Hipp-Erpressung aus Rache: Jetzt spricht der Verdächtige
Im Fall der manipulierten Hipp-Babynahrung rückt das mögliche Motiv des Verdächtigen immer stärker in den Fokus. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter des Babynahrungsherstellers Hipp.
Motiv rückt in den Fokus
Der 39-Jährige soll laut Medienberichten in einer persönlichen Krise gesteckt haben. Anfang des Jahres hat er seinen Job beim Babynahrungshersteller verloren, kurz darauf ist auch seine Ehe zerbrochen. Der Kontakt zu seinen drei Kindern soll ebenfalls abgebrochen sein.
Konkret wird dem 39-Jährigen vorgeworfen, mehrere Gläser Babynahrung manipuliert zu haben. In zumindest einem Fall ist Rattengift nachgewiesen worden. Insgesamt sind in Österreich, Tschechien und der Slowakei mehrere betroffene Produkte sichergestellt worden. Der Verdächtige selbst bestreitet jede Verbindung zu dem Fall und betont seine Unschuld. Über seinen Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger lässt er ausrichten, es gebe eine „klare Linie“: Er habe mit der Causa nichts zu tun, die Ermittlungen seien ein „Rohrkrepierer“.
Alibi durch Smartwatch sorgt für neue Fragen
Der festgenommene Verdächtige hat sich erstmals zu den Vorwürfen geäußert und bestreitet jede Schuld. „Das ist alles nicht wahr. Ich weise alle Vorwürfe zurück. Ich war das nicht“, erklärt er über seinen Verteidiger.
Für Aufsehen sorgt auch das angebliche Alibi des Verdächtigen. Er behauptet, sich zum Zeitpunkt relevanter Vorfälle nicht in Tschechien aufgehalten zu haben. Seine Smartwatch soll seine Bewegungsdaten lückenlos dokumentieren. Ob diese Daten tatsächlich entlastend wirken, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Rache als mögliches Motiv im Hipp-Fall
Der Verdächtige wurde von der „SOKO Glas“ am Samstag in St. Gilgen in Salzburg festgenommen und in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert. Nach seiner Kündigung soll sich beim Verdächtigen Frust angestaut haben, der schließlich in den mutmaßlichen Erpressungsversuch gemündet ist. Ermittler prüfen nun, ob der Mann aus Rache gehandelt haben könnte.
Erpressungs-Mail im Zentrum
Im Zentrum der Ermittlungen steht eine E-Mail, die an den Babynahrungshersteller Hipp geschickt worden sein soll. Darin ist laut Berichten eine Forderung über zwei Millionen Euro gestellt worden. Gleichzeitig soll gedroht worden sein, vergiftete Babynahrung in Umlauf zu bringen. Erst nachdem manipulierte Gläser entdeckt worden sind, ist das Schreiben in den Fokus der Ermittlungen geraten.
Rattengift bei Hausdurchsuchung
Bei einer Hausdurchsuchung am Wohnort des Verdächtigen ist zudem Rattengift sichergestellt worden. Genau dieses Gift soll laut Ermittlern auch in manipulierten Gläsern verwendet worden sein. Der 39-Jährige bestreitet einen Zusammenhang.
Internationale Ermittlungen laufen
Der Fall hat weit über Österreich hinaus für Aufsehen gesorgt. In mehreren Ländern sind manipulierte Gläser sichergestellt worden, darunter auch in Tschechien und der Slowakei. In einem Glas ist Rattengift nachgewiesen worden. Welche Folgen ein Verzehr gehabt hätte, ist weiterhin unklar. Ein weiteres mutmaßlich manipuliertes Glas ist bislang nicht aufgetaucht. Ob es sich noch im Umlauf befindet, ist unklar.
Es gilt die Unschuldsvermutung.