Der Navigator durch den Zoll-Dschungel
Ob neue Zölle aus Washington oder Freihandelsabkommen mit Indien und Südamerika: Profiteur ist in jedem Fall der Dienstleister MIC Datenverarbeitung GmbH. Das 1988 in Linz gegründete Unternehmen ist ein führender Anbieter von Global Trade Management Software und kann ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 15 Prozent verzeichnen. Im Vorjahr bezog das Softwarehaus sein neues Headquarter, das Platz für 500 Mitarbeiter bietet und mit Fitnessbereich und eigener Betriebsküche ausgestattet ist. Das Unternehmen mit sieben Standorten außerhalb Österreichs beschäftigt rund 550 Mitarbeiter aus 45 Nationen.
Wettbewerbsfähigkeit stärken
„Obwohl in den Medien meist nur wenige Freihandelsabkommen wie EU-Mercosur oder TTIP Beachtung finden, gibt es mehr als 600 solcher Abkommen weltweit – sei es zwischen zwei Ländern oder größeren Wirtschaftsräumen“, sagt Rainer Roll, Mitglied der Geschäftsführung und CCO bei MIC. Die Softwarelösung unterstützt Kunden dabei, die optimalen Produktionsstandorte und Lieferketten unter Ausnutzung der Freihandelszonen zu finden. So konnte etwa ein deutscher Automobilhersteller durch Verlagerung der Produktion nach Südafrika seine Zollkosten deutlich senken. „Das ermöglicht den Firmen, wettbewerbsfähigere Preise anzubieten. Insgesamt bieten die vielfältigen Freihandelsabkommen erhebliche Hebel, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und Beschäftigung zu sichern – sofern Unternehmen die komplexen Regelwerke intelligent managen“, sagt Roll.
Die vielfältigen Freihandelsabkommen bieten erhebliche Hebel, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und
Beschäftigung zu sichern.
KI beschleunigt die Abläufe
Vor Kurzem hat MIC ein KI-Tool veröffentlicht, das die Bearbeitungszeit für Zolltarifierung bei Zalando um 71 Prozent reduziert. Der Berliner Online-Händler tarifiert jeden Monat immerhin bis zu 540.000 unterschiedliche Artikel. Um weiter wachsen zu können, benötigt MIC qualifizierte Mitarbeiter:innen. Dank der Johannes Kepler Universität und ihres KI-Schwerpunkts, der FH Hagenberg und der neuen Digitaluniversität IT:U ist für Nachschub gesorgt. „Dieses Ökosystem ermöglicht IT-Unternehmen in Oberösterreich – besonders an der Digitalen Meile – nachhaltiges Wachstum“, sagt Roll.