Direkt zum Inhalt
Gunkl bei seiner öffentlichen Videostellungnahme zu den Vorwürfen
n einem öffentlichen Video äußert sich Gunkl zu den schweren Vorwürfen und dem bei ihm sichergestellten Material.
n einem öffentlichen Video äußert sich Gunkl zu den schweren Vorwürfen und dem bei ihm sichergestellten Material.
Facebook / Günther Paal

Gunkl gibt Statement nach Anklage: „Das habe ich getan“

17.09.2026 um 07:52, Stefanie Hermann
min read
Gunkl äußert sich nach der Anklage öffentlich zu den schweren Vorwürfen und dem sichergestellten Material: „Ich habe Schande auf mich gebracht."

Nach den schweren Vorwürfen gegen Günther Paal, besser bekannt als „Gunkl“, meldet sich der Kabarettist selbst zu Wort. In einem öffentlichen Video spricht der 64-Jährige über die ihm vorgeworfene Handlung an einem Kind und das bei ihm sichergestellte Missbrauchsmaterial. Gegen Paal wurde Anklage erhoben, diese ist noch nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Hinweis zu sensiblen Inhalten

Dieser Artikel thematisiert sexuellen Missbrauch von Kindern und enthält konkrete Schilderungen sowie Aussagen zu sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial. Die folgenden Inhalte können belastend sein.

Offizielles Statement von Günther Paal

„Ich habe Schande auf mich gebracht“, beginnt Günther Paal seine Stellungnahme. „Ich bedauere zutiefst, was ich gemacht habe. Ich hätte es nicht tun sollen“, sagt Paal.

Die Staatsanwaltschaft legt Paal laut der aktuellen Anklage die Vornahme einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person zur Last. Sein Verteidiger Florian Höllwarth erklärte gegenüber Ö1, beim angeklagten sexuellen Missbrauch handle es sich nicht um Vergewaltigung. Laut „Standard“ deckt sich diese Einordnung mit Angaben des Wiener Straflandesgerichts.

Gunkl gesteht: „Das habe ich getan“

In seinem Video äußert sich Gunkl konkret zu der ihm vorgeworfenen Handlung am Kind. „Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen. Das habe ich getan.“ Es tue ihm „unendlich leid“. Das Geschehene sei „schrecklich“.

Gunkl spricht über Videos auf seinem Rechner

Paal äußert sich in dem Video auch zum zweiten Anklagekomplex. Paal wird das Verschaffen und Besitzen von zumindest 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial mündiger und unmündiger Minderjähriger zur Last gelegt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft reicht die Strafandrohung von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

„Ich habe auch, was ein weiterer Anklagepunkt ist, einiges Videomaterial auf Rechnern gehabt, die sich in meinem Besitz befinden“, sagt er. Es habe eine Phase in seinem Leben gegeben, „da hatte ich die Lust auf solche Videos“.

Nach seiner Darstellung befand sich das Material auf einem alten Rechner. Nachdem er sich einen neuen Computer besorgt hatte, habe er nicht mehr daran gedacht. „Ich wusste wirklich nicht mehr, dass ich das Material noch habe“, erklärt Paal. Die Dateien seien schließlich bei ihm sichergestellt worden. Seine Vergangenheit mit dem Material beschreibt Paal in dem Video mit deutlichen Worten. So jemand wolle man nicht sein, sagt der Kabarettist sinngemäß. „Das ist nicht gut. Das tut mir sehr leid. Damit muss ich leben.“

„Niemand hat gewusst, wie es in mir zugeht“

Sein persönliches und berufliches Umfeld nimmt Paal ausdrücklich aus der Verantwortung. Er wolle alle Menschen, die mit ihm zu tun gehabt hätten, davor bewahren, mit seinen „Fehltritten“ in Verbindung gebracht zu werden.

„Niemand, niemand hat gewusst, wie es in mir zugeht und was mich umtreibt“, sagt Paal. Er habe geglaubt, damit alleine umgehen zu können.

Eindringlicher Appell zum Schutz von Kindern

Heute weiß er: „Das geht nicht alleine.“ Menschen, die entsprechende Neigungen bei sich wahrnehmen, fordert Paal dringend dazu auf, professionelle Hilfe zu suchen. Sein Appell richtet sich schließlich ausdrücklich auf den Schutz von Kindern: „Wenn Sie so was in sich spüren, suchen Sie sich Hilfe.“

Gunkl: „Bereit, jede Strafe hinzunehmen“

Paal kündigt in seiner Stellungnahme an, die Konsequenzen seines Handelns tragen zu wollen. „Ich bin bereit, jede Strafe, die kommt, unwidersprochen hinzunehmen“, sagt der 64-Jährige.

Anklage gegen Gunkl

Die gegen Günther Paal erhobene Anklage ist noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft nach Zustellung der Anklageschrift 14 Tage Zeit, Einspruch bei Gericht zu erheben. Einen Verhandlungstermin gibt es derzeit noch nicht. Die Verhandlung soll vor einem Schöffensenat am Wiener Landesgericht stattfinden. Am Rechtsstatus ändern die Aussagen von Gunkl nichts. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Hilfe bei sexuellem Missbrauch

 

Kinder, Jugendliche und Betroffene von sexuellem Missbrauch können sich vertraulich an Beratungsstellen wenden. Bei unmittelbarer Gefahr sollte die Polizei verständigt werden.

Rat auf Draht: 147
Die Notrufnummer für Kinder und Jugendliche ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar.

die möwe
Die Kinderschutzzentren beraten Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen bei Gewalt und sexuellem Missbrauch.

WEISSER RING: 0800 112 112
Der Opfer-Notruf bietet kostenlose Unterstützung und Beratung für Betroffene von Straftaten.

Akute Gefahr: Polizei 133
Besteht unmittelbare Gefahr für ein Kind oder eine andere Person, sollte umgehend die Polizei verständigt werden.

more