Fall Gunkl: Mädchen soll ihm „zugeführt“ worden sein
- Gunkl soll Frauen vor zehn Jahren kennengelernt haben
- 2024 soll der Kontakt wieder begonnen haben
- Anwalt sagt, Mädchen sei Gunkl „zugeführt“ worden
- Paal wurde erpresst
- Anwalt der Frauen spricht von Geständnissen
- Kinder befinden sich in Obhut der MA 11
Im Fall um Günther Paal, besser bekannt als „Gunkl“, werden neue Details bekannt. Gegenüber der Kronen Zeitung schilder sein Verteidiger Florian Höllwarth, wie der Kabarettist die beiden ebenfalls angeklagten Frauen kennengelernt haben soll und wie Jahre später der Kontakt zu dem Kind entstanden sei. Dabei erhebt der Anwalt schwere Vorwürfe gegen die Mutter und Großmutter.
Gunkl soll Frauen vor zehn Jahren kennengelernt haben
Die Vorgeschichte reicht nach Angaben von Paals Anwalt rund zehn Jahre zurück. Höllwarth zufolge lernte Gunkl die heute 42-jährige Frau und deren mittlerweile 62-jährige Mutter über eine Anzeige kennen. Der Verteidiger bezeichnet die beiden Frauen gegenüber der Krone als Sexarbeiterinnen. Rund ein Jahr lang sollen die drei Kontakt gehabt haben. Nach Darstellung des Anwalts seien dabei auch die verlangten Zahlungen immer weiter erhöht worden, bis Paal den Kontakt schließlich beendet habe.
2024 soll der Kontakt wieder begonnen haben
Jahre später soll sich die 42-Jährige wieder bei dem Kabarettisten gemeldet haben. Laut Höllwarth kontaktierte sie Paal 2024 mit dem Vorschlag, sich erneut zu dritt zu treffen. Im Zuge dieses neuerlichen Kontakts habe der Kabarettist auch die Tochter der Frau kennengelernt.
Anwalt sagt, Mädchen sei Gunkl „zugeführt“ worden
Besonders schwer wiegt eine weitere Darstellung des Verteidigers. Höllwarth zufolge sei Paal das Mädchen im Zuge der Treffen „zugeführt“ worden.
Anfang 2025 soll es in Paals Wohnung schließlich zu jener Handlung an dem Kind gekommen sein, die nun Gegenstand der Anklage gegen den 64-Jährigen ist. Höllwarth bezeichnet den angeklagten Vorfall als einmalig und stellt ausdrücklich klar: „Es hat sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt und es war ein einmaliger Vorfall.“ Auch Günther Paal hat sich mittlerweile in einem Statement konkret zu dem Vorfall geäußert.
Paal wurde erpresst
Die Mutter soll nach dem mutmaßlichen Vorfall nicht zur Polizei gegangen sein. Stattdessen wirft die Anklage ihr und ihrer Mutter schwere Erpressung vor. Nach Angaben Höllwarths seien zunächst vergleichsweise geringe Geldbeträge verlangt worden. Anfangs soll es um 200 Euro, anschließend um 300 Euro für das Kind gegangen sein. Danach seien die Forderungen immer weiter gestiegen.
Laut Anklage sollen die beiden Frauen Paal schließlich zu Zahlungen in einer Gesamthöhe von 189.000 Euro gebracht haben. Dabei sollen sie unter anderem mit der Veröffentlichung von Fotos gedroht haben, die den Missbrauch des Kindes zeigen sollten. Nach aktuellem Erkenntnisstand dürften diese Fotos aber nicht existieren.
Anwalt der Frauen spricht von Geständnissen
Der Rechtsvertreter der beiden Frauen, Werner Wendt bezeichnet die 42-Jährige gegenüber der APA als „voll geständig zu den Vorwürfen“. Ihre Mutter sei „großteils geständig“. Gleichzeitig spricht Wendt von einem „sehr familiären Umgang“, den seine Mandantinnen mit Paal gepflegt hätten.
Kinder befinden sich in Obhut der MA 11
Das fünfjährige Mädchen und sein siebenjähriger Bruder befinden sich mittlerweile in der Obhut der Wiener Kinder und Jugendhilfe MA 11. Wendt zufolge stehen die Kindesabnahmen nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen.
„Meine Mandantinnen sind verzweifelt, dass die Kinder abgenommen wurden. Die Mutter bereut das alles fürchterlich“, so der Rechtsvertreter. Gegen die beiden Frauen wurde wegen des Vorwurfs der schweren Erpressung Anklage erhoben. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Auch ihre Anklagen sind noch nicht rechtskräftig.
Für sämtliche Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Hilfe bei sexuellem Missbrauch
Kinder, Jugendliche und Betroffene von sexuellem Missbrauch können sich vertraulich an Beratungsstellen wenden. Bei unmittelbarer Gefahr sollte die Polizei verständigt werden.
Rat auf Draht: 147
Die Notrufnummer für Kinder und Jugendliche ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar.
die möwe
Die Kinderschutzzentren beraten Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen bei Gewalt und sexuellem Missbrauch.
WEISSER RING: 0800 112 112
Der Opfer-Notruf bietet kostenlose Unterstützung und Beratung für Betroffene von Straftaten.
Akute Gefahr: Polizei 133
Besteht unmittelbare Gefahr für ein Kind oder eine andere Person, sollte umgehend die Polizei verständigt werden.
Quellen und weiterführende Informationen