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AMS Logo an einem Gebäude – Symbol für steigende Arbeitslosigkeit in Österreich 2026
AMS-Zentrale: Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt im März 2026 leicht an
AMS-Zentrale: Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt im März 2026 leicht an
Weingartner-Foto/picturedesk.com

Arbeitslosigkeit in Österreich steigt: Krieg stoppt Trendwende

01.04.2026 um 15:52, Stefanie Hermann
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Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt leicht auf 7,5 Prozent. Der Nahost-Krieg bremst die erwartete Erholung am Arbeitsmarkt deutlich.

Die Arbeitslosigkeit in Österreich zeigt im März 2026 weiterhin ein gemischtes Bild. Zwar verlangsamt sich der Anstieg, eine echte Erholung bleibt jedoch weiter aus. Insgesamt sind rund 400.600 Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet, das entspricht einem Plus von 0,9 Prozent im Jahresvergleich. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,5 Prozent.

 „Die angekündigte Trendwende wurde vom Krieg in Nahost gestoppt“, so AMS-Vorständin Petra Draxl.

Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer

Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Geschlechtern bei der Arbeitslosigkeit. Während die Zahl der arbeitslosen Männer erstmals seit 2023 zurückgeht, steigt jene der Frauen deutlich an.

Ein wesentlicher Grund liegt in der Branchenstruktur. Besonders im Handel und im Gesundheitswesen steigt die Arbeitslosigkeit kräftig. Beide Bereiche gelten laut AMS als klassische Frauenbranchen und treiben den Anstieg maßgeblich.

Große Unterschiede je nach Branche

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verläuft je nach Branche unterschiedlich. Rückgänge gibt es unter anderem in der Hotellerie und Gastronomie, Bauwirtschaft, Arbeitskräfteüberlassung, Verkehr und Lagerwesen.

Deutliche Zuwächse zeigen sich hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Auch in der Industrie steigt die Arbeitslosigkeit leicht.

Niederösterreich mit stärkstem Anstieg bei Arbeitslosigkeit

Regional zeigen sich klare Unterschiede. Besonders stark ist die Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 5 Prozent in Niederösterreich gestiegen. Auch Vorarlberg sowie die Steiermark und das Burgenland verzeichnen deutliche Zuwächse.

Rückgänge gibt es hingegen in Kärnten sowie leichte Entspannung in Wien und Oberösterreich.

Arbeitslosigkeit: Weniger offene Stellen trotz hoher Nachfrage

Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Stellenmarkt aus. Die beim AMS gemeldeten offenen Jobs sind um 8,8 Prozent auf rund 74.500 Stellen gesunken.

Gleichzeitig zeigt ein breiterer Blick auf alle Jobportale: Insgesamt gibt es weiterhin über 163.000 offene Stellen. Der Arbeitsmarkt bleibt damit angespannt, aber nicht leergefegt.

Nahost-Krieg belastet Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Zentraler Faktor für die ausbleibende Erholung gilt die geopolitische Lage. Steigende Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheit bremsen die Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen.

„Wahrscheinlich ist es angesichts der weltpolitisch angespannten Lage [...] kein Wunder, dass sich am Arbeitsmarkt derzeit kein klarer Trend abzeichnet“, erklärt AMS-Vorständin Draxl.

Die direkten Auswirkungen des Iran-Kriegs seien den aktuellen Zahlen noch nicht vollständig sichtbar. Weitere Belastungen könnten jedoch folgen.

Maßnahmen gegen steigende Arbeitslosigkeit gefordert

Angesichts der Entwicklung werden die Forderungen nach Reformen lauter. Die Bandbreite reicht von Beschäftigungsanreizen über Steuersenkungen bis hin zu mehr Weiterbildung und einer stärkeren sozialen Absicherung.

„Wir müssen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass längeres Arbeiten attraktiv und möglich bleibt“, betont Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).

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