TU Linz braucht universitäres Ökosystem

Es ist fix: neue Digital-Universität in Linz. Kooperationen mit JKU und FH OÖ wie Hagenberg ergeben Synergien. Stärkung des Standorts OÖ weiter gefordert.
Autor: Verena Schwarzinger, 04.02.2022 um 11:13 Uhr

2014 wurde in Oberösterreich die Medizinfakultät errichtet, die Johannes Kepler Universität zählt zu den bedeutendsten 400 Hochschulen weltweit, die FH Oberösterreich belegt im internationalen CHE-Ranking Bestnoten von 2,24. Jetzt wird weiter in Oberösterreich als Bildungsland investiert. Die neue Technische Universität für Digitalisierung und digitale Transformation wird in Linz errichtet und stärkt damit das innovative universitäre Potenzial gepaart mit Industrie und Wirtschaft aus Oberösterreich. Oberösterreich soll damit im Vergleich mit europäischen Standorten mithalten. „Dieser Ausbau der Bildungslandschaft erhöht die internationale Wettbewerbsfähigkeit, wirkt sich auf die Standortattraktivität aus und strebt Verbesserungen im Ranking der vergleichbaren Industrieregionen an“, sagt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich. Parallel zum Konzept der neuen Universität braucht es passende Rahmenbedingungen, um einen internationalen High-Tech Hot Spot zu entwickeln und um die Attraktivität des Standortes und der regionalen Hochschulen für österreichische und internationale Studenten, Forscher und Manager weiter zu stärken. „Das Leuchtturmprojekt braucht ein universitäres Ökosystem in Linz und im Zentralraum. Und der Erfolg hat drei Buchstaben – nämlich TUN“, so Maximilian Priglinger, Vorsitzende der Jungen Industrie Oberösterreich.

Erfolgsfaktoren zur Attraktivierung des Universitätsstandorts

Um für 5.000 internationale Studenten aber auch deren Lehrenden und Forscher auch außerhalb der Bildungseinrichtung interessant und attraktiv zu sein braucht es laut Studie in erster Linie ein vielfältiges kulturelles Angebot, Beschäftigungsaussichten nach dem Studium, eine gut vernetzte Verkehrsinfrastruktur und genügen leistbaren Wohnraum. Für die IV Oberösterreich und die Junge Industrie Oberösterreichs ergeben sich aus der Studie sieben Vorschläge für ein attraktives Ökosystem:

  • Task Force: Nationale und internationale Akteure aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur
  • Digital Pioneer City Linz: Digitalisierung der Stadt vorantreiben, Smart City werden
  • One-Stop-Shop: Ausbau von Support Services rund um Wohnen, Freizeit und Co.
  • Stärkung der Freizeitqualität: kreatives Studentenviertel eventuell im Hafen
  • Gestaltung der Karrieremöglichkeiten von Studenten: Linz soll Startup-Hotspot werden und OÖ setzt auf „First Job-fast track to excellent career“
  • Vorzeigestadt für moderne Mobilität: Erreichbarkeit von Linz per Bahn, Flugzeug und öffentlichen Personenverkehr ausbauen wie mittels Sharing, autonomen Fliegen und Fahren
  • Place Branding-Strategie: zentrale Lage, starke Industrie, umfassende Freizeit- und Kulturaktivitäten pushen

Rasche Ausarbeitung und erste Entwürfe

Aktuell werden die gesetzlichen Grundlagen wie das TU-Errichtungsgesetz erarbeitet. Im Sommer wird ein Gründungskonvent, das strategische Organ der neuen TU in der Gründungsphase, eingerichtet.
Die Grundprinzipien der ersten Planungen sind flexible und agile Strukturen zu schaffen, interdisziplinäre Forschungen anzubieten und die Ansprache heterogener Zielgruppen. Die Absolventen bringen End-to-End Denken und damit einen generalistischen Ansatz mit. Die Ausbildung soll auch dem heimischen Fachkräftemangel vor allem in den MINT-Bereichen sowie in den neuen Arbeitsfeldern rund um die Digitalisierung entgegenwirken. Oberösterreichische Leitbetriebe aus der Industrie stehen mit Forschungskraft, Kompetenzen, Kapazitäten und internationalen Kontakten bereit. Kooperationen in Form von Stipendienvergaben oder Praktika bis hin zu Jobaussichten für die High Potentials sind in Planung. Der Betrieb der neuen TU soll 2024/2025 starten.