Hellweg: Baumarkt schließt alle Filialen
Für Hellweg in Österreich zeichnet sich das endgültige Aus ab. Nachdem bereits die Schließung der Baumärkte in Raaba bei Graz und Fürstenfeld beantragt worden ist, sollen nun auch die vier verbliebenen Standorte geschlossen werden.
- Hellweg beantragt Schließung der letzten vier Baumärkte
- Damit stehen alle sechs Hellweg-Filialen vor dem Aus
- Investor könnte vier Hellweg-Standorte noch retten
- Hellweg steckt seit Ende Juni in der Insolvenz
- Krise am Baumarkt-Markt bringt Hellweg unter Druck
Hellweg beantragt Schließung der letzten vier Baumärkte
Der Sanierungsverwalter hat in Abstimmung mit dem Unternehmen beim Landesgericht Linz die Schließung der vier verbliebenen Hellweg-Standorte in Österreich beantragt.
„Der Sanierungsverwalter hat heute in Abstimmung mit der Schuldnerin beim Landesgericht Linz einen Antrag auf insolvenzgerichtliche Schließung der Standorte Ried im Innkreis, Graz-Eggenberg, Straßwalchen und Kirchdorf an der Krems gestellt“, heißt es seitens des Unternehmens.
Von der beantragten Schließung sind 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Sie sind bereits über die Entwicklung informiert worden. Lediglich Marktleitung und Brandschutz sollen vorerst ausgenommen bleiben, damit die Sicherheit an den Standorten während der Verwertung gewährleistet werden kann.
Damit stehen alle sechs Hellweg-Filialen vor dem Aus
Für die beiden Standorte Raaba bei Graz und Fürstenfeld ist bereits zuvor die Schließung beantragt worden. Dort hat sich für einen Interessenten keine Perspektive für eine Fortführung ergeben. Die Warenbestände der beiden Baumärkte werden mittlerweile im Auftrag des Sanierungsverwalters versteigert.
Auch die vorhandenen Warenbestände der verbliebenen vier Hellweg-Filialen sollen durch ein professionelles Verwertungsunternehmen verkauft werden.
Investor könnte vier Hellweg-Standorte noch retten
Ganz abgeschlossen ist das Kapitel Hellweg Österreich allerdings noch nicht. Parallel zur beantragten Schließung laufen weiterhin Gespräche über eine Investorenlösung für die vier verbliebenen Standorte.
„Es werden weiterhin Verhandlungen mit einem potenziellen Investor fortgeführt“, heißt es dazu. Das erklärte Ziel sei, die vier Standorte mit einem eigenen Warenbestand weiterzuführen und auch die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen.
Ein konkretes Ergebnis liegt bislang jedoch nicht vor. Auch der mögliche Investor ist nicht genannt worden. Damit bleibt offen, ob die vier Märkte nach der Abwicklung von Hellweg unter einem neuen Betreiber weitergeführt werden können.
Hellweg steckt seit Ende Juni in der Insolvenz
Über die Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH ist am 30. Juni 2026 am Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet worden. Zuvor hat bereits die deutsche Konzernmutter Mitte Juni Insolvenz angemeldet. Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung hat Hellweg in Österreich sechs Bau- und Gartenmärkte mit insgesamt 165 Beschäftigten betrieben.
Die Verbindlichkeiten der österreichischen Gesellschaft liegen bei rund 23,8 Millionen Euro, betroffen sind rund 280 Gläubiger. Dem stehen Vermögenswerte mit einem Liquidationswert von rund 7,42 Millionen Euro gegenüber. Das Unternehmen hat einen Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden soll.
Krise am Baumarkt-Markt bringt Hellweg unter Druck
Als Ursache für die wirtschaftlichen Probleme nennt das Unternehmen nicht nur die Situation in Österreich. Laut Creditreform liegt die Insolvenz vielmehr in der anhaltenden Krise des gesamten Do-it-yourself-Marktes begründet.
„Bis auf die Covid 19 Pandemie, verzeichnet die Branche keinerlei Wachstum“, heißt es zur wirtschaftlichen Entwicklung. Lieferkettenprobleme, geopolitische Spannungen, Kaufzurückhaltung, steigende Mieten, Inflation und wetterbedingte Umsatzrückgänge haben die Situation zusätzlich verschärft.
Sanierungsmaßnahmen innerhalb des Konzerns haben die Probleme letztlich nicht lösen können. „Die auf Konzernebene umgesetzten Sanierungsmaßnahmen konnten die nachhaltige Sanierung nicht sicherstellen“, heißt es dazu.