiter verschwunden
Besonders brisant bleibt die Suche nach einem weiteren manipulierten Produkt. Ein zweites Glas, das ebenfalls in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht. Ob sich dieses noch im Umlauf befindet, ist unklar.
Erpressungsversuch im Hintergrund
Parallel ermitteln die Behörden wegen eines Erpressungsversuchs. Laut Berichten soll eine E-Mail an den Hersteller geschickt worden sein, in der zwei Millionen Euro gefordert wurden. Gleichzeitig wurde damit gedroht, weitere vergiftete Produkte in Umlauf zu bringen.
Der Rückruf der betroffenen Hipp-Produkte hatte Mitte April für große Verunsicherung gesorgt. Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei mehrere manipulierte Gläser sichergestellt, bevor sie konsumiert werden konnten.
Es gilt die Unschuldsvermutung.