Arbeitslosigkeit in Österreich steigt: Krieg stoppt Trendwende
- Arbeitslosigkeit steigt leicht
- Frauen stärker betroffen als Männer
- Große Unterschiede je nach Branche
- Niederösterreich mit stärkstem Anstieg
- Weniger offene Stellen
- Nahost-Krieg belastet Arbeitsmarkt
- Maßnahmen gefordert
Die Arbeitslosigkeit in Österreich zeigt im März 2026 weiterhin ein gemischtes Bild. Zwar verlangsamt sich der Anstieg, eine echte Erholung bleibt jedoch weiter aus. Insgesamt sind rund 400.600 Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet, das entspricht einem Plus von 0,9 Prozent im Jahresvergleich. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,5 Prozent.
„Die angekündigte Trendwende wurde vom Krieg in Nahost gestoppt“, so AMS-Vorständin Petra Draxl.
Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer
Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Geschlechtern bei der Arbeitslosigkeit. Während die Zahl der arbeitslosen Männer erstmals seit 2023 zurückgeht, steigt jene der Frauen deutlich an.
Ein wesentlicher Grund liegt in der Branchenstruktur. Besonders im Handel und im Gesundheitswesen steigt die Arbeitslosigkeit kräftig. Beide Bereiche gelten laut AMS als klassische Frauenbranchen und treiben den Anstieg maßgeblich.
Große Unterschiede je nach Branche
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verläuft je nach Branche unterschiedlich. Rückgänge gibt es unter anderem in der Hotellerie und Gastronomie, Bauwirtschaft, Arbeitskräfteüberlassung, Verkehr und Lagerwesen.
Deutliche Zuwächse zeigen sich hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Auch in der Industrie steigt die Arbeitslosigkeit leicht.
Niederösterreich mit stärkstem Anstieg bei Arbeitslosigkeit
Regional zeigen sich klare Unterschiede. Besonders stark ist die Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 5 Prozent in Niederösterreich gestiegen. Auch Vorarlberg sowie die Steiermark und das Burgenland verzeichnen deutliche Zuwächse.
Rückgänge gibt es hingegen in Kärnten sowie leichte Entspannung in Wien und Oberösterreich.
Arbeitslosigkeit: Weniger offene Stellen trotz hoher Nachfrage
Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Stellenmarkt aus. Die beim AMS gemeldeten offenen Jobs sind um 8,8 Prozent auf rund 74.500 Stellen gesunken.
Gleichzeitig zeigt ein breiterer Blick auf alle Jobportale: Insgesamt gibt es weiterhin über 163.000 offene Stellen. Der Arbeitsmarkt bleibt damit angespannt, aber nicht leergefegt.
Nahost-Krieg belastet Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Zentraler Faktor für die ausbleibende Erholung gilt die geopolitische Lage. Steigende Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheit bremsen die Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen.
„Wahrscheinlich ist es angesichts der weltpolitisch angespannten Lage [...] kein Wunder, dass sich am Arbeitsmarkt derzeit kein klarer Trend abzeichnet“, erklärt AMS-Vorständin Draxl.
Die direkten Auswirkungen des Iran-Kriegs seien den aktuellen Zahlen noch nicht vollständig sichtbar. Weitere Belastungen könnten jedoch folgen.
Maßnahmen gegen steigende Arbeitslosigkeit gefordert
Angesichts der Entwicklung werden die Forderungen nach Reformen lauter. Die Bandbreite reicht von Beschäftigungsanreizen über Steuersenkungen bis hin zu mehr Weiterbildung und einer stärkeren sozialen Absicherung.
„Wir müssen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass längeres Arbeiten attraktiv und möglich bleibt“, betont Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).