AMS-Alarm: Dieses Bundesland hat plötzlich mehr Arbeitslose
Arbeitslosigkeit in Vorarlberg steigt deutlich: Das westlichste Bundesland verzeichnet den stärksten Zuwachs in Österreich. In Vorarlberg waren Ende Jänner 11.474 Menschen beim AMS arbeitslos vorgemerkt, besonders Ältere sind betroffen. Die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg legte im Jahresvergleich um 7,2 Prozent zu.
Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit
Der Arbeitsmarkt in Vorarlberg steht unter Druck. Zu Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen deutlich gestiegen. Mit einem Plus von 7,2 Prozent verzeichnet das westlichste Bundesland sogar den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit in ganz Österreich.
Ende Jänner waren insgesamt 11.474 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) Vorarlberg arbeitslos gemeldet. Das sind um 767 Personen mehr als noch im selben Zeitraum des Vorjahres.
Trotz dieses deutlichen Anstiegs bleibt die Arbeitslosenquote im Bundesländervergleich weiterhin vergleichsweise niedrig. Mit 6,1 Prozent liegt Vorarlberg auf dem drittniedrigsten Wert in Österreich. Bundesweit beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 8,3 Prozent.
Exportwirtschaft als Risikofaktor
Die wirtschaftliche Entwicklung spielt eine zentrale Rolle bei der aktuellen Situation. Vorarlberg gilt traditionell als stark exportorientierter Wirtschaftsstandort. In wirtschaftlich stabilen Zeiten ist das ein klarer Vorteil.
Doch wenn internationale Nachfrage und wirtschaftliche Dynamik nachlassen, kann sich diese Stärke schnell als Schwäche erweisen. Genau das scheint derzeit der Fall zu sein.
AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter verweist dabei auch auf die Lage im wichtigsten Handelspartnerland: „Auch die Wirtschaft in Deutschland kommt derzeit nicht richtig in Schwung.“ Diese Entwicklung wirke sich unmittelbar auf exportorientierte Betriebe in Vorarlberg aus.
Unterschiedliche Entwicklung je nach Alter
Während die Gesamtzahlen steigen, zeigt sich bei den einzelnen Altersgruppen ein differenziertes Bild. Besonders positiv entwickelt sich die Situation bei jungen Menschen.
Bei Jugendlichen unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr sogar zurückgegangen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten jungen Menschen sank um 5,8 Prozent auf 1.411 Personen.
Ältere besonders betroffen
Deutlich schwieriger stellt sich hingegen die Lage für ältere Arbeitssuchende dar. Besonders stark betroffen ist die Altersgruppe der über 50-Jährigen. Hier stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um 16,2 Prozent.
Für AMS-Chef Bereuter ist das ein deutliches Warnsignal: „Das ist kein kurzfristiger Effekt, sondern ein Hinweis auf strukturelle Herausforderungen.“ Er fordert verstärkte Maßnahmen, um die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer zu verbessern.
Maßnahmen des AMS
Um dem Trend entgegenzuwirken, setzt das AMS Vorarlberg auf mehrere Maßnahmen. Dazu zählen eine intensivere individuelle Beratung für Arbeitssuchende sowie eine engere Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.
Ein wichtiges Instrument ist dabei die „Aktion 55+“. Diese Initiative unterstützt Betriebe finanziell, wenn sie ältere Arbeitslose einstellen, etwa über eine Lohnkostenförderung für Anstellung und Einarbeitung von Menschen ab 55 Jahren.
Ob sich diese Maßnahmen bereits in den kommenden Monaten positiv auf die Arbeitslosenzahlen auswirken, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der Arbeitsmarkt in Vorarlberg steht derzeit vor spürbaren Herausforderungen.