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Daten-Expertin Michaela Mader
Daten-Expertin Michaela Mader
Sabine Starmayr

Unabhängigkeitserklärung

13.04.2026 um 00:00, Jürgen Philipp
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Digitale Souveränität. Wie macht man sich von IT-Giganten außerhalb der EU unabhängiger? Mit Hidden Champions aus der EU.

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as Wort „Disruption“ be­deutet wörtlich genommen „Zerstörung“ oder „Bruch“. Insofern ist Donald Trump ein Disruptor, wie er im Buche steht, nicht zuletzt in Bezug auf die Beziehungen zu Europa. Gerne zeigen die USA auf, wie abhängig Europa nicht zuletzt von den IT-Produkten der Nordamerikaner ist. Die EU ist mittlerweile aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht, nur gab es statt eines sanften Wake-up Calls den Trump‘schen Sledgehammer. Für Michaela Mader, Gründerin von dataspot. – ein auf Daten-Governance spezialisiertes Unternehmen – stellt sich daher die Frage, wie Europa digitale Souveränität erlangen könnte. „Das Thema hat unterschiedliche Ausprägungen. Es geht unter anderem um die Frage, wo ich mich unabhängig machen kann. Zum Teil ist das aber noch schwierig. Microsoft sofort zu ersetzen und rauszuwerfen geht nur langfristig.“ 
 

Hidden Champions vor den Vorhang

Mader zeigt auf, dass es schon in der ­Vergangenheit ambitionierte Versuche gab, US-Software durch Open-Source-Produkte zu ersetzen. Versuche, die wie in der Stadt München teilweise spektakulär scheiterten. „Mittlerweile hat sich aber viel getan. Es gibt sehr viele gute Software-Hersteller in der EU, aber die sind meistens noch Hidden Champions.“ Auch wenn europäische Hyperscaler fehlen, kommen sie nach und nach – aus der Not geboren – vor den Vorhang. „Mittlerweile ist das Thema schon längst üb­erall angekommen. Zum Teil gibt es sogar schon Einkaufsvorgaben, europäische Produkte einzusetzen.“ Bei Data Centern, Data Storages und Cloud-Anbietern ist Europa ohnehin schon gut aufgestellt. „Es gibt ­viele Anbieter, wie die deutsche StackIT oder die französische OVHcloud.“ Ebenso kein Problem sieht Mader beim ­Thema „Cybersecurity“: „Damit man wirklich safe ist, ist die EU natürlich empfehlenswert und es gibt sehr gute Anbieter – auch in Österreich.“ Was aber fehlt, ist ein europäisches IT-Ökosystem. „Wir haben viele kleine Tools aus Europa, die alle sehr gut sind, aber kein Unternehmen will sich mit so vielen verschiedenen Anbietern auseinandersetzen.“ Es fehlt eine stabile Software-Architektur. „Das ist durchaus vergleichbar mit der Sanierung eines alten Hauses. Ich brauche gute professionelle Architekten, die daraus etwas Neues schaffen können.“
 

IT, OT, IoT

Und noch etwas fehlt – etwas, was Mader für völlig unterschätzt hält: „Es gibt die IT und die OT, die Operational Technology, sprich die Betriebstechnik. Da geht es um Anlagen, Kraftwerke, Schienen und Infrastruktur sowie Maschinenparks, die nicht ins Netzwerk integriert sind. Neue IT-Unternehmen und Start­ups vergessen auf die OT. Für die gibt es nur IoT, also das Internet der Dinge. Es klingt Old School, aber die Prozessautomation im Bereich der OT ist lange noch nicht abgeschlossen und das wird auch KI nicht lösen können.“ Wenn es europäischen IT-Unternehmen gelingt, all diese Herausforderungen zu meistern, sieht Michaela Mader eine stabile IT-Zukunft für Europa: „Das ist ganz wichtig, denn gerade jetzt tut sich eine Chance auf!“ 

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